Frauenfeld: Eine Schweizer Meisterschaft ohne Schiedsrichter

An der Schweizer Meisterschaft im Electronic Darts traten am Wochenende in der Rüegerholzhalle in Frauenfeld rund 80 Mannschaften gegeneinander an. Dennoch war der Lärmpegel bei der stillen Sportart tief.

Hugo Berger
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Volle Konzentration: Ein Dartspieler in der Rüegerholzhalle. (Bild: Reto Martin)

Volle Konzentration: Ein Dartspieler in der Rüegerholzhalle. (Bild: Reto Martin)

Die Spieler stehen in einem Abstand von gut zwei Metern vor den Geräten. Mit angewinkeltem Arm, den Dartpfeil seitlich auf Augenhöhe, fixieren sie die Scheibe. Mit sanfter Bewegung des Wurfarms und ohne Mitpendeln des Oberkörpers wird der Pfeil abgeworfen.

Für die Electronic Dart Schweizer Mannschaftsmeisterschaft hat der Verband zur Förderung der Compactsportarten (VFC) am vergangenen Wochenende in der Rüegerholzhalle rund 90 elektronische Dartkästen zur Verfügung gestellt. An fast allen wurde am Freitagabend gespielt. Trotzdem war der Lärmpegel tief, denn Electronic Dart ist eine stille Sportart.

Frauenfeld TG - Schweizermeisterschaft im E-Dart in der Rüegerholzhalle in Frauenfeld.
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Frauenfeld TG - Schweizermeisterschaft im E-Dart in der Rüegerholzhalle in Frauenfeld.
Frauenfeld TG - Schweizermeisterschaft im E-Dart in der Rüegerholzhalle in Frauenfeld.
Frauenfeld TG - Schweizermeisterschaft im E-Dart in der Rüegerholzhalle in Frauenfeld.
Frauenfeld TG - Schweizermeisterschaft im E-Dart in der Rüegerholzhalle in Frauenfeld.
Frauenfeld TG - Schweizermeisterschaft im E-Dart in der Rüegerholzhalle in Frauenfeld.
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Frauenfeld TG - Schweizermeisterschaft im E-Dart in der Rüegerholzhalle in Frauenfeld.
Frauenfeld TG - Schweizermeisterschaft im E-Dart in der Rüegerholzhalle in Frauenfeld.

Frauenfeld TG - Schweizermeisterschaft im E-Dart in der Rüegerholzhalle in Frauenfeld.

Im Wettkampf brauche es auch keinen Schiedsrichter, der zum Beispiel darauf achte, dass die Abschusslinie nicht überschritten werde, erklärt Enrico Tocci, Präsident des Dart-Events-Team-Frauenfeld. «Der Spieler würde sich nur selbst schaden, denn sein Automatismus beruht auf der vorgeschriebenen Distanz.»

Geschicklichkeit und Nervenstärke

Rund 80 Mannschaften der A-, B- und C-Liga traten in der Spielvariante 501 gegeneinander an. Bei dieser Variante geht es darum, mit möglichst wenigen Würfen von den vorgegebenen 501 Punkten auf exakt Null zu gelangen.

«Darts erfordert Geschicklichkeit, taktisches Gespür, Konzentrationsvermögen und Nervenstärke»

, erklärt Tocci, der selbst ein leidenschaftlicher Dartspieler ist.

Eine, die all dies beherrscht, ist Jeannette Stoop vom Frauenfelder Darts-Club «Twin». Mehrmals errang sie in den Sparten Damen-Doppel und Einzel den Schweizermeistertitel. Vor fünf Jahren wurde sie in Slowenien gar Europameisterin. Zum Dartsport kam sie durch Zufall: «In einem Restaurant in Ermatingen fehlte eines Abends ein Dartspieler, ich stellte mich spontan als Ersatz zur Verfügung.» Nach dem Trainingsaufwand gefragt meint die 36-Jährige:

«Mein Training sind die Wettkämpfe, daneben trainiere ich kaum.»

Regelmässig trainiert Andreas Adam aus Liestal. Er hat sogar seinen eigenen Dartkasten. «Er steht derzeit in der Küche, weil ich das Haus umbaue», erzählt er. Wie alle Spieler hat Adam seine eigenen Dartpfeile mitgebracht. Es gebe fünf verschiedene Sorten, der Unterschied liege jedoch innerhalb weniger Millimeter und Grammen. Adam sagt:

«Es ist eine Sache des Gefühls, wenn man mit einem Pfeil schlecht schiesst, nimmt man einen anderen.»

Den typischen Dartspieler gibt es nicht. An der Abwurflinie steht der Muskulöse, der Schlanke, der ältere Herr mit Bauch; einige tragen Tattoos am Arm, andere haben die Haare gefärbt. Eines aber haben sie gemeinsam: Dart bedeutet für sie in erster Linie Spiel, Spass und Geselligkeit. Oft ist zu hören:

«Mitmachen ist wichtiger als das Siegen.»

Wie unterschiedlich die Spieler sind, zeigt sich besonders in der Gruppe «Darts United» aus Filters. Da ist der Gruppenleiter Roger Kessler, 50 Jahre alt, etwas ausgeflippt mit grün und rot gefärbten Haaren. Ganz anders der 62-jährige Toni Loop, der mit Bart und Hut aussieht wie ein Tiroler Bergbauer.

Und da ist die rüstige Rentnerin, Anni Frei aus dem Rheintal, die mit ihren 72 Jahren eine der ältesten Spielerinnen ist. Zur Gruppe gehören ausserdem zwei Spieler aus dem Balkan. «Wir haben es gut zusammen», sagt Frei.

Weitere Informationen und Ranglisten unter: www.darteventsfrauenfeld.ch