Ortsplanungsrevision
Münchwilen ökologisch aufwerten: Das sieht der Schutzplan Natur und Kultur vor

Bis Ende Dezember 2022 muss Münchwilen seine Ortsplanungsrevision abgeschlossen haben. Aktuell überarbeitet man den Schutzplan Natur und Kultur. Ein Anliegen, das scheinbar auf wenig Widerstand stösst.

Christof Lampart
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Interessierte sehen sich im Anschluss an die Informationsveranstaltung Pläne an.

Interessierte sehen sich im Anschluss an die Informationsveranstaltung Pläne an.

Bild: Christof Lampart

Die Politische Gemeinde Münchwilen lud am Mittwochabend zum Infoabend in die altehrwürdige Turnhalle Oberhofen ein, um über den aktuellen Stand und den weiteren Verlauf des Verfahrens in Sachen Ortsplanungsrevision zu informieren. Wie Gemeindepräsidentin Nadja Stricker vor knapp 20 Interessierten erklärte, gehe man seitens der Gemeinde hierbei «sehr sorgfältig und gründlich» vor. Dies sei beim eigentümerverbindlichen Schutzplan für Natur- und Kulturobjekte nicht anders gewesen.

Nadja Stricker, Gemeindepräsidentin in Münchwilen.

Nadja Stricker, Gemeindepräsidentin in Münchwilen.

Bild: Christof Lampart

Man habe die neu in Frage kommenden Schutzobjekte alle im Gemeinderat beraten und angeschaut, viele Begehungen gemacht und mit allen Besitzern von potenziellen neuen Schutzobjekten – wie zum Beispiel Hochstamm-Gärten – das Gespräch gesucht. Dabei zeigte es sich, dass von sieben zur Aufnahme in den Schutzplan vorgeschlagenen Kulturobjekten vier abgestuft werden konnten, sodass nur drei im Schutzplan landeten. Stricker sagt:

«Viele Eigentümer haben dargelegt, dass sie ihrem Objekt so oder so gut schauen werden, sich aber durch eine Aufnahme in den Schutzplan nicht einengen lassen wollen.»

Grösserer Spielraum bei Beiträgen

Die Zeit für eine Schutzplanrevision sei fällig gewesen, stammte doch der aktuelle aus dem Jahr 2012. Gewisse Objekte, die damals als schutzwürdig deklariert wurden, sind – wie ein Baum, der vom Blitz gefällt wurde – nicht mehr da. Das bestehende Naturinventar wurde sogar letztmals 1995 revidiert. Der fürs Umweltressort zuständige Gemeinderat Enrico Kämpf bestätigte die Dringlichkeit: «Das alte Reglement ist in die Jahre gekommen, und vieles hat sich völlig verändert. Wir wollten ein einfaches, verständliches Reglement und haben ein solches realisiert.» Eine konkrete Auswirkung für die Eigentümer daraus sei, dass «wir damit die Leistungsbeiträge individuell leisten können und einen grösseren Spielraum bei den Beiträgen haben».

Karin Bétrisey, Raumplanerin bei der Strittmatter Partner AG.

Karin Bétrisey, Raumplanerin bei der Strittmatter Partner AG.

Bild: Arthur Gamsa

Raumplanerin Karin Bétrisey lobte die Gemeinde Münchwilen, habe diese doch «viel mehr als nur üblich gemacht» und das Ihre dazu beigetragen, dass viele gefährdete Insekten und Tiere zukünftig in Münchwilen eine bessere Ausgangslage vorfänden. Zwar sei ein Feuchtstandort aufgrund eines besseren Hochwasserschutzes aus dem Schutzplan entlassen worden, doch konnte in anderen Bereichen wie den Trockenstandorten, Hecken, Kleingehölze oder bei den Einzelbäumen deutlich zugelegt werden. Auch bei den Hochstamm-Gärten gab es sechs Neuzugänge. Betrisey betonte, dass diese einen «hohen ökologischen Wert» besässen, aber auch einer intensiven Pflege bedürften.

Der Schutzplan Kultur umfasst nach Rücksprache und Beratung mit der kantonalen Denkmalpflege neu 64 Objekte, also drei mehr als zuvor. Unter anderem wurde auch der Bahnhof Münchwilen darin neu aufgenommen. In der Diskussion fragte jemand, wie die Gemeinde sicherstellen wolle, dass ein Eigentümer wirklich gut zum Schutzobjekt schaue. Stricker entgegnete, dass die Gemeinde nicht dazu da sei, «um Polizei zu spielen». Jedoch seien jährliche Kontrollen geplant.

«Wenn wir feststellen, dass ein Besitzer einen geschützten Baum gefällt hat, dann muss er einen Baum am gleichen Ort pflanzen.»

Einsprache bis zum 11. Oktober möglich

Wer sich die neuen Schutzpläne Kultur und Natur genauer anschauen oder vielleicht sogar eigene Anregungen einfliessen lassen möchte, hat bis zum 11. Oktober Zeit dafür. Die Pläne liegen auf der Gemeinde Münchwilen auf. Nach Ablauf der Frist werden die Schutzpläne zur kantonalen Vorprüfung eingereicht. Daran schliesst sich die Auswertung und Umsetzung der kantonalen Vorprüfung sowie die Bereinigung der Planungsunterlagen an (Pläne, Reglement und Bericht). Schliesslich erfolgt der Erlass durch den Münchwiler Gemeinderat. Danach kann während 20 Tagen Einsprache erhoben werden. Sind die etwaigen Einsprachen bereinigt worden, genehmigt der Kanton, beziehungsweise das kantonale Departement für Bau und Umwelt, die Schutzpläne.

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