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Open Air Frauenfeld verstärkt seinen Kampf gegen die Abfallberge +++ Der Müllvergleich mit dem Open Air St.Gallen

Das Open Air Frauenfeld verschärft erneut sein Abfallkonzept, weil im vergangenen Jahr mehr Güsel auf der Grossen Allmend liegengeblieben ist. Das Open Air St.Gallen hingegen wirbt für Klimaneutralität und setzt auf Wiedergutmachung.
Samuel Koch
Volle Abfallcontainer nach dem Open Air Frauenfeld 2018. (Bild: Reto Martin)

Volle Abfallcontainer nach dem Open Air Frauenfeld 2018. (Bild: Reto Martin)

Als sich Eminem erstmals auf der Skyline-Stage zeigt, erreicht der Lärmpegel seinen Höhepunkt. Der US-Amerikaner versetzt die 50'000 Besucher am vergangenen Open Air Frauenfeld (OAF) in Ekstase. Das Festival 2018 mit total 180'000 Hip-Hop-Fans während vier Tagen geht deshalb trotz durchzogenem Wetter als erfolgreichstes in die Geschichte ein.

Das letztjährige Open Air St.Gallen (OASG) hingegen war mit gesamthaft 100'000 Besuchern zwar zum zweiten Mal in Folge nicht ausverkauft. Dafür wartete Petrus im Sittertobel mit für St.Galler Verhältnisse atypischem Sommerwetter auf.

Regen machte den Abfall schwerer

Unabhängig vom Wetter: Wo Menschen sind, bleibt Abfall zurück. Jahr für Jahr flammen deshalb nach den Open Airs wieder Diskussionen über Umweltschutz auf. Obwohl die grössten Schweizer Festivals mittlerweile mehrstellige Summen in ihre Abfallbewältigung investieren, kommunizieren sie die Zahlen nur sehr zurückhaltend.

Joachim Bodmer, Medienchef Open Air Frauenfeld. (Bild: Andrea Stalder)

Joachim Bodmer, Medienchef Open Air Frauenfeld. (Bild: Andrea Stalder)

«Die Öffentlichkeit blendet jeweils die Hintergründe über die entstandenen Abfallberge komplett aus», moniert etwa OAF-Mediensprecher Joachim Bodmer. Das OK kennt gute Gründe für die gesamthafte Abfallmenge beim letztjährigen OAF von 297 Tonnen und somit eine Zunahme von 14 Tonnen: «Im Vergleich zu 2017 tummelten sich im vergangenen Jahr 100'00 Besucher mehr auf dem Gelände herum.»

Zudem habe der zwischenzeitlich starke Regen zu einem höheren Gewicht des Abfalls beigetragen. «Das liegt in der Logik, dass nasser und vollgesogener Abfall schwerer ist», meint Bodmer.

Dass der Abfallberg im Sittertobel zuletzt deutlich abgenommen hat, begründen die Organisatoren des OASG nicht nur mit dem Wetter. «Es hat auch mit der Besucherzahl oder der hohen Rücklaufquote bei Zeltdepots und Mehrwegbechern zu tun», erklärt Mediensprecherin Nora Fuchs.

Rezyklierrate steigt durch Fokus auf Abfalltrennung

Für die Organisatoren viel aussagekräftiger sind die Zahlen zur Abfallmenge pro Kopf. Zwar schwanken diese – sowohl in Frauenfeld als auch in St.Gallen. Dafür stehen die Festivals mit ihren Abfallkonzepten mittlerweile besser da als der Schweizer Durchschnitt. In Frauenfeld lag der Wert im vergangenen Jahr bei 1,7 Kilogramm Abfall pro Kopf, in St.Gallen bei 1,5 Kilogramm. «Jeder Schweizer produziert pro Tag rund zwei Kilogramm Abfall», sagt OAF-Sprecher Bodmer.

Besonders viel Gewicht hat für ihn die Rezyklierrate von rund 30 Prozent, die in Frauenfeld seit 2016 kontinuierlich und im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen ist. Somit wurden rund 90 Tonnen rezyklierbare Wertstoffe wie Alu oder PET separat verwertet. «Das ist eine deutliche Steigerung», meint er.

Vorher-Nachher über der Frauenfelder Allmend

Wenn zeltende Open-Air-Besucher die Frauenfelder Allmend belagern

Die Bilder vom Zeltplatz im Juli 2018.

In St.Gallen hingegen ist die Rezyklierrate im vergangenen Jahr gesunken. «Die Zahl hängt auch davon ab, ob das Festival allgemeine Räumungsaktionen beim Baumaterial machen muss, was im Vorjahr der Fall war», meint Sprecherin Nora Fuchs. Im Gegensatz dazu konnte das OASG den Anteil an Altmetall deutlich senken, weil weniger Zelte im Sittertobel liegengeblieben sind. «Wir sind bestrebt, die Rezyklierrate auf gutem Niveau zu halten.»

Klimaneutralität und Versuch über psychologische Tricks

Aufs bevorstehende OASG Ende Juni hin, gibt es nur unwesentliche Änderungen bezüglich Abfallmanagement. «Wir halten an den bereits erfolgreichen Massnahmen auf dem Festivalgelände fest», sagt Fuchs. Nach 2018 zum zweiten Mal lässt das OASG die CO2-Emissionen mit Hilfe eines Klimaschutzberaters wissenschaftlich auswerten. Daraus will das OK das CO2 kompensieren und für eine Klimaneutralität Umweltprojekte finanziell unterstützen. Das Festival wird damit zum ersten Mal klimaneutral durchgeführt.

Nora Fuchs, Mediensprecherin OASG. (Bild: PD)

Nora Fuchs, Mediensprecherin OASG. (Bild: PD)

Zudem gibt’s für die Besucher am Samstagmorgen vor der Sternenbühne ein Podium über Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Fuchs sagt:

«Wir erhoffen uns so direkte Rückmeldungen unserer Besucher.»

Mehr Abfalleimer, mehr Zeltrückgabestellen, mehr Putzpersonal

Handfestere Änderungen im Abfallmanagement beschliesst das Frauenfelder OK für sein diesjähriges Festival. So kümmert sich erstmals ein «Waste-Manager» die ganze Zeit nur um die Abfallbewältigung. «Wir können so schneller auf Probleme eingehen», meint OAF-Sprecher Bodmer.

Auf dem Gelände stehen doppelt so viele Abfalleimer und -inseln, welche die Güseltrupps in einem noch höheren Intervall leeren. Auf dem Camping werden die Zeltrückgabestellen von früher einer auf sechs ausgebaut. Es habe sich gezeigt, dass die Besucher ihre Zelte von der hintersten Ecke des Campings nicht bis zum Ausgang bringen, meint Bodmer und ergänzt:

«Mit diesen Neuerungen und der Sensibilisierung hat kein Besucher mehr eine Ausrede, seinen Abfall nicht in den dafür vorgesehenen Kübeln zu entsorgen.»

Gar psychologisch will das OK auf den Besucher einwirken. «Wir werden mit viel Personal bewusst vor den Augen der Festivalbesucher das Gelände aufräumen und putzen», sagt Bodmer. Eben diese Aktion der Stadt Zürich beim Seebecken habe gezeigt: Je mehr aufräumendes und putzendes Personal zu sehen ist, desto weniger Abfall landet nicht in den dafür vorgesehenen Behältern. «So steigt die Hemmschwelle, den Abfall einfach auf den Boden zu werfen», meint Bodmer.

Nach dem Open Air Frauenfeld haben die Gummistiefel ausgedient. (Bild: Reto Martin)Nach dem Open Air Frauenfeld haben die Gummistiefel ausgedient. (Bild: Reto Martin)
Die Besucher lassen Zelte, Stühle und andere, neuwertige Gegenstände einfach liegen. (Bild: Reto Martin)Die Besucher lassen Zelte, Stühle und andere, neuwertige Gegenstände einfach liegen. (Bild: Reto Martin)
Die Besucher verlassen das Gelände - meist lassen sie Zelte, Stühle und andere, neuwertige Gegenstände einfach liegen. (Bild: Reto Martin)Die Besucher verlassen das Gelände - meist lassen sie Zelte, Stühle und andere, neuwertige Gegenstände einfach liegen. (Bild: Reto Martin)
Nach dem Open Air Frauenfeld quellen die Abfalltonnen über. (Bild: Reto Martin)Nach dem Open Air Frauenfeld quellen die Abfalltonnen über. (Bild: Reto Martin)
Nach dem Open Air Frauenfeld quellen die Abfalltonnen über. (Bild: Reto Martin)Nach dem Open Air Frauenfeld quellen die Abfalltonnen über. (Bild: Reto Martin)
Die Abbauarbeiten laufen. (Bild: Reto Martin)Die Abbauarbeiten laufen. (Bild: Reto Martin)
Die Abbauarbeiten laufen. (Bild: Reto Martin)Die Abbauarbeiten laufen. (Bild: Reto Martin)
Das Open-Air-Gelände aus der Vogelperspektive: Das Bild zeigt den Zeltplatz am Sonntagmittag nach dem Festival. (Bild: Reto Martin)Das Open-Air-Gelände aus der Vogelperspektive: Das Bild zeigt den Zeltplatz am Sonntagmittag nach dem Festival. (Bild: Reto Martin)
Die Abbauarbeiten laufen. (Bild: Reto Martin)Die Abbauarbeiten laufen. (Bild: Reto Martin)
Das verlassene Open-Air-Gelände. (Bild: Reto Martin)Das verlassene Open-Air-Gelände. (Bild: Reto Martin)
Viele Besucher lassen nach dem Open Air Zelte, Stühle und andere, neuwertige Gegenstände einfach liegen. (Bild: Reto Martin)Viele Besucher lassen nach dem Open Air Zelte, Stühle und andere, neuwertige Gegenstände einfach liegen. (Bild: Reto Martin)
Die Besucher packen ihre Sachen zusammen und verlassen das Open-Air-Gelände. (Bild: Reto Martin)Die Besucher packen ihre Sachen zusammen und verlassen das Open-Air-Gelände. (Bild: Reto Martin)
Viele Besucher lassen nach dem Open Air Zelte, Stühle und andere, neuwertige Gegenstände einfach liegen. (Bild: Reto Martin)Viele Besucher lassen nach dem Open Air Zelte, Stühle und andere, neuwertige Gegenstände einfach liegen. (Bild: Reto Martin)
Viele Besucher lassen nach dem Open Air Zelte, Stühle und andere, neuwertige Gegenstände einfach liegen. (Bild: Reto Martin)Viele Besucher lassen nach dem Open Air Zelte, Stühle und andere, neuwertige Gegenstände einfach liegen. (Bild: Reto Martin)
14 Bilder

Das Open Air ist vorbei - das grosse Aufräumen in Bildern

100'000 Franken zusätzlich für Abfallmanagement

Der Besucher berappt nach wie vor nur das Zeltdepot von 20 Franken, sofern er sein Zelt nach dem Festival nicht vom Gelände schleppt. Das OK investiert heuer zusätzliche 100'000 Franken in den Kampf gegen die Abfallberge. Wie viel die Kosten fürs Abfallmanagement vom Gesamtbudget von 15 Millionen Franken ausmachen, will Bodmer indes nicht verraten.

Resultiere nach dem OAF 2019 nicht eine markante Verbesserung bei den Abfallzahlen, spricht Bodmer davon, die umweltsündenden Besucher noch mehr zur Kasse zu bitten:

«Wir müssen uns weiter verbessern, andernfalls geht es ab 2020 zusätzlich übers Portemonnaie.»

So könnte in Zukunft auch der Preis für den Zeltvoucher von heute 20 Franken um ein Vielfaches erhöht werden. Denn für die OAF-Veranstalter ist klar: «Noch mehr Sensibilisierung gegen Abfall und noch mehr Umweltschutz lässt sich fast nicht realisieren.»

Schönes, faules Open-Air-Leben. (Bild: Mario Testa)Schönes, faules Open-Air-Leben. (Bild: Mario Testa)
Ein Glacé zur Abkühlung. (Bild: Reto Martin)Ein Glacé zur Abkühlung. (Bild: Reto Martin)
Tolle Stimmung beim Konzert von Sean Paul. (Bild: Reto Martin)Tolle Stimmung beim Konzert von Sean Paul. (Bild: Reto Martin)
Cool drauf beim hitzigen Wetter. (Bild: Mario Testa)Cool drauf beim hitzigen Wetter. (Bild: Mario Testa)
Sun, Fun und viel Musik. (Bild: Mario Testa)Sun, Fun und viel Musik. (Bild: Mario Testa)
Leckere Verpflegung gehört zu einer guten Party. (Bild: Mario Testa)Leckere Verpflegung gehört zu einer guten Party. (Bild: Mario Testa)
Alles Schnuller oder was? (Bild: Mario Testa)Alles Schnuller oder was? (Bild: Mario Testa)
Ist das ein Blastest? (Bild: Mario Testa)Ist das ein Blastest? (Bild: Mario Testa)
Freunde machen einen auf cool. (Bild: Mario Testa)Freunde machen einen auf cool. (Bild: Mario Testa)
Das Publikum im Bann seines Stars Nas auf der Bühne. (Bild: Reto Martin)Das Publikum im Bann seines Stars Nas auf der Bühne. (Bild: Reto Martin)
Yasiin Bey aka Mos Def auf der Bühne - das Publikum entflammt am Bühnenrand. (Bild: Reto Martin)Yasiin Bey aka Mos Def auf der Bühne - das Publikum entflammt am Bühnenrand. (Bild: Reto Martin)
Das weibliche Publikum schmilzt dahin... (Bild: Reto Martin)Das weibliche Publikum schmilzt dahin... (Bild: Reto Martin)
Körperkontakt gehört während den Konzerten dazu. (Bild: Reto Martin (Reto Martin))Körperkontakt gehört während den Konzerten dazu. (Bild: Reto Martin (Reto Martin))
Abfall wegwischen, damits am nächsten Tag wieder schön aussieht auf dem Gelände. (Bild: Reto Martin)Abfall wegwischen, damits am nächsten Tag wieder schön aussieht auf dem Gelände. (Bild: Reto Martin)
Das sind die Heinzelmännchen des Open Airs. (Bild: Reto Martin)Das sind die Heinzelmännchen des Open Airs. (Bild: Reto Martin)
Abkühlung erwünscht am Samstagnachmittag. (Bild: Reto Martin)Abkühlung erwünscht am Samstagnachmittag. (Bild: Reto Martin)
Oben ohne ist das beste Outfit bei diesen heissen Temperaturen. (Bild: Reto Martin)Oben ohne ist das beste Outfit bei diesen heissen Temperaturen. (Bild: Reto Martin)
Gute Laune fällt leicht. (Bild: Reto Martin)Gute Laune fällt leicht. (Bild: Reto Martin)
Abtanzen vor der Bühne. (Bild: Reto Martin (Reto Martin))Abtanzen vor der Bühne. (Bild: Reto Martin (Reto Martin))
Der Regenschirm ist das ideale Accessoire an diesen Tagen in Frauenfeld - schützt gegen Hitze und Nässe. (Bild: Reto Martin)Der Regenschirm ist das ideale Accessoire an diesen Tagen in Frauenfeld - schützt gegen Hitze und Nässe. (Bild: Reto Martin)
Ein Minigrill tut seinen Dienst am Open Air. (Bild: Reto Martin)Ein Minigrill tut seinen Dienst am Open Air. (Bild: Reto Martin)
Die Zeltstadt macht jedem Campingplatz Konkurrenz. (Bild: Reto Martin)Die Zeltstadt macht jedem Campingplatz Konkurrenz. (Bild: Reto Martin)
Hitze macht erfinderisch... (Bild: Reto Martin)Hitze macht erfinderisch... (Bild: Reto Martin)
Nach dem Regen scheint die Sonne - und trocknet alle Kleider wieder. (Bild: Reto Martin)Nach dem Regen scheint die Sonne - und trocknet alle Kleider wieder. (Bild: Reto Martin)
Schatten gesucht - Schatten gefunden. (Bild: Reto Martin)Schatten gesucht - Schatten gefunden. (Bild: Reto Martin)
Kurze Jeans sind beim Open Air Frauenfeld häufiger anzutreffen. (Bild: Reto Martin)Kurze Jeans sind beim Open Air Frauenfeld häufiger anzutreffen. (Bild: Reto Martin)
Bei dieser knappen Bekleidung mögen auch die Kleber nicht viel zu verdecken. (Bild: Reto Martin)Bei dieser knappen Bekleidung mögen auch die Kleber nicht viel zu verdecken. (Bild: Reto Martin)
Zeichensprache ist auf Fotos besonders wichtig. (Bild: Reto Martin)Zeichensprache ist auf Fotos besonders wichtig. (Bild: Reto Martin)
Zu zweit unter dem Schirm ist es besonders romantisch. (Bild: Reto Martin (Reto Martin))Zu zweit unter dem Schirm ist es besonders romantisch. (Bild: Reto Martin (Reto Martin))
Gummistiefel waren zeitweilig ein nützliches Accessoire am Open Air. (Bild: Reto Martin (Reto Martin))Gummistiefel waren zeitweilig ein nützliches Accessoire am Open Air. (Bild: Reto Martin (Reto Martin))
Was nach den Konzerten spätabends übrig bleibt. (Bild: Reto Martin)Was nach den Konzerten spätabends übrig bleibt. (Bild: Reto Martin)
Stillleben mit Schirm vor der Bühne. (Bild: Reto Martin)Stillleben mit Schirm vor der Bühne. (Bild: Reto Martin)
So viel Musik macht Appetit. (Bild: Reto Martin)So viel Musik macht Appetit. (Bild: Reto Martin)
Am Freitagabend waren die Konzerte teilweise nur unter Plastik zu geniessen. (Bild: Reto Martin)Am Freitagabend waren die Konzerte teilweise nur unter Plastik zu geniessen. (Bild: Reto Martin)
Lächeln trotz Regenwetters. (Bild: Reto Martin)Lächeln trotz Regenwetters. (Bild: Reto Martin)
Abfeiern unter dem Schirm. (Bild: Reto Martin)Abfeiern unter dem Schirm. (Bild: Reto Martin)
Nach dem Zeltbau lockt der Hunger. (Bild: Reto Martin)Nach dem Zeltbau lockt der Hunger. (Bild: Reto Martin)
Bier gefällig? (Bild: Reto Martin)Bier gefällig? (Bild: Reto Martin)
Ein Schnauz ist nie falsch. (Bild: Reto Martin)Ein Schnauz ist nie falsch. (Bild: Reto Martin)
Gute Freunde feiern auch zusammen. (Bild: Reto Martin)Gute Freunde feiern auch zusammen. (Bild: Reto Martin)
Gehört diese Stange wirklich da hin? (Bild: Reto Martin)Gehört diese Stange wirklich da hin? (Bild: Reto Martin)
Wahre Gentlemen tragen die Frauen auf den Schultern. (Bild: Reto Martin)Wahre Gentlemen tragen die Frauen auf den Schultern. (Bild: Reto Martin)
Besteht diese junge Frau den Style-Check? (Bild: Reto Martin)Besteht diese junge Frau den Style-Check? (Bild: Reto Martin)
Hahn im Korb. (Bild: Reto Martin)Hahn im Korb. (Bild: Reto Martin)
Die Vorfreude auf drei Tage Hip-Hop ist riesig. (Bild: Reto Martin)Die Vorfreude auf drei Tage Hip-Hop ist riesig. (Bild: Reto Martin)
Die wohl häufigste Geste vor der Bühne. (Bild: Reto Martin)Die wohl häufigste Geste vor der Bühne. (Bild: Reto Martin)
Das Open Air ist auch ein Ort, um neue Freunde oder alte Bekannte zu treffen. (Bild: Reto Martin)Das Open Air ist auch ein Ort, um neue Freunde oder alte Bekannte zu treffen. (Bild: Reto Martin)
Wann beginnt endlich der nächste Act? (Bild: Reto Martin)Wann beginnt endlich der nächste Act? (Bild: Reto Martin)
Frauenfeld TG - Impressionen vom Openair Frauenfeld 2012. (Bild: Reto Martin)Frauenfeld TG - Impressionen vom Openair Frauenfeld 2012. (Bild: Reto Martin)
Die Stimmung ist schon am Freitag ausgelassen. (Bild: Reto Martin)Die Stimmung ist schon am Freitag ausgelassen. (Bild: Reto Martin)
Zwischen den Konzerten haben die Gäste genug Zeit für Gespräche. (Bild: Reto Martin)Zwischen den Konzerten haben die Gäste genug Zeit für Gespräche. (Bild: Reto Martin)
Zeit für einen Style-Wechsel. (Bild: Reto Martin)Zeit für einen Style-Wechsel. (Bild: Reto Martin)
Passt die Brille? (Bild: Reto Martin)Passt die Brille? (Bild: Reto Martin)
Kühlen Kopf bewahren. (Bild: Reto Martin)Kühlen Kopf bewahren. (Bild: Reto Martin)
Der Coiffeur sorgt noch für den nötigen Hip-Hop-Look. (Bild: Reto Martin)Der Coiffeur sorgt noch für den nötigen Hip-Hop-Look. (Bild: Reto Martin)
Wenigstens die Männer pflegen die Tradition des Partnerlooks. (Bild: Reto Martin)Wenigstens die Männer pflegen die Tradition des Partnerlooks. (Bild: Reto Martin)
Perfekter Blick auf die Bühne. (Bild: Reto Martin)Perfekter Blick auf die Bühne. (Bild: Reto Martin)
In Frauenfeld kann auch mal gechillt werden. (Bild: Reto Martin)In Frauenfeld kann auch mal gechillt werden. (Bild: Reto Martin)
Ob dieser Besucher auch im Alltag eine solche Kopfbedeckung tragen würde? (Bild: Reto Martin)Ob dieser Besucher auch im Alltag eine solche Kopfbedeckung tragen würde? (Bild: Reto Martin)
Trotz fehlendem Sonnenschein wird natürlich auch in Frauenfeld Haut gezeigt. (Bild: Mario Testa)Trotz fehlendem Sonnenschein wird natürlich auch in Frauenfeld Haut gezeigt. (Bild: Mario Testa)
Hier wird wohl nicht nur Wasser getrunken. (Bild: Mario Testa)Hier wird wohl nicht nur Wasser getrunken. (Bild: Mario Testa)
Kleider machen Leute. (Bild: Mario Testa)Kleider machen Leute. (Bild: Mario Testa)
...und hier können diese Hüte gekauft werden. (Bild: Mario Testa)...und hier können diese Hüte gekauft werden. (Bild: Mario Testa)
Gutes Schuhwerk ist in Frauenfeld Pflicht. (Bild: Mario Testa)Gutes Schuhwerk ist in Frauenfeld Pflicht. (Bild: Mario Testa)
Die Hip-Hop-Fans freuen sich auf drei Tage Musik. (Bild: Mario Testa)Die Hip-Hop-Fans freuen sich auf drei Tage Musik. (Bild: Mario Testa)
Posieren für ein Gruppenbildchen. (Bild: Mario Testa)Posieren für ein Gruppenbildchen. (Bild: Mario Testa)
Vor der grossen Sause müssen noch die Zelte gebaut werden. (Bild: Mario Testa)Vor der grossen Sause müssen noch die Zelte gebaut werden. (Bild: Mario Testa)
Massenschlag beim Open Air Frauenfeld. (Bild: Mario Testa)Massenschlag beim Open Air Frauenfeld. (Bild: Mario Testa)
«Yes, We Camp» (Bild: Mario Testa)«Yes, We Camp» (Bild: Mario Testa)
Keine Angst: Die Härte ist nur gespielt. (Bild: Mario Testa)Keine Angst: Die Härte ist nur gespielt. (Bild: Mario Testa)
Ob diese Gäste aus Deutschland sind? (Bild: Mario Testa)Ob diese Gäste aus Deutschland sind? (Bild: Mario Testa)
Was wohl in der Kiste ist? (Bild: Mario Testa)Was wohl in der Kiste ist? (Bild: Mario Testa)
Zu einem richtigen Hip-Hop-Festival gehört auch ein Bild gesprayt. (Bild: Mario Testa)Zu einem richtigen Hip-Hop-Festival gehört auch ein Bild gesprayt. (Bild: Mario Testa)
Gummistiefel sind bei diesem Wetter angesagt. (Bild: Mario Testa)Gummistiefel sind bei diesem Wetter angesagt. (Bild: Mario Testa)
Die Musik läuft schon mal. (Bild: Mario Testa)Die Musik läuft schon mal. (Bild: Mario Testa)
Ganz cool posieren diese vier jungen Herren. (Bild: Mario Testa)Ganz cool posieren diese vier jungen Herren. (Bild: Mario Testa)
So ein Open Air kann ganz schön anstrengend sein. (Bild: Mario Testa)So ein Open Air kann ganz schön anstrengend sein. (Bild: Mario Testa)
Hauptsache Bass. (Bild: Mario Testa)Hauptsache Bass. (Bild: Mario Testa)
Etwas vergessen? Kein Problem: Auf dem Festivalgelände gibt es eine eigene Migros. (Bild: Mario Testa)Etwas vergessen? Kein Problem: Auf dem Festivalgelände gibt es eine eigene Migros. (Bild: Mario Testa)
Erster Stopp auf dem Gelände ist für die meisten Besucher die Migros. (Bild: Mario Testa)Erster Stopp auf dem Gelände ist für die meisten Besucher die Migros. (Bild: Mario Testa)
Gummistiefel für den Schlamm, kurze Hosen für die Sonne - und das Handy für die Freunde. (Bild: Keystone)Gummistiefel für den Schlamm, kurze Hosen für die Sonne - und das Handy für die Freunde. (Bild: Keystone)
Das Zelt ist aufgestellt, jetzt wird relaxt. (Bild: Keystone)Das Zelt ist aufgestellt, jetzt wird relaxt. (Bild: Keystone)
Warten auf die Sonne kann man auch im Bikini. (Bild: Keystone)Warten auf die Sonne kann man auch im Bikini. (Bild: Keystone)
Einmal ziehen, schon steht die Unterkunft. (Bild: Keystone)Einmal ziehen, schon steht die Unterkunft. (Bild: Keystone)
Erste Blessuren? Oder ein Sonnencrème-Check? (Bild: Mario Testa)Erste Blessuren? Oder ein Sonnencrème-Check? (Bild: Mario Testa)
Schon am Tag vor der offiziellen Eröffnung stehen die Besucher Schlange. (Bild: Mario Testa)Schon am Tag vor der offiziellen Eröffnung stehen die Besucher Schlange. (Bild: Mario Testa)
Bei traumhaftem Wetter freuen sich die Besucher auf drei Tage Musik. (Bild: Mario Testa)Bei traumhaftem Wetter freuen sich die Besucher auf drei Tage Musik. (Bild: Mario Testa)
Auf dem Gelände gibt es eine eigene Migros-Filiale. (Bild: Mario Testa)Auf dem Gelände gibt es eine eigene Migros-Filiale. (Bild: Mario Testa)
Die Migros-Verkäuferinnen sind bereit für den Ansturm. (Bild: Mario Testa)Die Migros-Verkäuferinnen sind bereit für den Ansturm. (Bild: Mario Testa)
Nein, hier findet kein Jahrmarkt statt, sondern das Openair Frauenfeld. (Bild: Mario Testa)Nein, hier findet kein Jahrmarkt statt, sondern das Openair Frauenfeld. (Bild: Mario Testa)
Natürlich wollen sich auch alle Sponsoren im besten Licht präsentieren. (Bild: Mario Testa)Natürlich wollen sich auch alle Sponsoren im besten Licht präsentieren. (Bild: Mario Testa)
Ob die Sonne hält? (Bild: Mario Testa)Ob die Sonne hält? (Bild: Mario Testa)
Für zwei Franken bekommt man ein sauberes WC. (Bild: Mario Testa)Für zwei Franken bekommt man ein sauberes WC. (Bild: Mario Testa)
Noch ist das Gras grün vor der Bühne. (Bild: Mario Testa)Noch ist das Gras grün vor der Bühne. (Bild: Mario Testa)
Die Helfer haben alle Hände voll zu tun. (Bild: Mario Testa)Die Helfer haben alle Hände voll zu tun. (Bild: Mario Testa)
Die Kühlboxen stehen bereit. (Bild: Mario Testa)Die Kühlboxen stehen bereit. (Bild: Mario Testa)
In der brütenden Sonne schätzt man jedes Schattenplätzchen. (Bild: Mario Testa)In der brütenden Sonne schätzt man jedes Schattenplätzchen. (Bild: Mario Testa)
Grosser Andrang vor dem Eingang. (Bild: Mario Testa)Grosser Andrang vor dem Eingang. (Bild: Mario Testa)
Wer ergattert sich die besten Zeltplätze? (Bild: Mario Testa)Wer ergattert sich die besten Zeltplätze? (Bild: Mario Testa)
Mit genügend Bier lässt es sich warten. (Bild: Mario Testa)Mit genügend Bier lässt es sich warten. (Bild: Mario Testa)
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Open Air Frauenfeld: Die Besucher

Nachgefragt beim Wirtschaftspsychologen:
«Littering passiert nicht einmal absichtlich»

Jahr für Jahr reisen Tausende mit Sack und Pack an Schweizer Open Airs. Wirtschaftspsychologe Christian Fichter erklärt, warum viele nach den Festivals ihr Hab und Gut einfach liegenlassen.

Christian Fichter, Wirtschaftspsychologe Kalaidos Fachhochschule in Zürich. (Bild: PD)

Christian Fichter, Wirtschaftspsychologe Kalaidos Fachhochschule in Zürich. (Bild: PD)

Ist die Problematik von Littering in den letzten Jahren schlimmer geworden?

Ja und Nein. Einerseits gibt es einen Trend zu mehr Individualismus, Egoismus und Rücksichtslosigkeit. Andererseits gibt es die Entwicklung, die ökologischen Ressourcen weniger auszubeuten.

Was beobachten Sie bei den Open Airs in Frauenfeld und St.Gallen?

An einem Festival campieren die Besucher regelrecht, richten sich bequem ein, unterstehen dem Gruppendruck und verhalten sich entsprechend nach der sozialen Norm.

Was heisst das?

Man macht das, was andere auch machen. Man orientiert sich am Verhalten der Gruppe. Weil das illustrativ und informativ ist, muss man nicht viel überlegen. Oft fehlt die Sensibilisierung für Littering und die richtige Einstellung gegenüber Themen wie Umweltschutz.

Ist Littering ein Problem, das nur in der Hip-Hop-Szene vorkommt?

Nicht nur. Generell beobachten wir in Subkulturen, wie die Hip-Hop-Szene eine ist, dass dort nicht unbedingt den gängigen sozialen Normen Rechnung getragen wird. Menschen in der Flowerpower-Szene würden nie nur ein Fätzli am Boden liegen lassen. Dafür fliegen sie für ihre Festivals nach Goa in Indien. Das ist ökologisch auch nicht viel besser.

Sind jüngere Personen anfälliger für Littering?

Normverstösse sind im Jugendalter definitiv reizvoller, weil Junge ihren Platz in der Gesellschaft noch nicht gefunden haben – in der Subkultur sowieso nicht.

Wie beeinflussen die aktuellen Klimademos das Thema?

Die Klimadiskussion ruft uns Umweltfragen wieder verstärkt ins Bewusstsein. Das führt aber nicht automatisch dazu, dass jeder Einzelne auf Plastikbesteck verzichtet und seinen Abfall mitnimmt. Aber das Bewusstsein fürs Thema ist eine wichtige Vorbedingung für besseres und umweltbewussteres Verhalten.

Abfallberge lösen Jahr für Jahr grosse Empörung aus, obwohl jeder im Schnitt mehr Abfall produziert.

Verständlich. Gerade bei grösseren Menschenmassen ist Littering augenfällig.

Ist die Empörung über Festivalbesucher nicht etwas scheinheilig?

Nein. Littering passiert oft nicht einmal absichtlich. Es ist das Unwissen, das einem die öffentliche Hand und die Veranstalter mit Kampagnen vor Augen halten müssen. Verhalten für den richtigen Umgang mit Abfall ist nicht angeboren.

Sie sehen also die Organisatoren noch mehr in der Pflicht?

Definitiv. Es gilt das Verursacherprinzip.

Wie kann man den Festivalbesucher noch mehr einbinden?

Mit Preisanstiegen oder noch höheren Depots. Eine weitere Möglichkeit wäre eine sogenannte Umweltpolizei, die Festivalbesucher büsst, die Zelt oder Grill zurücklassen. Das ist zwar nicht sehr elegant, aber wirksam.

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