Unbekannte mit Messer und Schlagstock greifen in Uttwil einen Pastor einer Freikirche an

Ein Pastor ist am Sonntagabend vor seinem Haus in Uttwil attackiert worden. Er zog sich dabei leichte bis mittelschwere Verletzungen zu.

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Die Kantonspolizei Thurgau bestätigt den Vorfall. (Bild: Reto Martin)

Die Kantonspolizei Thurgau bestätigt den Vorfall. (Bild: Reto Martin)

(dh) «Heute wurde ich Opfer eines Mordanschlags vor den Augen meiner Familie», sagt Patrick Altendorfer in einem Video auf Facebook. Der Uttwiler Pastor einer Freikirche wurde auf dem Heimweg vom Gottesdienst vor der eigenen Haustüre mit Schlagstock, Pfefferspray und Messer angegriffen. Gleich nach dem Angriff startet Altendorfer blutüberströmt auf Facebook eine Liveübertragung. Kurz nach der Operation informiert er seine Anhänger auf dem Facebookprofil «Gott weiss es» mit einem weiteren Video über seinen Zustand.

Er habe viel Blut verloren und sei schwer verletzt worden, sagt er. Das Messer habe seine Niere getroffen und seine Hand sei auch verletzt. Seine Frau, sein 13-monatiger Sohn und seine 11-jährige Tochter hätten den Angriff vor der eigenen Haustüre miterlebt. «Gott hat die Eingangstür aufgemacht, damit ich mich dorthin retten kann.»

Matthias Graf, Mediensprecher der Kantonspolizei Thurgau, bestätigt die Meldung von «20 Minuten». Der Angriff sei am Sonntag um kurz nach 20 Uhr erfolgt. «Die Nachbarn alarmierten die Kantonspolizei Thurgau», sagt Graf. Die Fahndung nach der Täterschaft und die Ermittlungen laufen noch.

Anhänger von deutschem Evangelisten beschuldigt

Derweil hat Altendorfer eine konkrete Vorstellung, wer ihn angegriffen hat. Im Video prangert er «die Schergen von T. Y.». «Die haben versucht mich umzubringen», sagt Altendorfer und warnt vor T. Y. und seinen Anhängern. «Das sind keine Christen», sagt der Uttwiler und bezeichnet sie als Mörder.

T. Y. ist ein deutscher Prediger und Evangelist. Der selbsternannte Apostel leitet den christlichen Motorradklub «True Life» (Wahres Leben). Der Thurgauer und der Süddeutsche streiten sich seit Anfang Jahr vor Gericht. Altendorfer beschuldigte T. Y. in einem Video auf Youtube Frauen sexuell missbraucht zu haben, schrieb der «Blick» im März.

Es kam zum Prozess vor dem Bezirksgericht Arbon. T. Y. konnte in der Folge nichts nachgewiesen werden. Altendorfer musste einige seiner Videos löschen und darf seine Vorwürfe auf Youtube nicht mehr wiederholen.

«Es wird Blut fliessen.»

Nun läuft ein zweites Verfahren beim Bezirksgericht Arbon. Diesmal klagt T. Y. Altendorfer wegen «Verletzung der Persönlichkeit» an. Das Verfahren läuft noch. Im März hatte sich Altendorfer noch positiv gegenüber dem «Blick» geäussert: «Ich habe genügend Beweise und auch Zeugen.» Jedoch habe Altendorfer Angst um seine Familie. T. Y. habe gedroht: «Es wird Blut fliessen.»

Das zweite Video nach seiner Operation veröffentlichte Altendorfer, «weil es immer noch Leute gibt, die sagen, das sei alles Fake.» Er will sich melden, sobald es ihm besser gehe und genauer berichten.