Politisch Aadorf: Schuldenberg bleibt trotz Gewinn

Die Jahresrechnung 2019 der Politischen Gemeinde Aadorf schliesst um 1,3 Millionen Franken über Budget ab. Eine Steuerfusssenkung ist im Gemeinderat aber derzeit kein Thema.

Roman Scherrer
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Aadorf ist die flächenmässig fünftgrösste Thurgauer Gemeinde. Dies bringt jährlich hohe Investitionen im Tiefbau mit sich.

Aadorf ist die flächenmässig fünftgrösste Thurgauer Gemeinde. Dies bringt jährlich hohe Investitionen im Tiefbau mit sich.

(Bild: Olaf Kühne)

Wie die Schulgemeinde verzeichnete 2019 auch politisch Aadorf deutlich schwarze Zahlen. Die Stimmbürger dürfen am 17. Mai über eine Rechnung befinden, die bei Ausgaben von knapp 19 Millionen mit 770'000 Franken Gewinn abschliesst, rund 1,3 Millionen über Budget. 740'000 Franken des Überschusses will der Gemeinderat verwenden, um das abzuschreibende Verwaltungsvermögen zu reduzieren. Auch bei der Politischen Gemeinde sind es vor allem die deutlich höheren Steuererträge, die ins Gewicht fallen.

Jedoch haben auch die Investitionen einen Einfluss auf das Resultat, es wurde eine Million Franken weniger investiert als geplant. «Dadurch sind die Abschreibungen tiefer ausgefallen», erklärt Gemeindepräsident Matthias Küng. Bei den noch nicht getätigten Investitionen handle es sich vor allem um Strassenprojekte. «Wegen verschiedener Abhängigkeiten verzögerten sie sich und werden nun etwas später abgeschlossen.»

Matthias KüngGemeindepräsident Aadorf

Matthias Küng
Gemeindepräsident Aadorf

Trotz dieses Gewinns: Eine Steuerfusssenkung ist beim Aadorfer Gemeinderat derzeit kein Thema, wie Küng sagt:

«Wir haben nach wie vor einen Schuldenberg, etwa 25 Millionen Franken Fremdkapital.»

Und mit Blick auf künftige grössere Investitionen müsse man allenfalls noch weitere Kredite aufnehmen, um die Liquidität zu gewährleisten. Eines der grössten anstehenden Projekte ist die Neugestaltung der Bahnhofumgebung. «Und wir sind die flächenmässig fünftgrösste Gemeinde im Kanton. Das wird gerne unterschätzt», betont Küng. Entsprechend gross sei das Strassennetz in der Gemeinde, dessen Unterhalt jedes Jahr hohe Investitionen erfordere.

Positive Rechnungen auch bei EW und Alterszentrum

Auch das EW Aadorf weist etwas weniger Investitionen hohe aus als vorgesehen. Und dennoch: Mit den fast zwei Millionen Franken hat der Betrieb 2019 so viel investiert wie noch nie. In der Erfolgsrechnung resultiert bei Ausgaben von knapp 10 Millionen ein Plus von mehr als einer Million Franken. «Dieser gute Abschluss ist wichtig, das Geld kann für künftige Investitionen verwendet werden», sagt Matthias Küng.

Eine ausgeglichene Rechnung 2019 kann das Alterszentrum Aaheim präsentieren. Sie weist bei einem Aufwand von gut 8,8 Millionen Franken einen Gewinn von rund 7000 Franken aus.