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Open Air Frauenfeld schliesst mit einem Rekord ab

Das grösste Hip-Hop-Festival Europas ist Geschichte. Weil ausverkauft, tummelten sich täglich 50'000 Besucherinnen und Besucher auf der Grossen Allmend. Der Veranstalter vermeldet ein Rekordergebnis und bemüht sich, weiterhin attraktiv zu bleiben.
Samuel Koch
In Scharen verlassen die Festivalbesucher mit Sack und Pack die Grosse Allmend. (Bild: Reto Martin)

In Scharen verlassen die Festivalbesucher mit Sack und Pack die Grosse Allmend. (Bild: Reto Martin)

Was als Höhepunkt des Open Airs Frauenfeld 2018 zurückbleibt, ist klar. US-Rapper Eminem kehrte in der Nacht auf Samstag zurück auf die Bühne der Grossen Allmend und verzückte 50'000 Besucherinnen und Besucher. Begeistert vom Auftritt Eminems und vom diesjährigen Festival ist auch der Veranstalter. «Alles ist positiv, wir schliessen mit einem Rekordergebnis ab», sagt Mediensprecher Joachim Bodmer. Erstmals überhaupt vermeldete der Veranstalter schon Monate vor dem Festival, dass es ausverkauft sein wird. Somit befanden sich seit vergangenem Donnerstag täglich 50'000 Hip-Hop-Fans auf der Allmend, 180'000 Tickets hat der Veranstalter schon im Vorfeld verkauft. Grössere Zwischenfälle gab es keine. «Es war eine friedliche und gute Stimmung», meint Bodmer.

Trotz Rekordergebnis sieht der Veranstalter noch Steigerungspotenzial. «Wir wollten uns nicht in erster Linie wirtschaftlich steigern, sondern spannend, interessant und attraktiv bleiben», sagt er. Das sei mit dem musikalischen Angebot mit insgesamt 51 Acts unter anderem mit Eminem, Migos, J. Cole oder Sido & Kool Savas gelungen. Zudem konnten die meisten Konzerte übers Internet für jedermann frei zugänglich und live angeschaut werden. «Das ist der Beteiligung von Live Nation zu verdanken», sagt Bodmer. Der US-Unterhaltungskonzern kaufte kurz nach dem Festival vom Vorjahr die Aktienmehrheit der organisierenden Frauenfelder First Event AG um Verwaltungsratspräsident Wolfgang Sahli. «Live Nation hat uns immer gesagt, dass wir so weitermachen sollen wie bisher», sagt Bodmer. Das diesjährige Rekordfestival beweise, dass dieser Schritt der richtige gewesen sei.

Kleinere Probleme beim bargeldlosen Bezahlsystem

Gross verändern will der Veranstalter seine Strategie nicht. Klar sei die Kapazitätsgrenze auf dem Gelände der Grossen Allmend erreicht. «Die Frage nach einem anderen Standort stellt sich für uns nicht», sagt Bodmer. Ebenso wenig gebe es Überlegungen, in Frauenfeld jährlich ein zweites Open Air zu organisieren. «Nicht in Frauenfeld», meint Bodmer. Weitere Kommentare dazu gibt es nicht. Auch nicht zum Thema Abfall. «Das ist zum jetzigen Zeitpunkt viel zu früh», sagt er.

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Der grosse Exodus nach dem Open Air Frauenfeld

Auf dieses Jahr neu eingeführt hat der Veranstalter das bargeldose Bezahlsystem Cashless. Das habe bis auf kleinere technische Probleme gut funktioniert. «Für den Festivalbesucher war das aber nicht sichtbar», sagt Bodmer. Gegen das Problem der Schwarzmarkttickets bleibt der Veranstalter machtlos. «Das gibt es jedes Jahr, leider fallen immer noch viele darauf rein», sagt er. Wie viele Besucher mit gefälschten Tickets am Eingang standen, sagt er nicht. «In Zukunft könnten aber die Tickets allenfalls personalisiert werden, wie etwa beim OpenAir St. Gallen», sagt Bodmer. Definitiv entschieden ist aber noch nichts. Ebenso wenig bekannt ist, wer nächstes Jahr vom 11. bis 13. Juli als Höhepunkt auf der Bühne stehen wird.

«Der Boden musste leiden, aber nicht wie im Schlammjahr»

«Sehr positiv überrascht» zeigt sich Joggi Rieder, ökologischer Fachberater für die Armasuisse, welche als Grundeigentümerin den Boden fürs Open Air zur Verfügung stellt. «Wir haben uns lange Zeit wie auf Nadeln gefühlt, weil man erstmals lange im Vorfeld wusste, dass die Kapazitätsgrenze der Allmend mit den täglich 50000 Besuchern erreicht wird», sagt Rieder. Kurz vor dem Festival teilte der Veranstalter mit, dass es heuer für die Festivalbesucher erstmals untersagt ist, sich über einen Weg durchs Naturschutzgebiet in der Thur abzukühlen. Einerseits habe es sich in Richtung Murg und Stadt mit Murg-Auen-Park oder Badi verlagert. Andererseits habe der Veranstalter mit Duschen und Wasserstellen Vorkehrungen getroffen. «Das hat gut geklappt», sagt Rieder. Bedenken habe er vor allem im Vorfeld des Open Airs gehabt: «Hätte es wie in den Vorjahren wieder vier Hitzetage gegeben, wäre der Druck auf das Gelände und den Veranstalter gestiegen.» Im Naturschutzgebiet direkt neben dem Gelände habe er sich selbst mehrmals ein Bild gemacht, «und ich habe dort keinen einzigen Festivalbesucher gesehen». Wegen des Regens am Freitag musste der Veranstalter mit Saugern oder Holzschnitzel gegen den Schlamm vorgehen. Klar habe der Boden gelitten, «aber es war nicht so schlimm wie im Schlammjahr 2014». Jetzt werde bis aufs letzte Fätzli alles gereinigt, der Boden gepflügt und neu eingesät. «Bis zum Herbst ist nichts mehr sichtbar.» (sko)

Joggi Rieder, ökologischer Fachberater für die Armasuisse. (Bild: Andrea Stalder)

Joggi Rieder, ökologischer Fachberater für die Armasuisse. (Bild: Andrea Stalder)

Kaum Reklamationen wegen Lärms

Für die Stadt Frauenfeld ist das Open Air ein Glücksfall, wie Stadtpräsident Anders Stokholm sagt. «Alle Besucher tragen nun den Namen unserer Stadt in die Welt hinaus», meint er. Ob sie sich danach noch alle erinnern würden, wo Frauenfeld liegt, bezweifelt er indes. Seitens der Stadt zieht Stokholm ein «sehr positives Fazit von einem sehr gut organisierten Anlass». Er ist froh, dass das Festival auch in der Bevölkerung grösstmögliche Akzeptanz findet. «Lärm war nahezu kein Thema», sagt er. Während des Open Airs habe es nur eine Reklamation gegeben. Mit den Menschenmassen von täglich 50000 Besuchern ist Frauenfeld mit seinen 25000 Einwohnern kurzzeitig zu einer Grossstadt gewachsen. «Ja, ich war jetzt quasi vier Tage lang Stapi von St. Gallen», witzelt Stokholm. Gröbere Zwischenfälle seien ihm keine bekannt, bis auf den Vorfall mit der verletzten Frau, als ein Unbekannter auf ihr Zelt sprang, und dem Raubüberfall in der Schmidgasse. Stokholm wurde jeweils per Sicherheitsrapporte über Geschehnisse informiert. Seit der Übernahme durch Live Nation hat sich für die Stadt in der Zusammenarbeit mit dem Open-Air-Veranstalter nicht viel verändert, ausser dass Stokholm neue Leute kennen gelernt hat. «Im OK sitzen ja immer noch die gleichen Leute», sagt er. Besonders fasziniert hat ihn die Show von Rap-Superstar Eminem, die er am Freitag aus dem VIP-Bereich verfolgte. «Die Stimmung kam super rüber, und er hat seine Show voll durchgezogen.» (sko)

Anders Stokholm, Stadtpräsident Frauenfeld. (Bild: Andrea Stalder)

Anders Stokholm, Stadtpräsident Frauenfeld. (Bild: Andrea Stalder)

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