Pflege von Angehörigen ist ein Wechselbad der Gefühle - Das Palliative Care Forum Untersee und Rhein spricht darüber

Das Palliative Care Forum Untersee und Rhein hat unter dem Titel «Seele in Not – Unterstützung von Angehörigen» zu einer Veranstaltung geladen. Es ging um den Alltag von pflegenden Angehörigen.

Peter Spirig
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Bettina Hitz-Bovey gab als Betroffene Einblick in den Alltag einer pflegenden Angehörigen.

Bettina Hitz-Bovey gab als Betroffene Einblick in den Alltag einer pflegenden Angehörigen.

(Bild: PD)

Darüber spricht man nicht gern: über Angehörige, die daheim ihre Liebsten pflegen. Das Palliative Care Forum Untersee und Rhein hatte zu einer Veranstaltung mit dem Titel «Seele in Not – Unterstützung von Angehörigen» ins Kirchgemeindehaus Stein am Rhein Burg geladen.

Andreas Egli, Seelsorge Kantonsspital Schaffhausen.

Andreas Egli, Seelsorge Kantonsspital Schaffhausen.

(Bild: PD/Walter De Ventura)

Als Referent wurde am Mittwochabend Andreas Egli von der Seelsorge am Kantonsspital Schaffhausen begrüsst. Er machte sich im ersten Teil Gedanken zum Thema und führte danach ein Gespräch mit Bettina Hitz-Bovey, Betroffene und ehemalige Sozialdiakonin aus Stein am Rhein. Sie erwähnte etwa, dass eine Tagesbetreuung, die sie in Anspruch genommen hatte, wertvoll, aber teuer war:

«Daran zahlen Krankenkassen nichts.»

Pflegende Angehörige ziehen sich zurück

Im Laufe des Abends wurde den Interessierten vor Augen geführt, dass sich pflegende Angehörige vermehrt aus dem sozialen Leben zurückziehen, dass gute Freunde wichtig sind und dass irgendwann der Zeitpunkt kommt, an dem Schritte zu neuen Lösungen gesucht werden müssen.

Wichtig sei, dass es Leute gebe, welche die Anliegen der Angehörigen und der pflegebedürftigen Personen wahrnehmen. Gewisse Situation könnten bei Pflegenden «die Seele in Not bringen» – als ein Wechselbad der Gefühle, schwankend zwischen Liebe und Hass.

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