Ein überraschender Abgang: Peter Bühler verlässt die Raiffeisen Aadorf

Der langjährige Direktor der Raiffeisenbank Aadorf, Peter Bühler, hat sich laut einer Medienmitteilung des Verwaltungsrates entschieden, die Genossenschaft zu verlassen.

Olaf Kühne
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Der langjährige Aadorfer Raiffeisendirektor Peter Bühler präsentiert 2015 die Festschrift zum 100-jährigen Bestehen der Genossenschaft. (Archivbild: Olaf Kühne)

Der langjährige Aadorfer Raiffeisendirektor Peter Bühler präsentiert 2015 die Festschrift zum 100-jährigen Bestehen der Genossenschaft. (Archivbild: Olaf Kühne)

Peter Bühler ist Raiffeisen. Eine Gleichung, die im Hinterthurgau durchaus so absolut gesetzt werden darf. Kaum einer identifiziert sich derart mit dem Traditionsunternehmen wie der langjährige Direktor der Raiffeisengenossenschaft Aadorf. Ob Generalversammlungen im Zirkuszelt oder Auftritte an lokalen Gewerbemessen – Peter Bühler trägt seine rote Krawatte und personifiziert die Bank wie kein Zweiter, lässt kaum eine Gelegenheit aus, vom Genossenschaftsgedanken zu schwärmen. 27 Jahre lang. Doch Ende August ist Schluss.

«Ich danke Peter Bühler für seinen ausserordentlichen Einsatz als Vorsitzender der Bankleitung der Raiffeisenbank Aadorf.»

Überraschend erreichte unsere Zeitung am Donnerstag die Medienmitteilung des Verwaltungsrates der Genossenschaft. Deren Titel lautet: «Peter Bühler, Vorsitzender der Bankleitung der Raiffeisenbank Aadorf, hat sich entschieden, das Unternehmen zu verlassen.» Weiter bedauert der Verwaltungsrat in seiner Mitteilung Bühlers Entscheid sehr. Und Verwaltungsratspräsident Frank Gössi lässt sich zitieren: «Ich danke Peter Bühler für seinen ausserordentlichen Einsatz als Vorsitzender der Bankleitung der Raiffeisenbank Aadorf.» Bühler habe in den vergangenen 27 Jahren «als profilierte und hochgeschätzte Persönlichkeit» ganz entscheidend zum Erfolg der Raiffeisenbank Aadorf beigetragen.

Verwaltungsratspräsident Gössi bestätigt auf Nachfrage: «Wir bedauern Peter Bühlers Abgang sehr und wir hätten uns über eine weitere Zusammenarbeit mit ihm als Bankleiter gefreut.» Weiter meint Gössi, dass die Kündigung Bühlers persönlicher Entscheid sei, und er aus arbeitsrechtlichen Gründen nicht mehr sagen könne, da der Schutz der Privatsphäre des Arbeitnehmers zu respektieren sei.

«Der Verwaltungsrat und ich waren in wichtigen Fragen nicht mehr auf derselben Spur.»

Etwas konkreter äussert sich Peter Bühler im Gespräch mit unserer Zeitung. «Der Verwaltungsrat und ich waren in wichtigen Fragen nicht mehr auf derselben Spur», sagt er. «Und ich liebe Raiffeisen zu sehr, um dar­aus einen das Unternehmen belastenden Konflikt entstehen zu lassen.» Der Entscheid sei lange gereift, erklärt der Ettenhauser weiter. «Der Prozess war aber schon schmerzhaft.»

Von 90 Millionen auf 1,2 Milliarden

Mit Bühlers Abgang verliert die Raiffeisen Aadorf einen langjährigen Kadermitarbeiter. 1992, im Alter von 28 Jahren, übernahm Bühler die Direktion der Bank. Unter seiner Ägide wuchs die Bilanzsumme der Aadorfer Genossenschaft von 90 Millionen auf 1,2 Milliarden Franken. Aus einst 5 wurden 35 Mitarbeitende, zum Hauptsitz in Aadorf gesellten sich Geschäftsstellen in Elgg und Wiesendangen. Wie es für ihn beruflich weitergeht, weiss Bühler indes noch nicht. «Ich bin der Typ, der erst das Alte regelt, bevor er etwas Neues anreisst.»

Bühler ist nun noch bis Ende August für die Raiffeisen Aadorf tätig. «Patrick Müller wird als stellvertretender Vorsitzender der Bankleitung die operative Leitung der Bank interimistisch per 1. September übernehmen», schreibt der Verwaltungsrat hierzu in seiner Medienmitteilung.