Platzausstellung
Auf dem Oberen Mätteli vor der Stadtkaserne Frauenfeld machte brummende Armeegeschichte Halt

Ein Konvoi aus 50 historischen Militärmotorfahrzeugen hat Frauenfeld am Samstag einen Besuch abgestattet. Das Museum Im Zeughaus aus Schaffhausen und Neuhausen hat die Ausfahrt organisiert.

Viola Stäheli
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Schau von 50 historischen Militärfahrzeugen auf dem Oberen Mätteli Frauenfeld.

Schau von 50 historischen Militärfahrzeugen auf dem Oberen Mätteli Frauenfeld.

Bild: Donato Caspari

«Als wir den Gotthardpass überquerten, mussten wir vor jeder Kurve die Kanone abhängen - das war wirklich mühsam», erinnert sich Fritz Fatzer aus Wiesendangen. Der Frauenfelder Jürg Jaus lacht: «Es ist sensationell, dass noch all diese alten Armeefahrzeuge erhalten sind.» Die beiden älteren Herren freuen sich über die historischen Lastwagen, Jeeps, Motorräder und anderen Fahrzeuge der Schweizer Armee, die aus eigener Kraft die Strecke von Neuhausen nach Frauenfeld geschafft haben. Normalerweise sind die Gefährte im Museum im Zeughaus zu betrachten, am Samstag zügelte die Ausstellung allerdings für einige Stunden auf das Obere Mätteli in Frauenfeld.

«Wir machen jedes Jahr eine solche Ausfahrt.»
Schau von 50 historischen Militärfahrzeugen auf dem Oberen Mätteli Frauenfeld

Schau von 50 historischen Militärfahrzeugen auf dem Oberen Mätteli Frauenfeld

Bild: Donato Caspari

Das erklärt Martin Huber, Präsident der Stiftung Museum im Zeughaus Schaffhausen und Hauptorganisator des Anlasses. «Diese Ausfahrten haben mehrere Gründe. Zum einen werden so Standschäden vermieden, zum anderen können wir die Fahrzeuge aus dem Museum direkt zu den Leuten bringen und zeigen.»

Ein Museum mit zwei Standorten

Das Museum Im Zeughaus in Schaffhausen und in Neuhausen hat sich der Geschichte der Schweizer Armee verschrieben. Die Ausstellung «Motorisierung und Mechanisierung der Schweizer Armee» umfasst rund 50 Motorfahrzeuge sowie 19 Panzer – normalerweise werden die historischen Fahrzeuge, die für einige Stunden in Frauenfeld verweilten, im Rahmen dieser Ausstellung gezeigt. «Unser Ziel ist es nicht nur, historische Fahrzeuge der Schweizer Armee zu sammeln, sondern auch die Geschichte dahinter zu erzählen», sagt Martin Huber, Präsident der Stiftung Museum Im Zeughaus Schaffhausen. (vst)

Schau von 50 historischen Militärfahrzeugen auf dem Oberen Mätteli Frauenfeld.

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Bild: Donato Caspari

Kranwagen braucht für 100 Kilometer 135 Liter Benzin

Schau von 50 historischen Militärfahrzeugen auf dem Oberen Mätteli Frauenfeld.

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Bild: Donato Caspari

Insgesamt fanden 48 Radfahrzeuge ihren Weg nach Frauenfeld – im Museum bleiben mussten allerdings die 19 Panzer, bei denen die Abnutzung der Raupen aufgrund der Distanz zu gross gewesen wäre. Aber auch mit den Radfahrzeugen darf die Strecke nicht allzu weit sein. Sonst kann es ziemlich schnell teuer werden: Der Kranwagen Ward La France beispielsweise, der von 1943 bis 1970 in Betrieb war, braucht für 100 Kilometer 135 Liter Benzin. Huber sagt:

«Alle unsere historischen Fahrzeuge sind für den Verkehr zugelassen.»
Schau von 50 historischen Militärfahrzeugen auf dem Oberen Mätteli Frauenfeld.

Schau von 50 historischen Militärfahrzeugen auf dem Oberen Mätteli Frauenfeld.

Bild: Donato Caspari
Schau von 50 historischen Militärfahrzeugen auf dem Oberen Mätteli Frauenfeld.

Schau von 50 historischen Militärfahrzeugen auf dem Oberen Mätteli Frauenfeld.

Bild: Donato Caspari

Im Museum werden diese hierfür gewartet. Für jene Personen, die sich diesem Unterhalt widmen, sind die jährlichen Ausfahrten ein Höhepunkt: Sie sind die stolzen Fahrer der historischen Fahrzeuge. «Das Fahren ist aber nicht so leicht. Man muss eine Handschaltung beherrschen und wissen, dass man beim Runterschalten Zwischengas geben und beim Hochschalten zwischenkuppeln muss», sagt Huber.

Schau von 50 historischen Militärfahrzeugen auf dem Oberen Mätteli Frauenfeld.

Schau von 50 historischen Militärfahrzeugen auf dem Oberen Mätteli Frauenfeld.

Bild: Donato Caspari

Einige haben diese Fertigkeiten noch aus ihrer Armeezeit, andere müssen die Handhabung erst erlernen. Allerdings zahlen sich die Bemühungen aus, wenn man anschliessend beispielsweise einen Chevrolet Bel Air Convertible zum Ziel steuern kann. Dieser exquisite Personenwagen diente von 1962 bis 1963 dem damaligen Divisionär und späteren Generalstabchef Paul Gygli aus Frauenfeld als Dienstfahrzeug. Wer lieber mit weniger als vier Rädern fährt, kann sich auf das Motorrad Condor A 750 setzen, das mit einem Seitenwagen und einem Anhänger für eine Tankbüchse versehen ist und 1948 in Verkehr gesetzt wurde.

Schau von 50 historischen Militärfahrzeugen auf dem Oberen Mätteli Frauenfeld.

Schau von 50 historischen Militärfahrzeugen auf dem Oberen Mätteli Frauenfeld.

Bild: Donato Caspari

Fasziniert steht der siebenjährige Andrin vor einem Truppenfahrzeug. Er ist mit seinem Vater Cornel Suhner mit einem historischen Militärlastwagen aus dem Saurer Museum angereist. Suhner sagt:

Schau von 50 historischen Militärfahrzeugen auf dem Oberen Mätteli Frauenfeld.

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Bild: Donato Caspari
«Es ist eindrücklich, einen Korso von 50 historischen Armeefahrzeugen anrollen zu sehen – das wollte ich meinem Sohn zeigen.»

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