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Ständerat Eberles Plädoyer für den Gemeinnutz am Untersee

In Steckborn war Roland Eberle möglicherweise zum letzten Mal als 1.August-Redner zu hören. Er sprach über Demut und direkte Demokratie.
Mathias Frei
Ständerat Roland Eberle im Festzelt auf der Steckborner Seeschulhaus-Wiese. (Bild: Mathias Frei)

Ständerat Roland Eberle im Festzelt auf der Steckborner Seeschulhaus-Wiese. (Bild: Mathias Frei)

Am Untersee ist der Anfang und das Ende. Das gilt zumindest für Roland Eberles 1.August-Reden in seinen Ständeratsjahren. 2011 schaffte der Weinfelder die Wahl nach Bundesbern in die kleine Kammer. Und in demselben Jahr sprach er erstmals an der Steckborner Bundesfeier.

«Ich war mir damals nicht sicher, ob man mich jemals wieder als Redner nach Steckborn einladen würde.»

Zwei Legislaturen später ist Eberles selbst gewähltes Ende als Ständerat nah – und er spricht ein zweites Mal im Unterseestädtchen. Dass ihm Ansprachen an Bundesfeiern keine Last sind, sondern, wie er selber sagt, vielmehr eine lustvolle Art der Reflexion, gewissermassen eine Aktualisierung der eigenen Haltung, erlebt die Besucherschaft im Festzelt auf der Seeschulhaus-Wiese. Eberles Gedanken sind so luzid, wie die Gaienhofer Bürgerkapelle schmissig unterhält.

Die Nation als Schicksalsgemeinschaft

Eberle fordert das Bekenntnis ein zur «res publica», aus dem Lateinischen übersetzt also zur öffentlichen Sache. Diese öffentliche Sache gebe es genau so lange, «wie wir uns dazu bekennen». Man sei als Nation eine Art Schicksalsgemeinschaft. Dass die Schweiz seit langem von grossen Schicksalsschlägen verschont geblieben sei:

«Selbstverständlich ist das nicht.»

Menschen müssten sich etwas bedeuten. Gesellschaftspolitisch sei es in der Schweiz gelungen, die Balance zu halten zwischen individuellen Ansprüchen an den Staat und den Bedürfnissen des Gemeinwesens. Die vier Erfolgsfaktoren, die Eberle für die lang anhaltende Stabilität in der Schweiz ausmacht, sind die direkte Demokratie, der Föderalismus, das Milizprinzip und die Neutralität.

«Politiker sollten mehr Demut beweisen»

Zu demokratischen Volksentscheiden etwa meint Eberle selbstkritisch: «Hier sollten wir Politiker mehr Demut beweisen und nicht ständig meinen, wir wüssten es besser.» Aber auch den schweizerischen Eigensinn und die Selbstbestimmtheit hält er für wichtige Werte. Möglicherweise hat man in Steckborn Eberle zum letzten Mal an einer Bundesfeier reden gehört. Er selber sagt:

«Ich gehe davon aus, dass ein Ende finden wird mit den 1.August-Reden.»

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