Die Isliker Ortsdurchfahrt steht auf Grün

Die Gachnanger bewilligen die Investitionen für Sanierung und Umgestaltung der Isliker Hauptstrasse.

Stefan HIlzinger
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Ein Stimmenzähler sammelt die Stimmzettel für die beiden Einbürgerungsgesuch ein.

Ein Stimmenzähler sammelt die Stimmzettel für die beiden Einbürgerungsgesuch ein. 

(Bild: Stefan Hilzinger)

Letztlich gab es dann doch noch eine kritische Äusserung an der Gachnanger Budgetversammlung am Donnerstagabend. «Ich bin mir nicht sicher, ob der Nutzen wirklich gegeben ist», sagte alt Kantonsrätin Liselotte Peter aus Kefikon und Stimmbürgerin von Gachnang zum Betriebs- und Gestaltungskonzept für die Ortsdurchfahrt Islikon. Ob wirklich alle der Meinungen seien, dass mit dem Projekt die Sicherheit an der Isliker Hauptstrasse erhöht werde?, fragte sie in die Runde, worauf aber niemand der 117 Stimmbürgerinnen und Stimmbürger das Wort ergriff.

Das tat dann Gemeindepräsident Roger Jung. Das ganze Projekt erläutern wollte er nicht mehr, dazu habe die Gemeinde ja den Info-Anlass veranstaltet, aber er bekräftigte nochmals, dass das Projekt vom Kanton nach den neuesten sicherheitstechnischen Erkenntnissen sowie Normen und in Zusammenarbeit mit der Gemeinde entwickelt worden sei.

Gemeinderat Matthias Keller, zuständig für den Tiefbau, sagte zudem, dass im weiteren Verlauf des Projektes noch Detailfragen geklärt werden können, wie etwa jene, ob grosse Landmaschinen noch durch die Ortsdurchfahrt passen.

Umsetzung ab dem Jahr 2023

Schliesslich sagten die Stimmberechtigten bei drei Nein-Stimmen und einer Enthaltung deutlich Ja zum Budget 2020, das eben auch die Investitionen für die neue Isliker Ortsdurchfahrt umfasst – einschliesslich Werkleitungen gegen vier Millionen Franken. Der Kanton Thurgau als Bauherr hat vor, die Sanierung und Umgestaltung der Ortsdurchfahrt ab dem Jahr 2023 umzusetzen.

Die Schule plant einen Kinderhort

Noch vor der politischen Gemeinde (siehe links) befanden die Gachnanger Schulbürger über den Voranschlag 2020. Bei unverändertem Steuerfuss von 62 Prozent rechnet die Behörde mit einem Überschuss von 392'000 Franken. Weitere 400'000 Franken sollen in den Fond für Baufolgekosten zu Gunsten des Neubaus in Islikon gelegt werden. Der Gesamtaufwand beträgt rund 6,5 Millionen Franken. Die 117 Stimmberechtigten genehmigten das Budget einstimmig.
Im Zuge des stetigen Wachstums der Schulgemeinde und im Rahmen des Neubaus in Islikon plant die Schulgemeinde, ab Schuljahr 2020/21 in Islikon eine Tagesstruktur anzubieten. Geplant ist laut Schulpräsident Sven Bürgi ein Hort für Kindergärtler und Schulkinder mit vier Betreuungsblöcken zwischen 6.45 und 18.30 Uhr. Das Angebot soll berufstätige Eltern entlasten und auch die Integration von Kindern fördern. Die Gemeinde will sich an den Kosten des Horts beteiligen. Vorerst wird der Hort in den Räumen des alten Isliker Schulhauses eingerichtet. Die neue Schulanlage sollte laut Bürgi im Sommer 2020 betriebsbereit sein. (hil)

Der Gemeinderat rechnet bei einem Gesamtaufwand von knapp 14 Millionen Franken mit einem Defizit von 201'000 Franken. Laut Finanzverwalter Christian de Miguel ist der Verlust angesichts des Bilanzüberschusses von mehr als zehn Millionen Franken gut zu verkraften. Der Steuerfuss bleibt bei 42 Prozent. Laut Finanzplan dürfte das auch in den nächsten Jahren so sein. Zwar wächst die Gemeinde nicht mehr so stark wie in der Vergangenheit, doch Steuerkraft und Steuersubstrat seien solide. Nach den 2020 überdurchschnittlich hohen Investition gingen diese in den Folgejahren wieder zurück.

Abgebrannte Gachnanger Trafostation ist ersetzt

Gemeinderat Karl Ringenbach informierte, dass die mutmasslich nach einem Blitzeinschlag ausgebrannte Trafostation in Gachnang durch eine neue ersetzt worden sei. «Kostenpunkt 85'000 Franken, doch zum Glück ein Versicherungsfall», sagte Ringenbach. Um ein Blackout wie nach dem Trafobrand künftig zu verhindern, werden die Trafos im Dorf zu einem Ring verbunden, was andernorts in der Gemeinde schon der Fall sei, sagte Werkevorsteher Ringenbach.

Die Gachnanger Stimmbürger hatten ausser dem Budget über zwei Einbürgerungen zu befinden. Ein russischer Staatsbürger und eine fünfköpfige Familie aus Deutschland schafften die Hürde ins helvetische Bürgerrecht mit grossem Mehr.