Der Thurgauer Kindergarten hat sich stark verändert

Den zweijährigen obligatorischen Kindergarten gab es vor zehn Jahren noch nicht. Auch die Eltern sind gebildeter geworden. Die Pädagogische Hochschule Thurgau widmete den Hochschultag dem Start ins Schülerleben.

Salome Preiswerk Guhl
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Weinfelder Kindergärtler interpretieren das Thurgauerlied mit einer Fussklaviermatte. (Bild: Salome Preiswerk Guhl)

Weinfelder Kindergärtler interpretieren das Thurgauerlied mit einer Fussklaviermatte. (Bild: Salome Preiswerk Guhl)

Im Schuljahr 2006/2007 hatte schweizweit nur Basel-Stadt einen zweijährigen obligatorischen Kindergarten. In den anderen Kantonen war der Besuch mehrheitlich fakultativ oder das Besuchsobligatorium umfasste nur ein Jahr. Heute kennen 17 Kantone, darunter der Thurgau, die zweijährige obligatorische Kindergartenstufe. In den vergangenen zehn Jahren hat sich der Start ins Bildungssystem markant verändert, wie Karin Fasseing Heim aufzeigte.

Die Leiterin des Studiengangs Vorschulstufe sprach am Hochschultag der Pädagogischen Hochschule (PH), der dieses Jahr unter dem Motto «Kindergarten im Fokus» stand. Nebst der veränderten Angebotspflicht der Gemeinden wurde laut Fasseing auch der Stichtag für den Schuleintritt vom 30. April auf den 31. Juli verschoben.

Vielfältigere Herkunft der Eltern

Auch das Umfeld des Kindergartens hat sich stark verändert, wie PH-Rektorin Priska Sieber den 200 Besuchern im Kreuzlinger Dreispitz-Saal ausführte. Der Bildungsstandard der Eltern sei gestiegen, die Herkunft vielfältiger geworden und die Erwartungen seien gestiegen. Für einen erfolgreichen Verlauf auf dem schulischen Bildungsweg ist ein optimaler Start im Kindergarten massgebend: Dies erfuhren die Anwesenden aus einem zu Anfang gezeigten Filmbeitrag. Der Übergang von der Familie in den Kindergarten kann bei Kindern in einem positiven Umfeld markante Entwicklungs- und Lernfortschritte auslösen. Dabei sind die Kindergärtnerinnen gefordert. Sie beobachten, begleiten, regen an. Sie legen spielerisch schon da einen wichtigen Grundstein in den Bereichen Sprache, Mathematik, Gestalten sowie Mensch und Umwelt und erleben ihren Beruf vielseitig und anregend – zumindest im Film.

Für musikalische Denkpausen sorgte das Frauenvokalensemble PH-Wert unter der Leitung von Eva Berger mit Alfred Stoppel am Akkordeon. Kindergartenkinder aus Weinfelden spielten und interpretierten das Thurgauerlied mit einer Fussklaviermatte, mal hüpfend, mal antippend, mal zögerlich, mal ganz bestimmt, mal ganz verspielt.