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Polit-Comeback im Gemeinderat von Mammern

Nach acht Jahren Hansjörg Lang als Gemeindepräsident stellt sich Vorgängerin Anita Dähler-Engel als Nachfolgerin zur Verfügung. Ihre Rückkehr in der Lokalpolitik liegt in der Logik der Mammerer.
Stefan Hilzinger
Anita Dähler war bereits Gemeindepräsidentin von Mammern. Nun kandidiert sie für die Nachfolge von Hansjörg Lang. (Bild: Reto Martin)

Anita Dähler war bereits Gemeindepräsidentin von Mammern. Nun kandidiert sie für die Nachfolge von Hansjörg Lang. (Bild: Reto Martin)

Mammern hat etwas von dem Gallierdorf inmitten von Römern. Das liegt nicht nur daran, dass die Waidmänner in den Waldungen am Seerücken ab und zu ein Wildschwein zur Strecke bringen. Nein, es liegt an der Lage des Dorfes am Untersee und an der Geschichte der Politischen Gemeinde, die im vergangenen Jahr ihr 25-Jahr-Jubiläum feiern durfte.

An diesem selbstbewussten und eigenständigen Dasein dürfte sich auch dann nichts ändern, wenn am kommenden 10. Februar mit grosser Wahrscheinlichkeit die Juristin Anita Dähler-Engel zur Gemeindepräsidentin gewählt wird. Die Gallier aus Mammern würden CVP-Frau Dähler schon zum zweiten Mal auf den Schild heben, ist sie doch auch die Vorgängerin von Hansjörg Lang (FDP), der nach acht Jahren im Amt per Ende Legislatur aufhört.

«Scho e chli komisch», sagt Anwältin Dähler zwar zu ihrem Comeback in der Lokalpolitik. Doch seltsam ist ihre Kandidatur auf den ersten Blick wohl nur für Aussenstehende, denn sie folgt eigentlich der Mammerner Logik, die Dinge unter ihresgleichen zu regeln.

«Es ist in kleinen Gemeinden schwierig, Leute für die Politik zu finden. Zudem treten nebst Hansjörg Lang zwei weitere Gemeinderäte nicht mehr an.»

Daher stehe sie mit ihrer Kandidatur für langfristige Kontinuität. «Nachdem ich meine Kandidatur an der Wählerversammlung bekannt gegeben hatte, habe ich sehr viele positive Rückmeldungen erhalten», sagt Dähler. Nein, gesucht habe sie das Amt nicht, aber es habe sich auch niemand anderer empfohlen.

In der Zwischenzeit das Anwaltspatent erworben

Als Dähler vor bald 16 Jahren ihr Amt in Mammern erstmals antrat, war sie noch «Frau Gemeindeammann». Das politische Teilzeitamt liess sich gut mit ihrer Rolle als Mutter des damals zweijährigen Sohnes verbinden. «Nach acht Jahren war Zeit für etwas Neues».

Dähler hatte zwar ihr Jus-Studium abgeschlossen, wollte aber noch das Thurgauer Anwaltspatent nachholen. Mittlerweile arbeitet sie Teilzeit als Anwältin in der Kreuzlinger Kanzlei von Parteikollegin Elsbeth Aepli Stettler, die in Frauenfeld als Stadträtin politisiert. «Ich habe Zeit und Lust, mich wieder für das Dorf einzusetzen. Das Amt ist und bleibt spannend», sagt die 55-Jährige.

Weiteres Wachstum trotz Rückzonungen

Spannungen im Dorf gab es zuletzt wegen der vom Kanton verordneten Verkleinerung von Bauzonen und Richtplanflächen. Vor kurzem präsentierte der Gemeinderat, wie er die Sache anpacken will. «Ich bin dem jetzigen Gemeinderat dankbar, dass die Sache bis Ende Legislatur in die Wege geleitet ist», sagt Dähler. So müsse der neue Gemeinderat nicht mit dieser politische Hypothek in die Legislatur starten.

Und trotz verkleinerter Bauzone: Mammern wachse weiter, sagt Dähler. Die Baustellen in unmittelbarer Nähe ihres Eigenheims sprechen Bände. «Und dank des lebhaften Dorflebens gelingt es uns auch, Neuzuzüger zu integrieren, sofern sie es selbst wollen», sagt sie, die selbst im Frauenchor Mammern im Sopran-Register singt.

Traditionell prägend für das Dorf ist nebst den Vereinen die Klinik Schloss Mammern, eine der grössten Arbeitgeberinnen am Untersee. «Wenn es der Klinik gut geht, geht es der Gemeinde gut», sagt Dähler. Eine konstruktive Zusammenarbeit mit der Klinik liege ihr daher schon am Herzen. Gerade plant die Firma, den Betrieb zu erweitern, was um die hundert neuen Arbeitsplätze bedeuten würde. «Die Abhängigkeit ist durchaus gegenseitig, denn die Klinik lebt auch von ihrer Lage hier am See.»

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