Orientierungslauf
Nach anderthalb Jahren Pause: Martin und Daniel Hubmann erleben wieder das echte Wettkampfgefühl

Die Hinterthurgauer Orientierungsläufer Daniel und Martin Hubmann kamen am vergangenen Wochenende in Italien zu ersten internationalen Vergleichen während der Coronapandemie. Die Rennen absolvierten sie mit Bravour.

Jörg Greb
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Martin Hubmann (links) und sein Bruder Daniel standen am Wochenende wieder einmal unter Erfolgsdruck.

Martin Hubmann (links) und sein Bruder Daniel standen am Wochenende wieder einmal unter Erfolgsdruck.

Bild: zvg

In früheren Jahren hätte der Anlass irgendwo zwischen Verona und Venedig kaum bewegt. In Pandemiezeiten aber freuen sich auch die Orientierungsläufer über wenig. Die Mediterranean Orienteering Championships in Lonigo und Montecchio sorgten am Wochenende für einen ersten internationalen Vergleich seit mehr als anderthalb Jahren. Der 37-jährige Routinier Daniel Hubmann mit seinen acht Weltmeistertiteln und sein 31-jähriger Bruder Martin demonstrierten, dass sie das OL-Handwerk trotz Coronapause noch beherrschen.

Daniel Hubmann gewann das erste der beiden Sprintrennen in der italienischen Region Veneto gegen eine international beachtliche Konkurrenz souverän. Im Zweiten unterliefen ihm mehrere kleine Fehler, sodass er sich mit Rang fünf begnügen musste. Im Gesamtklassement musste der Thurgauer somit einzig Teamkollege Joey Hadorn (zweimal Zweiter) den Vortritt lassen. Und auch Martin Hubmann präsentierte sich überzeugend: als Gesamtdritter und mit Rängen drei und sechs in den einzelnen Prüfungen.

Kein Vergleich zu einem Training

«Es war wertvoll und schön, wieder einmal richtige Wettkampfpraxis zu erleben», sagten Daniel und Martin Hubmann übereinstimmend. Die Anreise, der Anlass, das Ambiente, der Druck, die Nervosität – all das sorgte für das so lange vermisste Wettkampfgefühl. Und der Umgang mit diesen Faktoren glückte. Routinier Daniel Hubmann sprach von «einem soliden Wochenende, das mir zeigt, dass ich mich auf dem richtigen Weg befinde». Sein Bruder Martin betonte, wie «wichtig es ist, die Abläufe im Wettkampftempo und nicht im Training oder einem Pseudorennen zu testen». Auch er sieht sich durch die Resultate bestätigt.

Bedeutend ist die Standortbestimmung, weil die Europameisterschaften in den Sprintdisziplinen in Neuenburg bereits in weniger als zwei Monaten anstehen. Erschwert wird das Ganze, als dass praktisch keine Wettkämpfe bis zu diesem Zeitpunkt im Kalender zu finden sind. Deshalb passt es, wenn beide Hubmanns bilanzieren: «Die Richtung stimmt, wir sind bei den Leuten.» Klar ist ihnen aber auch, dass «die Formkurve nach guten Wintermonaten ohne Krankheit und Verletzung weiter ansteigen muss.»

Familieninterne Hierarchie bleibt das Thema

Und ein Zusatzfaktor bleibt bei den Thurgauer OL-Brüdern die familieninterne Hierarchie. Martin Hubmann sagt: «Im Herbst bestätigte ich mit meinem Schweizer-Meister-Titel den Schritt nach vorne. Nun verfehlte ich eine erneute Klassierung vor Daniel.» Diese besondere Rivalität wurde in Italien auch wiederbelebt.