Ostschweizer Regierungen stehen weiter für Agroscope-Standort in Tänikon zusammen - und sind gegen die Begrenzungsinitiative

Die Ostschweizer Regierungskonferenz (ORK) diskutierte an der jährlichen Plenarkonferenz auch über den Agroscope-Standort in Tänikon. Die Begrenzungsinitiative der SVP lehnt sie ab. 

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Blick auf das Agroscope-Gelände in Tänikon.

Blick auf das Agroscope-Gelände in Tänikon. 

(Bild: Olaf Kühne)

(red) Von der Begrenzungsinitiative, die am 17. Mai zur Abstimmung kommt, sei die Ostschweiz besonders betroffen. Das schreibt die Ostschweizer Regierungskonferenz (ORK) in einer Mitteilung. Die Ostschweizer Wirtschaft ist abhängig sowohl vom dualen Zulassungssystem, das sich bewährt habe, wie auch von der Personenfreizügigkeit, um qualifizierte Fachkräfte rekrutieren zu können. «Keine Region leidet so stark am Fachkräftemangel wie die Ostschweiz», schreibt die ORK.

Als überdurchschnittlich exportorientierte Region sei der Zugang zum EU-Binnenmarkt, dem wichtigsten Exportmarkt der Schweizer Wirtschaft, unverzichtbar. Zudem ist der Zugang zum europäischen Markt im Wirtschafts-, Forschungs- und Bildungsbereich für die Ostschweizer Unternehmen essenziell. All dies bewog die ORK dazu, die Initiative klar abzulehnen. Obwohl ihr laut Mitteilung bewusst sei, dass die Zuwanderung auch Probleme mit sich bringe, welche die Bevölkerung und Wirtschaft beschäftigen.

Agroscope Standorte in der Ostschweiz erhalten

Ebenso wenig einverstanden ist die ORK mit der Verlegung der Agroscope-Forschungsstandorte in die Westschweiz, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Der Thurgauer Regierungsrat Walter Schönholzer informierte über den Stand der Arbeiten zum Detailkonzept und zur Umsetzungsplanung der Reorganisation. Durch die ursprünglich geplante Verlagerung an die Standorte Posieux (FR) und Changins (VD) hätte die Ostschweiz die Nähe zur Forschung verloren.

Daher sei es für die Ostschweiz wichtig, dass die bestehenden und teilweise neuen Infrastrukturen in Reckenholz (ZH) und Tänikon in Zukunft bestmöglich genutzt werden. Neben dem Themenbereich Digitalisierung auf der Swiss Future Farm in Tänikon sei mit den Ostschweizer Kantonen und dem Schweizer Obstverband das Kompetenznetzwerk Obst und Beeren entstanden. Der Weinbau in Wädenswil sowie der Bereich Alp- und Berglandwirtschaft in Graubünden gewährleisten die Nähe zur Schweizer Landwirtschaft, deren Bruttowertschöpfung zu 75 Prozent aus der Deutschschweiz stamme. 

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