Präsidenten von Thurgauer Bürgergemeinden diskutieren über erneuerbare Energie

Ein Fernwärmespezialist informiert den Verband Thurgauer Bürgergemeinden über Holz als Brennstoff.

Manuela Olgiati
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Aktuar Thomas Müller und Präsident Sandro Forster. (Bild: Manuela Olgiati)

Aktuar Thomas Müller und Präsident Sandro Forster. (Bild: Manuela Olgiati)

Urs Peter, Bürger von Gachnang und Geschäftsführer der Isoplus AG in Islikon, war an der Präsidentenkonferenz des Verbands Thurgauer Bürgergemeinden als Referent eingeladen. Er sagte: «Energieholz hat langfristig Vorteile.»

Die auf Fernwärme spezialisierte Isoplus ist in die Planung und Ausführung des Schulhausneubaus in Islikon involviert und damit eng mit der Genossenschaft des Wärmeverbundes Islikon (WVSI) verknüpft. Es sei naheliegend, beim Einbau einer Holzschnitzelanlage ins Schulhaus auch benachbarte Liegenschaften mit Fernwärme zu versorgen, zeigte Peter den aktuellen Stand des Projektes im Maschinenschopf mit energetischem Holztank.

1200 bis 1400 Kubikmeter Holzschnitzel aus Wäldern der Bürgergemeinde und der Region werden den Brennstoff bilden. Holz gehöre zu den wenigen Rohstoffen, die in der Schweiz ausreichend vorhanden seien.

Rund 50 Bürgerpräsidenten und Delegierte holten sich am Samstag im Rathaus Bischofszell Informationen zum Thema «Nutzung erneuerbarer Energien» ab. Sandro Forster, Präsident des Verbands Thurgauer Bürgergemeinden, nahm den Appell vor.

Kein CO2, Wertschöpfung und Förderbeiträge

Holzenergie bilde die regionale Wertschöpfung und leiste einen Beitrag an den Umweltschutz. Es brauche nur kurze Anfahrtswege. Für mehr Wirtschaftlichkeit würden optimale Standorte und eine maximale Netzdichte sprechen. Bei den Nachteilen spielte Referent Peter auf Investitionen beim Umbau des Energiesystems und einschneidenden Veränderungen verbunden mit einem höheren Raumbedarf an. Der Unterhalt der technisch komplexen Anlage sei zeitintensiv.

Von einer vermeintlichen Unabhängigkeit sprach Peter, wenn jeder Hausbesitzer eine eigene Heizung habe. Den Wärmeverbund zu nutzen, brauche ein grösseres Umdenken. Heute sind die Netze und Speichersysteme für die zentrale Energieproduktion ausgelegt. Künftig müssen sie auch den Anforderungen der dezentralen Produktion entsprechen und volatil anfallende Energie aufnehmen können.

Holz sei erneuerbar, einheimisch, CO2-neutral, mindere die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und führe zu mehr Wertschöpfung im Kanton. Neben all den genannten Vorzügen gebe es einen weiteren Grund, warum sich der Einbau von Holzfeuerungen lohne: verlockende Förderbeiträge. Auch die Qualität des Holzes als Brennmaterial sei ein Thema. Der Klimawandel verändere den Wald längerfristig. Die Fichte, die wichtigste Baumart der Holzindustrie, werde seltener.