Interview

«Ohne Gäste fehlt einfach etwas»: Sanjay Rai über die Zeit, als das Restaurant seiner Familie in Frauenfeld schliessen musste

Aufgrund eines Bandscheibenvorfalls musste das Restaurant «Rai Palace» kurz nach der Wiedereröffnung im Juli erneut schliessen. Im Interview erzählt Sanjay Rai, wie er diese Zeit erlebte.

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Sanjay Rai, Mitarbeiter im Restaurant «Rai Palace»

Sanjay Rai, Mitarbeiter im Restaurant «Rai Palace»

(Bild: PD)

Länger als alle anderen blieben die Türen des indischen Restaurants Rai Palace in der Frauenfelder Vorstadt verschlossen. Vor kurzem öffneten die Rais wieder und hoffen nun, dass das auch so bleiben wird.

Kurz nachdem alle Gastronomiebetriebe wiedereröffnet haben, schlossen Sie das «Rai Palace». Weshalb?

Sanjay Rai: Mein Vater hatte wenige Wochen nachdem wir wieder aufmachen durften einen Bandscheibenvorfall, der uns dazu zwang, das Lokal über den ganzen August hinweg geschlossen zu halten. Als er sich im September einigermassen davon erholt hatte, empfingen wir wieder Gäste. Doch keine Woche später erlitt mein Vater einen Rückfall, und wir mussten das Lokal bis jetzt schliessen.

Wie hat Sie die Pandemie getroffen?

Bei uns ist praktisch das ganze Mittagsgeschäft weggebrochen. Da alle von zu Hause aus arbeiteten, konnten sie sich am Mittag nun selbst verpflegen. Wir eröffneten zwar einen Take-away, aber auch der konnte nie das ersetzen, was wir eingebüsst hatten. Dieser Umschwung war sehr gravierend, und die Folgen davon spüren wir bis heute noch.

Was ist seit Ausbruch der Pandemie anders bei Ihnen?

Wegen der neuen Abstandsregeln mussten wir die Tische anders verteilen. Vorher war es hier eng, aber auch gemütlich. Die Platzzahl mussten wir um einen Drittel reduzieren. Ansonsten haben wir einen Take-away eröffnet und unsere Gäste darauf aufmerksam gemacht.

Was haben Sie an Ihrem Restaurant am meisten vermisst?

Wenn keine Gäste da sind, fehlt einfach etwas. Es gab kein Feedback mehr zum Essen, und ich spürte auch nichts von der Dankbarkeit, welche die Kunden uns sonst entgegenbringen. Diese Dinge, die meinen Beruf für gewöhnlich so wertvoll machen, fielen weg.

Was sind Ihre Hoffnungen für die bevorstehende Zeit?

Ich wäre natürlich froh, wenn wir unser Restaurant weiterhin offenhalten und so die finanziellen Einbussen der Zeit nach und nach ausgleichen können. Doch das Wichtigste ist nun, für unsere Kunden da zu sein. Gerade in der vergangenen Zeit habe ich bemerkt, dass der telefonische Kontakt nicht an den persönlichen heranreichen kann.