Panne vor den Abstimmungen: Aadorfer Stimme verdoppelt

Stimmberechtigte erhielten mehrere an sie adressierte Wahlunterlagen. Die Thurgauer Gemeinde spricht von Einzelfällen.

Silvan Meile
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Nächster Abstimmungstermin ist am 9. Februar.

Nächster Abstimmungstermin ist am 9. Februar.

Bild: Jean-Christophe Bott/Key

Augen reiben am Briefkasten. Die Gemeinde schickte einer Aadorferin die Abstimmungs- und Wahlunterlagen gleich doppelt. Plötzlich hielt die Frau zwei Couverts mit identischem Inhalt für die eidgenössischen und kantonalen Abstimmungen sowie die Bezirks- und Friedensrichterwahlen vom 9. Februar in Händen.

Nur die Adressen auf den Stimmrechtsausweisen sind nicht ganz deckungsgleich. Sie unterscheiden sich um Nuancen. Auf dem zweiten Brief ist sowohl die Strassennummer als auch die Postleitzahl um eine Ziffer höher. Dennoch landeten beide Couverts am selben Tag im selben Briefkasten.

Der Fehler geschah beim Bearbeiten der Adressliste

Einzelne Einwohner hätten ihre Abstimmungsunterlagen tatsächlich doppelt oder sogar dreifach erhalten, bestätigt Aadorfs Gemeindeschreiberin Manuela Fritschi auf Anfrage. Ein Pöstler habe als erster die Gemeindeverwaltung auf eine Unregelmässigkeit aufmerksam gemacht.

Das Ausmass der zu viel verschickten Unterlagen sei aber überschaubar. Nur vier Fälle seien bekannt, beschwichtigt die Gemeindeschreiberin.

«Die betroffenen Personen sind angehalten, wenn möglich die zu viel erhaltenen Couverts vorbeizubringen.»

Der Fehler passierte auf der Gemeindeverwaltung. Bevor die Stimmrechtsausweise in einer lokalen Druckerei gedruckt werden, übermittelt ihr die Einwohnerkontrolle eine aus dem Stimmregister generierte Liste mit den Adressen sämtlicher Stimmberechtigten.

Beim Bearbeiten dieser Liste wurden offenbar einzelne Adressen dupliziert. Der Fehler sei bei der manuellen Bearbeitung passiert, erklärt Jasmin Schlumpf von den Aadorfer Einwohnerdiensten.

55 Meldungen über fehlerhafte Unterlagen

Beim Kanton sind derzeit keine weiteren Probleme aus anderen Gemeinden bekannt, sagt Ricarda Zurbuchen, Leiterin der Kanzleidienste der Staatskanzlei. Ungereimtheiten gab es jedoch bei den eidgenössischen Wahlen im vergangenen Herbst. Damals wurden in mehreren Gemeinden fehlerhafte Wahlunterlagen verschickt. Listen einzelner Parteien fehlten, andere waren in doppelter Ausführung im Couvert. Vor allem die Grünliberalen fühlten sich betrogen.

Rückblickend seien 55 Meldungen über fehlerhafte Wahlunterlagen beim Kanton eingegangen, sagt Silvana Tschudi, Leiterin der Regierungskanzlei. Bei 173 000 verschickten Wahlunterlagen noch immer eine Fehlerquote unterhalb des Promillebereichs. Der Fehler geschah beim Zusammensetzen der Wahllisten in der Druckerei.