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Operette Sirnach ist mit ihren Zuschauerzahlen auf Kurs

Die Operette «Ball im Savoy» von Paul Abraham wird selten gespielt.
Kein Wunder lockt sie viel Fachpublikum an: nämlich die Mitglieder der Schweizerischen Musiktheatervereinigung.
Christof Lampart
Der Präsident der Operette Sirnach, Otto Noger (rechts), begrüsst die Mitglieder der Schweizerischen Musiktheatervereinigung auf der Bühne im Dreitannensaal. (Bild: Christof Lampart)

Der Präsident der Operette Sirnach, Otto Noger (rechts), begrüsst die Mitglieder der Schweizerischen Musiktheatervereinigung auf der Bühne im Dreitannensaal. (Bild: Christof Lampart)

Nicht weniger als 35 Personen von neun Theatergesellschaften – von Arth bis Root – fanden den Weg ins Tannzapfenland, wo sie gut eine Stunde vor der Aufführung durch den Präsidenten der Operette Sirnach, Otto Noger, begrüsst wurden. Und zwar stilgerecht auf der Bühne. «Die Leute haben das Stück positiv aufgenommen und ich hoffe, dass auch ihr den ‹Ball im Savoy› geniessen werdet», sagte Noger einleitend.

Klar, fand auch der Präsident der Musiktheatervereinigung, Peter Eichenberger, Beinwil am See, darauf eine passende Antwort: «Es ist immer schön einmal ein eher unbekanntes Werk erleben zu dürfen; vor allem, wenn man den Kolleginnen und Kollegen ein wenig über die Schulter schauen darf und miterleben kann, wie sie es machen», so Eichenberger.

Lokale Beteiligung schwindet

Auf die Willkommensworte folgte ein Rundgang hinter den Kulissen und durch die Garderoben, welcher beim Apéro im Theaterrestaurant «Chez Robert» endete. Klar, dass da viel über die eigenen Pläne und Projekte, aber auch über die ganz konkreten Schwierigkeiten des modernen Theatermachens geredet wurde.

Eines, was anscheinend viele Operettenbühnen betrifft, ist das langsam aber sicher wegsterbende, typische Operetten-Publikum. Denn die Operette war das Musical des 19. Jahrhunderts und verlor spätestens Mitte des 20. Jahrhunderts den Kampf um die Publikumsgunst gegen ebendieses. Trotzdem konnten und können sich viele Liebhaberbühnen noch halten. Dies vor allem wegen ihrer starken regionalen Verwurzelung.

Doch wo früher die grossen Operetten wie die «Fledermaus» oder der «Bettelstudent» fast nur mit Einheimischen besetzt wurden, macht heute das Zeitalter der Globalisierung auch nicht vor den lokalen Bühnen halt. «Das ist tatsächlich ein grosses Problem. Wir Theater haben immer mehr Mühe, die lokale Verankerung beizubehalten», erklärt Hansjörg Brun von der Fricktaler Bühne. «Früher sind viele Zuschauer gekommen, weil die Kollegen in der Produktion mitmachten und das sonstige Freizeitangebot überschaubar war. Dem ist heute nicht mehr so.»

Interesse am Sirnacher Orchestergraben

Dieses Problem kennt Joe Vogel nicht, der bei der Theatergesellschaft Entlebuch als Chef der Technik arbeitet: «Wir achten sehr darauf, dass möglichst alle Rollen mit Einheimischen besetzt werden. Oder, dass wir einen Kinderchor aus der Region auftreten lassen.»

Viel grössere Probleme bereitet den Entlebuchern der Umstand, dass der Fortbestand der bisherigen Spielstätte nicht gesichert und ein neuer Aufführungsort noch nicht in Aussicht ist. Und sollte es doch noch zu einem Neubau kommen, dann würde dieser wohl aus Spargründen ohne Orchestergraben gebaut werden. Deshalb interessiert sich Vogel auch so sehr für die Sirnacher Lösung, welche ebenerdig daherkommt. «Der Ansatz hier ist interessant, doch brauchen wir für unsere Bedürfnisse deutlich mehr Platz fürs Orchester», so Vogel halb anerkennend, halb enttäuscht.

Auswärtige erschliessen ein neues Publikum

Dass man in Sirnach immer mehr Auswärtige, mal aus Zürich, mal aus Deutschland, für die grossen Rollen beschäftigt, sieht Otto Noger sogar eher als Vor- denn als Nachteil: «Natürlich ist es schön, wenn Einheimische auf der Bühne stehen. Aber durch Auswärtige erschliessen wir uns auch einen grösseren Kreis ausserhalb der Region. Und das ist heute, wo es so viele Möglichkeiten gibt, seine Freizeit zu verbringen, sicherlich kein Nachteil», so Noger. Für die laufende Produktion sei man auf jeden Fall im Soll: «So wie es jetzt läuft, sollten wir auf elf- bis zwölftausend Zuschauer kommen, womit wir ganz zufrieden wären», wagte Noger einen Ausblick.

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