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«Handlungsbedarf bei der Kommunikation ist dringend» – deshalb verfasst die Kommission einen Zwischenbericht zur PH Thurgau

Die Geschäftsprüfungs- und Finanzkommission hat einen ersten Zwischenbericht zu den Unruhen an der Pädagogischen Hochschule nach der Freistellung des Vize-Rektors verfasst. Sie sieht dringenden Handlungsbedarf bei der Kommunikation.
Larissa Flammer
Die Pädagogische Hochschule Thurgau (PHTG) in Kreuzlingen. (Bild: Reto Martin)

Die Pädagogische Hochschule Thurgau (PHTG) in Kreuzlingen. (Bild: Reto Martin)

Mit Rektorin Priska Sieber hat die Geschäftsprüfungs- und Finanzkommission (GFK) noch nicht gesprochen. Und an den Hochschulrat hat sie am Montag erst ergänzende Fragen geschickt. Trotzdem legt die GFK der Thurgauer Regierung einen ersten Kurzbericht zur Krise an der Pädagogischen Hochschule Thurgau (PHTG) vor.

Dieser enthält Empfehlungen für das weitere regierungsrätliche Vorgehen. In einer Medienmitteilung von Montag heisst es:

«Die GFK betrachtet die aktuelle Situation an der PHTG als heikel und sieht insbesondere kommunikativ dringenden Handlungsbedarf.»

Balance zwischen Vorgaben und kreativem Freiraum

Vergangenen November stellte der Hochschulrat Prorektor Matthias Begemann per sofort frei. Die Freistellung ist rechtskräftig, weshalb die GFK sich nicht mit der Frage beschäftigt, ob sie angebracht war.

Dominik Diezi, Vizepräsident GFK, CVP-Kantonsrat (Stachen). (Bild: Donato Caspari)

Dominik Diezi, Vizepräsident GFK, CVP-Kantonsrat (Stachen). (Bild: Donato Caspari)

Allerdings hat die Freistellung einen Grundkonflikt in der Hochschulleitung an die Öffentlichkeit gebracht. Offenbar herrscht Uneinigkeit über die richtige Balance zwischen klaren Vorgaben einerseits, deren Einhaltung auch kontrolliert wird, und dem kreativen Freiraum für leitende Angestellte andererseits. Es sei nicht klar, was erlaubt sei und was nicht, sagt GFK-Vizepräsident Dominik Diezi. «Wenn die Leute Angst haben, ist das heikel.»

Begemann entbindet PH von Persönlichkeitsschutz

Das zweite Problem sind die nach wie vor offenen Fragen zum Freistellungsentscheid. Das führe zu grosser Unsicherheit. In der Medienmitteilung heisst es:

«Eine Kultur des gegenseitigen Vertrauens ist wieder aufzubauen, ansonsten droht ein dauerhafter Verlust an personellem Knowhow.»

Mit Begemann hat die GFK gesprochen, auch den Hochschulrat hat sie angehört sowie alle relevanten Akten eingesehen. Der ehemalige Prorektor habe gegenüber der Kommission alle ihn betreffenden Informationen für die Öffentlichkeit freigegeben, damit man offen kommunizieren könne. Diezi sagt: «Bisher hat der Hochschulrat dies mit Verweis auf den Persönlichkeitsschutz nicht getan.» Aus Sicht der GFK wäre Transparenz wichtig. Der Regierungsrat müsse nun abklären, wie es weitergehe.

Selbstkritische Reflexion gefordert

Innerhalb von drei Monaten erwartet die GFK einen Zwischenbericht des Regierungsrats. Er hat bekannt gegeben, seine aufsichtsrechtliche Begleitung der PHTG intensivieren zu wollen. Die GFK entscheidet über allfällige weitere Schritte, sobald sie über die genauen Absichten der Regierung informiert worden ist.

Die Kommission formuliert vier priorisierte Empfehlungen an den Regierungsrat:

  1. Die aufgeworfenen und zum Teil noch offenen Fragen der Mitarbeitenden und Studierenden im Zusammenhang mit der Freistellung von Matthias Begemann sind raschmöglichst so transparent wie möglich vor Ort zu klären beziehungsweise zu beantworten.
  2. Die verschiedenen Gremien beziehungsweise Akteure sind vor Ort zeitnah über das weitere Vorgehen zu informieren.
  3. Im Rahmen der laufenden Organisationsentwicklung ist die interne Organisations- und Kommunikationsstruktur der PHTG (inklusive Führungsgrundsätze) zu überprüfen.
  4. Der Freistellungsprozess sollte durch den Hochschulrat und die Hochschulleitung im Hinblick auf die Zukunft selbstkritisch reflektiert werden.

«Aus Sicht der GFK steht einiges auf dem Spiel», heisst es in der Mitteilung. Damit die Akkreditierung der PHTG erneuert wird und der Thurgauer Weg in der Lehrerausbildung fortgeführt werden kann, ist es wichtig, dass wieder in Ruhe gelehrt und geforscht werden kann.

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