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Frauenfelds Stapi Stokholm: «Ohne Thur wärt ihr nur noch Winter»

Im verregneten Winterthur kreuzen Frauenfelds Stadtpräsident Anders Stokholm und sein Winterthurer Amtskollege Michael Künzle verbal die Klingen. Und am Schluss bläst der lange Thurgauer dem Kanton Zürich den Marsch.
Mathias Frei
Das präsidiale Rededuell im verregneten Winterthur: Frauenfelds Stapi Anders Stokholm (mit FC-Winterthur-Schal), Moderator Hugo E. Götz und Winterthurs Stapi Michael Künzle. (Bild: gs)

Das präsidiale Rededuell im verregneten Winterthur: Frauenfelds Stapi Anders Stokholm (mit FC-Winterthur-Schal), Moderator Hugo E. Götz und Winterthurs Stapi Michael Künzle. (Bild: gs)

Der Stokholm, der kann was. Schlagfertig sein zum Beispiel. «Seien Sie dann aber nett zu Herrn Künzle, bitte», sagt eine ältere Winterthurerin zu Frauenfelds Stapi Anders Stokholm. Samstagmittag, es regnet am Winterthurer Untertor. Angekündigt ist ein nicht ganz ernst gemeintes Rededuell zwischen Stokholm und seinem Winterthurer Amtskollegen Michael Künzle. Stapi gegen Stapi. «Nicht ganz zwei Meter» aus dem Thurgau gegen 190 Winti-Zentimeter. Den Rahmen bildet der 20. Thurgauer Herbstmarkt.

Stokholm weiss, wie er das Publikum auf seine Seite bringt. Um den Hals trägt er einen FC-Winterthur-Schal. Rot und Weiss. Die beiden Städte haben dieselben Farben. Man hat viel gemeinsam, macht viel zusammen, sei es bei der Biogas-Produktion oder der Auslandshilfe. «Der Wärmering hat uns noch weiter zusammengeschweisst», meint Stokholm. Gleichwohl darf verbal gestichelt werden. Ist ja Unterhaltung, die unter dem rot-weiss gestreiften Wetterschutz vonstatten geht. Moderator Hugo E. Götz trägt das Seinige zum leicht überhitzten Talk bei. So spricht er von Winterthur als Vorort Frauenfelds, «von Zürich aus gesehen». Künzle begrüsst die anwesenden Frauenfelder – unter anderem alt Stadtrat Werner Dickenmann – «in einer richtig grossen Stadt». Und eben da gibt es ein Oktoberfest in einer alten Militärhalle sowie eine so blühende Kultur- und Bildungslandschaft, dass Künzle fast nicht zu einem Ende findet. Oder: zwölf Tage Musikfestwochen gegen Europas grösstes Hip-Hop-Open-Air. «Frauenfeld hat eine unterirdische Sprintanlage, eine Schwinghalle und bald das Beach-House», gibt Stokholm zurück und folgert:

«Zäme simmer s’Zähni.»

Wobei sich dann die Frage stellt, ob Künzle wirklich die Null ist, wenn Stokholm die Nummer eins darstellt.

Stokholm sei der Grössere der beiden, schaut Götz hoch, Künzle dafür breiter. Der korrigiert: «Ich bin der gewichtigere Stadtpräsident.» Immerhin ist Künzle auch Präsident des Vereins Metropolitanraums Zürich, Stokholm ist nur im Vorstand.

«Dafür ist der Metropolitanraum Zürich in Frauenfeld gegründet worden.»

Touché! Winti hat wohl die Marktgasse, aber Frauenfeld hat einmal im Jahr 42,2 Kilometer Flaniermeile, den Waffenlauf. Stokholm lädt Künzle ein, mitzulaufen. Und Wintis Stapi antwortet: «Ich habe früher also auch schon Waffenläufe gemacht.» Das Schlussbouquet liefert Stokholm mit dem Hinweis auf Frauenfelds Jahrzehnte-Motto «Sonne über Frauenfeld». Der Regen sei aber nötig gewesen, Thur und Murg seien tief gestanden. «Zum Glück regnet es. Ohne Thur wärt ihr nur noch Winter. Da haben wir es besser: Frauen gibt es immer», meint Stokholm siegessicher und versetzt Künzle den verbalen K.o.-Schlag, bevor er Winti mit dem Alphorn den Marsch bläst. Künzle kann sich erst zu den Frauenfelder Klängen des Jodel-Doppelquartetts und der Stadtjodler Heimelig wieder aufrappeln.

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