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Open Air Frauenfeld: Die Hip-Hop-Jugend ist mehr öko als man denkt

Tausende am Open Air Frauenfeld, Tausende an den Demos der Klimajugend.
Auf der Suche nach der Schnittmenge auf der Grossen Allmend.
Mathias Frei und Geraldine Bohne
(Bild: Andrea Stalder) (Bild: Andrea Stalder)
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(Bild: Andrea Stalder)(Bild: Andrea Stalder)
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(Bild: Reto Martin)(Bild: Reto Martin)
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45 Bilder

Erste Besucher strömen bereits am Mittwoch ans Open Air Frauenfeld

Zu kaputt. Das war Jasmin Urech vergangenes Jahr nach vier Tagen Frauenfeld. Kann vorkommen. Deshalb blieb ihr Zelt auch einfach stehen. «Aber dieses Jahr nehmen wir es wieder nach Hause», verspricht die Open-Air-Besucherin aus Lenzburg. Wenn Simon Vogel das hört, frohlockt sein Herz. «Wenn ihr euren Abfall richtig entsorgt, bin ich glücklich», meint der Präsident der Jungen Grünen Thurgau, der das Gesicht der Thurgauer Klimajugend ist.

Vanessa Berli mit Dario Ammann und Jasmin Urech. (Bilder: Andrea Stalder)

Vanessa Berli mit Dario Ammann und Jasmin Urech. (Bilder: Andrea Stalder)

Mittwochnachmittag. Die Open-Air-Jugend kommt mit viel Bagage an. Und die Klimajugend? «Bei uns in der Berufsschule waren die Klimademos kein Thema», sagt Jasmin Urech. Aber Depot nicht nur auf Becher, sondern auch auf Essgeschirr, das findet sie gut.

«Wir profitieren alle, wenn weniger Abfall rumliegt.»

Thema Foodwaste. Simon Vogel fragt nach: «Habt ihr viel Essen dabei?» Nein, nur Toastbrot und Salami. Der Jungpolitiker nickt anerkennend. Als er noch ein paar Jahr jünger war, sah man Vogel öfters am Open Air St. Gallen. Abfall, der liegen bliebt, und Lebensmittel, die man wegwirft, das mag der Grüne an Festivals nicht sehen. «Aber an Open Airs ist es in dieser Hinsicht nicht schlimmer als an den 360 übrigen Tagen im Jahr. Die Problematik ist einfach offensichtlicher.»

Abfallsäcke im Gepäck dürfen nicht fehlen

Aber es gibt auch die anderen, die auf Klimaschutz sensibilisierten Festivalbesucher. Grün sein kann hip sein. So gibt es Open-Air-Besucher, die bereits im Voraus geplant haben, wie sie ihren ökologischen Fussabdruck möglichst klein halten können. Beliebt ist dabei vor allem das Mitnehmen von Abfallsäcken von Zuhause – obwohl das Open Air gratis Müllsäcke an die Besucher verteilt.

Niklas Scheunemann und Agon Spahija aus Kreuzlingen.

Niklas Scheunemann und Agon Spahija aus Kreuzlingen.

«Das machen wir jedes Jahr so. Die Müllsäcke können wir anschliessend zu den Abgabestellen im Gelände bringen», sagen Niklas Scheunemann und Agon Spahija aus Kreuzlingen. Beim Thema «Zelt abräumen» sind die beiden Freunde aber geteilter Meinung. Der eine plant, es wieder nach Hause mitzunehmen, der andere nicht.

Auch eine Gruppe junger Männer aus Amriswil hat bereits im Voraus untereinander abgesprochen, ihren Abfall zu recyceln. «Das war sogar der wichtigste Punkt auf unserer Liste.» Lena Kronschnabel aus Deutschland sagt:

«Ich sammle alles ein, sogar die Zigarettenstummel.»

Wenn man sich unter den Festivalgängern umhört, scheint es eine Selbstverständlichkeit zu sein, den Abfall zu entsorgen. Und doch blieben letztes Jahr 297 Tonnen Abfall nach dem Open Air Frauenfeld zurück. Haben die Klimademos dieses Jahr einen Einfluss auf die Festivalbesucher?

Zwischen Fussabdruck und Gemüse aus der Region

Jorim Heitmann aus Berg TG.

Jorim Heitmann aus Berg TG.

Ja und Nein. Da ist zum Beispiel Jorim Heitmann aus Berg TG. Er versucht, mit seinen Kollegen möglichst umweltfreundlich durchs Open Air zu gehen. Es ist das erste Jahr, dass er in diesem Ausmass auf seinen ökologischen Fussabdruck achtet.

«Meine Kollegen und ich sind sehr klimafreundlich. Wir haben das im Vorhinein miteinander abgesprochen.» Die Gruppe hat sogar eigene Mehrweg-Becher und Sackmesser dabei, die sie anschliessend wieder mit nach Hause nehmen. «Auch beim Essen haben wir geschaut. Wir haben zur Verpflegung Früchte und Gemüse aus der Region dabei», sagt der junge Thurgauer. «Umweltschutz ist ein grosses Thema für uns.»

Die Klimasünder findet man am Flughafen

Simon Vogel, Präsident der jungen Grünen Thurgau.

Simon Vogel, Präsident der jungen Grünen Thurgau.

Parteipräsident Vogel meint, dass sich die allermeisten Jungen nicht weniger verhalten würden, wenn sie ein Open Air besuchten. Viele würden mit dem ÖV anreisen. Ein Open-Air-Besucher verbrauche in etwa gleich viel Energie pro Tag wie ein Durchschnittsschweizer. «Um Klimasünder zu finden, müssten wir nicht auf der Grossen Allmend nach ihnen suchen, sondern am Flughafen Zürich.»

Und die aktive Klimajugend wird letztlich doch noch präsent auf der Grossen Allmend – aber erst wenn die letzten Bässe verklungen sind. «Wir gehen mit 30 Personen nach dem Open Air aufräumen», sagt Vogel. Die Helferentschädigung spendet er «Pure Clean Earth», einer Non-Profit-Organisation, die sich mit der weltweiten Plastikverschmutzung befasst.

Junge Büezer können freitags nicht demonstrieren gehen

Keine Zeit für aktiven Klimaschutz: Das ist auch möglich. «Mir sy ebe kei Gymeler», sagt Manuel Lengyel. Er und seine Kumpels Fabian Horst und Abisan Silcantharasa sind berufstätig. Die drei jungen Stadtberner haben keine Zeit, um freitags für den Klimaschutz auf die Strasse zu gehen. Gleichwohl scheinen sie durchaus sensibilisiert zu sein für die Thematik.

Drei freshe Jungs aus der Bundesstadt Bern: Fabian Horst, Manuel Lengyel und Abisan Silcantharasa.

Drei freshe Jungs aus der Bundesstadt Bern: Fabian Horst, Manuel Lengyel und Abisan Silcantharasa.

«Wenn die Demos samstags wären, könnte das für mich schon ein Thema sein», sagt Lengyel. Man könne als Einzelperson einen Beitrag leisten. «Aber was das bewirkt, ist eine andere Frage. Meiner Meinung steht da vor allem die Politik in der Verantwortung.» Die drei Berner sind mit dem Zug nach Frauenfeld gekommen und wollen ihre nicht ganz günstige Zeltstadt auf jeden Fall wieder nach Hause mitnehmen.

Daumen hoch bei Simon Vogel. Und Foodwaste kommt sowieso nicht vor bei ihnen. «Wir ernähren uns vier Tage lang nur von Bier.» Da werde definitiv nichts übrig bleiben.

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