Ohne Flammkuchen, aber mit Feuerwerk: Das Frauenfelder Open-Air-Kino feiert im Staatsarchivinnenhof sein Zehn-Jahres-Jubiläum

Acht Filme an acht Abenden und nummerierte Sitzplätze: Das ist dieses Jahr das Open-Air-Kino Frauenfeld. Nach langen Jahren in der Altstadt findet es nun zum zehnten Mal in der Vorstadt statt.

Amina Mvidie
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Open-Air-Kino vor zwei Jahren im Staatsarchivinnenhof.

Open-Air-Kino vor zwei Jahren im Staatsarchivinnenhof.

(Bild: Reto Martin)

Obwohl das Coronavirus im kulturellen Bereich so einiges durcheinandergebracht hat, bleiben manche Dinge doch beim Alten. Zum zehnten Mal verwandelt sich der Innenhof des Staatsarchivs zu einem Open-Air-Kino. Wie gehabt flackern während acht Tagen acht Filme aus aller Welt über die Leinwand.

Aber auch das OK des Open-Air-Kinos um Chef Beat Linsbauer musste Abstriche machen: Coronabedingt haben die Veranstalter von einer freien Platzwahl auf nummerierte Sitzplätze umgestellt. Der Innenhof ist zwar wieder für 300 Personen bestuhlt, jedoch wird neben jeder Gruppe ein Platz frei bleiben. Diese Massnahme sei nur für dieses Jahr gedacht, sagt OK-Mitglied Marco Keller.

«Nächstes Jahr können wir hoffentlich wieder eine freie Platzauswahl anbieten.»

Auf Flammkuchen und Waffeln verzichten die Veranstalter ebenso. Für zwischendurch gibt es Getränke und Snacks. Der Veranstalter empfiehlt auf seiner Website, Schutzmasken, sie seien aber keine Pflicht, sagt Keller.

Beat Linsbauer, Ok-Präsident.

Beat Linsbauer, Ok-Präsident.

(Bild: PD)

Nicht nur Corona bereitete den Organisatoren Kopfzerbrechen, auch die Veranstaltungsdaten sind anders als gewohnt. Das Open-Air-Kino startet jeweils am Freitag vor der letzten Ferienwoche und dauert acht Tage. In diesem Jahr fällt die Samstagsvorstellung auf den Schweizer Nationalfeiertag. Trotz dieser Konkurrenz zeigt sich OK-Chef Linsbauer optimistisch:

«Wir haben lange diskutiert, aber wir wagen es trotzdem.»

Folglich dürfen die Zuschauerinnen und Zuschauer am Samstagabend nebst Hugh Grant und Matthew McConaughey im Actionstreifen «The Gentleman» vermutlich auch das eine oder andere Feuerwerk am Himmel bestaunen. «Und falls es dann doch einmal zu laut werden sollte, haben wir bei den fremdsprachigen Filmen sowieso Untertitel», sagt Linsbauer.

Zwei Schweizer Filme und zwei Oscargewinner

Von Freitag, 31.Juli, bis Freitag, 7. August, zeigt der Verein Frauenfelder FilmfreundInnen in Kooperation mit dem Cinema Luna acht Filme im Innenhof des Staatsarchivs an der Zürcherstrasse 221. Türöffnung ist jeweils um 20.30 Uhr, Filmbeginn um 21.15 Uhr. Die Tickets (Preis: 15 Franken) können dieses Jahr ausschliesslich online gekauft werden. (amv)

www.oakff.ch

Folgende Filme flimmern über die Kinoleinwand:
Freitag, 31. Juli: Parasite (Komödie, Korea)
Samstag, 1. August: The Gentlemen (Action/Krimi, USA)
Sonntag, 2. August: Platzspitzbaby (Drama, Schweiz)
Montag, 3. August: Shaun das Schaf Ufo-Alarm (Animation, UK)
Dienstag 4. August: The Peanut Butter Falcon (Roadmovie, USA)
Mittwoch, 5. August: Fahim (Biografie, Frankreich)
Donnerstag, 6. August: Moskau einfach! (Komödie, Schweiz)
Freitag, 7. August: Joker (Drama/Thriller, USA)

Vielfältiges Programm für jede Altersklasse

Den Anfang der diesjährigen Filmreihe macht die südkoreanische Komödie «Parasite». Der Name ist Programm: Wie ein Parasit schleicht sich die in ärmlichen Verhältnisse lebende Familie Kim in das Leben der reichen Familie Parker. Skurril und unerwartet, so lässt sich das Werk von Regisseur Bong Joon-ho wohl am besten beschreiben.

Hollywood war auf jeden Fall begeistert: Gleich vier Oscars räumte der Film anfangs Jahr ab. Mit «Platzspitzbaby» und «Moskau einfach» sind auch zwei helvetische Produktionen im Programm. In ersterer geht es um ein elfjähriges Mädchen, das mit seiner drogenabhängigen Mutter nach der Räumung des Platzspitzes aufs Land zieht. Zweitere handelt von der Fichenaffäre, die Ende der 90-er Jahre für Aufruhr sorgte.

Für die jüngeren Kinofans läuft am Montag ein Animationsfilm. Dieser sei aber durchaus auch für Erwachsene geeignet, sagt Beat Linsbauer. Sein persönlicher Geheimtipp: «Peanut Butter Falcon». Das Roadmovie erzählt die Geschichte eines jungen Mannes mit Down-Syndrom, der aus einem Altersheim flüchtet. Zu guter Letzt ist Comic-Bösewicht und Batmann Erzrivale «Joker» auf der Leinwand zu sehen. Was mit einem oscarprämierten Film beginnt, sollte schliesslich auch wieder mit einem enden.

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