Ortsplanung in Braunau erleidet Schiffbruch

Die Braunauer Stimmbürger befürchten eine Verstädterung ihres Dorfes und schicken das Geschäft an den Gemeinderat zurück.

Christoph Heer
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Die Braunauer schickten die Ortsplanungsrevision bachab. (Bild: Christoph Heer)

Die Braunauer schickten die Ortsplanungsrevision bachab. (Bild: Christoph Heer)

An der Budgetgemeindeversammlung in Braunau läuft alles nach Plan – bis Zonenplan und Baureglement zur Sprache kommen. Hierüber wird lange diskutiert, bis die direkte Demokratie wieder einmal zuschlägt. Die Sorge der Gegner; Braunau könnte zu städtisch werden.

Die letzte Revision der Ortsplanung fand bis und mit dem Jahr 2003 statt. «Und im Rahmen des üblichen Rhythmus von 10 bis 15 Jahren, bietet sich nun eine ordentliche Ortsplanungsrevision an. Dies, weil sich die Verhältnisse, im Sinne des Bundesgesetzes über die Raumplanung, in verschiedener Hinsicht verändert haben», sagte Gemeindepräsident David Zimmermann.

Er hat sich mit seiner fünfköpfigen Planungskommission damit auseinandergesetzt. Zimmermann erörtert dem 77 anwesenden Stimmbürgern die Einzelheiten des neuen Zonenplans und des Baureglements, stösst jedoch auf Widerstand. Ein Architekt sagte: 

«Dieses Baureglement enthält ein städtisches Gedankengut. Insbesondere unser Dorfzentrum hätte nicht mehr viel mit Ländlichkeit zu tun, man schiesst einfach über das Ziel hinaus.»

Er kritisiert im Speziellen, das Häuser künftig drei statt nur zwei Geschosse haben können. Aber auch die Abstände innerhalb des Wohnraums und die Grenzabstände würden so verringert, dass man sich schnell in einer Stadt wähne. Unterstützung bekommt der Votant von weiteren Stimmberechtigten, offensichtlich gut vorbereitet und in die Materie eingelesen, übernehmen sie das Wort.

Ortsbild weniger wichtig als Interessen Einzelner?

Mit Bildmaterial macht sich eine Stimmberechtigte auf, Unentschlossene für eine Ablehnung zu überzeugen. «Der Schutz unseres Ortsbildes wird doch wohl höher eingestuft, als das Interesse von Einzelpersonen? Wollen wir in Braunau weiterhin ein harmonisches, dörfliches Ortsbild, oder lassen wir zu, dass beliebige Wohnblocks gebaut werden.»

Gemeindepräsident David Zimmermann hat einen schweren Stand. (Bild: Christoph Heer)

Gemeindepräsident David Zimmermann hat einen schweren Stand. (Bild: Christoph Heer)

Der Gemeinderat soll die Bedürfnisse der Bevölkerung ernst nehmen und noch einmal über die Bücher gehen, fordert die Votantin. Die geheime Abstimmung spricht klare Sprache: 46 Stimmbürger lehnen den Zonenplan und das Baureglement ab, während auf 30 Stimmzettel ein Ja stand. Der mit 19 Jahren wohl jüngste anwesende Stimmbürger, sagte zuvor noch, dass Braunau dank der neuen Ortsplanung eine grosse Chance bekomme, gestärkt in die Zukunft zu gehen. «Bei einer Zustimmung kämen mehr Familien hierher, was mehrere Vorteile mit sich bringen würde», seine Intervention blieb erfolglos.

Wenig bis gar nicht gaben dagegen das Budget 2020 und die Finanzplanung 2021 bis 2023 zu reden. So rechnet das Budget 2020 bei einem Aufwand von 2,6 Millionen Franken mit einem Defizit von 268580 Franken.

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Christof Lampart