«Politik der dargebotenen Hand»

Die CVP Thurgau nominiert ihre Kandidaten für die Nationalrats- und Ständeratswahlen.
Aus der Poleposition starten Nationalrat Christian Lohr und Ständerätin Brigitte Häberli-Koller.

Christof Lampart
Drucken
Teilen
Die Nominierten der CVP Thurgau für die Nationalratswahlen sowie Ständeratskandidatin Brigitte Häberli posieren im Casino Frauenfeld. (Bild: Reto Martin)

Die Nominierten der CVP Thurgau für die Nationalratswahlen sowie Ständeratskandidatin Brigitte Häberli posieren im Casino Frauenfeld. (Bild: Reto Martin)

Insgesamt zieht die CVP Thurgau mit drei vollen Listen in den Nationalratskampf: der CVP-Hauptliste, den CVP-Newcomern (Frauen und Männer, die noch nie für einen Sitz in Bundesbern kandidierten) und der Jungen Liste CVP. Was die Geschlechterdurchmischung betrifft, haben die Christdemokraten viel getan, um bei den Wählerinnen und Wählern zu punkten.

Bei den 18 Kandidierenden, die sich für die grosse Kammer aufstellen liessen, bilden die Frauen mit zehn Kandidaturen die Mehrheit. Zählt man die amtierende Ständerätin Brigitte Häberli hinzu, verdeutlicht sich die Frauenmehrheit noch zusätzlich.

Alle einstimmig nominiert

Diese Strategie unterstützen die 77 CVP-Mitglieder, die am Mittwochabend im Casino Frauenfeld die Kandidierenden der CVP-Hauptliste, der CVP-Newcomer und Brigitte Häberli einstimmig nominierten. Die Junge CVP-Liste wurde schon früher von den Jungpartei selbst bestimmt.

Die Hauptliste umfasst folgende Personen: Christian Lohr, Nationalrat, Kreuzlingen (bisher); Josef Gemperle, Landwirt, Fischingen; Anne Varenne, Primarlehrerin, Uesslingen; Maja Bodenmann, Kindergärtnerin, Diessenhofen; Dominik Diezi, Jurist/Stadtpräsident von Arbon ab. 1. Juni 2019, Arbon soiwe Sabina Peter Köstli, Betriebswirtschafterin, Ettenhausen.

Häberli: «Voll motiviert»

Kurz und einstimmig ging die Nomination von Ständerätin Brigitte Häberli-Koller aus Bichelsee über die Bühne. Sie kandidiert für eine dritte Amtszeit in der kleinen Kammer. Das gab sie bereits in der Mitte der laufenden Legislatur bekannt. Sie sei «voll motiviert» und «ein Fan unseres Zweikammersystems». Denn in der grossen Gruppe der CVP-Ständeräte könne sie auch in Zukunft einiges zum Wohle des Thurgaus und der Schweiz beitragen. «Es ist wichtig, dass wir als CVPler einen Ausgleich zu den anderen Parteien herstellen», betonte Häberli-Koller an der Nominationsversammlung in Frauenfeld. Sie vertrete den Thurgau in Bern «mit Stolz» und werde alles dafür tun, um auch zukünftig «für das Erfolgsmodell Schweiz einzustehen», bekräftige die Ständerätin. Die CVP-Frau politisiert bereits seit 16 Jahren in Bern. Von 2003 bis 2011 im Nationalrat, seit 2011 als Ständerätin. Damals folgte sie auf den Frauenfelder CVP-Ständerat Philipp Stähelin (CVP). (art)

Die Newcomer-Liste setzt sich zusammen aus folgenden Personen: Markus Berner, Betriebswirtschafter, Amriswil; Michael E. Nägeli, Betriebsökonom/Unternehmer, Romanshorn; Nina Rodel, Hotelfachfrau, Bischofszell; Anja Scholz, Rechtsanwältin, Islikon; Patrick Siegenthaler, Wirtschaftsinformatiker, Herdern sowie Sandra Stadler, Fachlehrperson, Güttingen.

Gerard Pifster im Thurgau

Der Präsident der CVP Schweiz, Gerhard Pfister, kam in den Thurgau, um den Mitgliedern der Thurgauer Kantonalpartei nochmals den Wert der CVP als «einzige ausgleichende bürgerliche Kraft» zu erklären: «Die CVP hält die Schweiz zusammen, denn für die CVP gibt es keine individuelle Freiheit ohne Gemeinschaft, keinen wirtschaftlichen Wohlstand ohne soziale Verantwortung und keine Weltoffenheit ohne die Stärke unseres politischen Systems.» Stabilität, Fortschritt und wirtschaftlicher Erfolg seien jedoch keineswegs einfach gegeben, sondern es müsse ständig um sie gerungen werden.

Gerade die CVP als «einzige staatstragende Partei» stehe wie keine andere Partei der Schweiz für den Erfolg derselben: «Nur die CVP macht eine Politik der dargebotenen Hand. Andere Parteien machen eine Politik der hohlen Hand. Oder eine Politik der kalten Herzen», sagte Pfister an die Adresse der Polit-Konkurrenz.