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Peter Bichsel kommt ohne Frau Blum nach Frauenfeld

Zweimal kommt der Solothurner Schriftsteller in die Stadt. Einmal lässt er sich durch Schauspieler Manuel Löwensberg vertreten, dann aber ist er live zu erleben.
Dieter Langhart
Peter Bichsel am Literaturfestival Leukerbad 2003. (Bild: Dieter Langhart)

Peter Bichsel am Literaturfestival Leukerbad 2003. (Bild: Dieter Langhart)

Eigentlich möchte nicht nur Frau Blum den Milchmann kennenlernen, eigentlich möchte jeder von uns einmal Peter Bichsel kennenlernen. Kommenden Montag ist die Gelegenheit – dann taucht der vielleicht bekannteste Schriftsteller der Schweiz in Frauenfeld auf, und todsicher trägt er sein Gilet. Doch er wird nicht aus «Eigentlich möchte Frau Blum den Milchmann kennenlernen» lesen.

Bezeichnet sich selber als Sozialist

Mit diesen Miniaturgeschichten ist Bichsel schlagartig berühmt geworden. 1964 war das und acht, neun Jahre später auch meine Deutschlektüre am Gymi. Seither liebe ich die Geschichten des Solothurners, der sich als Sozialist bezeichnet, Bahnhofbuffets und überhaupt Bahnhöfe über alles liebt – aber nicht ganze Städte wie Paris; das hat der Filmemacher Eric Berkraut in seinem wunderbaren Porträt «Zimmer 202» gezeigt.

2003 habe ich Peter Bichsel am Literaturfestival Leukerbad lesen hören. Woraus er damals las, weiss ich gewiss nicht mehr. Weit mehr in Erinnerung geblieben ist mir aber der Abend in der Pablo-Bar, in der die Unentwegten absackten und die Denker redeten. Damals philosophierten drei starke Denker und gute Trinker bis in die Morgenstunden: der Publizist Oliver Fahrni, der Semiotiker André Vladimir Heiz und der Geschichtenerzähler Peter Bichsel. Aber zurück zum März 2019.

Welch wunderbare Frage: «Was wäre, wenn?»

Was nicht alle wissen: Peter Bichsel hat auch für Kinder geschrieben. Sieben Geschichten für grosse und kleine Kinder, für Leser, die nicht aufgehört haben zu fragen, was wäre, wenn. Für Bichsel eine der wichtigsten Fragen: «Ist die Erde wirklich rund? Warum? Und sollte ich es vielleicht mal überprüfen? Und wenn ja, warum? Und ist Lügen gesund? Und wenn ja, warum? Und kann ich Dinge erfinden, die es schon gibt? Und wenn ja,warum?»

Vier dieser Geschichten wird der Schauspieler Manuel Löwensberg morgen Freitag im Theatersaal des Eisenwerks spielen, als Erzähltheater mit dem nötigen skurrilen Humor. Für wen? Für vife Kinder ab acht und auch für die grossen Kinder unter uns. Manuel Löwensberg bringt einen Koffer mit und packt aus: Geschichten von «alten Querköpfen, Sonderlingen, Narren und schlitzohrigen Spinnern», denen die Wirklichkeit zu eng, zu grau, zu selbstverständlich ist und die sich deshalb ihre eigene erfinden. Genau so!

Am Montag darauf wird es, vielleicht, ernster. Peter Bichsel hat mit Sieglinde Geissel über Gott und die Welt geredet, ähnlich wie mit Fahrni und Heiz und mir. Ein Buch ist daraus entstanden. Genau – es heisst «Was wäre, wenn?» Darüber lässt sich reden!

Hinweis
• Fr, 15.3., 19.30 Uhr, Eisenwerk
• Mo, 18.3., 19.30 Uhr, Kantonsbibliothek

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