Nussbaumer wollen ihre Schule im Dorf lassen

Die Versammlung der Primarschulgemeinde Nussbaumen genehmigt den Planungskredit für den Ersatz des Schulpavillons. Einen Antrag, der die Fusion mit der Schule Hüttwilen forderte, lehnte sie dagegen ab.

Evi Biedermann
Drucken
Teilen
Das neue Schulbehördenmitglied Christoph Brander mit der Nussbaumer Schulpräsidentin Diana Sterkman.

Das neue Schulbehördenmitglied Christoph Brander mit der Nussbaumer Schulpräsidentin Diana Sterkman.

Bild: Evi Biedermann

Die Zustimmung der 40 anwesenden Stimmberechtigten für den Planungskredit von 145'000 Franken war hoch. Sie waren am Mittwochabend zur Versammlung der Primarschulgemeinde Nussbaumen erschienen.

Doch es gab auch drei Gegenstimmen. Und vor der Abstimmung einen Antrag, der sich gegen den sofortigen Ersatz des Schulpavillons richtete. «Zuerst fusionieren, dann bauen», forderte der Antragsteller mit Blick auf den seit längerem diskutierten Zusammenschluss mit der Schule Hüttwilen. Er fügte hinzu:

«Mir ist wichtig, dass beide den gleichen Steuerfuss haben.»

Eine Fusion indes kommt gemäss Schulpräsidentin Diana Sterkman zurzeit nicht in Frage. Die Bürgergruppe habe das zusammen mit Hüttwilen eingehend geprüft. «Vorerst wollen wir die Synergien nutzen», sagte sie. Für den Neubau spreche nicht nur der schlechte Zustand des Pavillons, sondern auch der Schulstandort. Eine gut er- und unterhaltene Infrastruktur erhöhe die Attraktivität der Schule. Nussbaumen sei ein kleines Dorf, hielt Sterkman fest, aber:

«Wir wollen unsere Schule behalten.»

Nach ein paar weiteren Wortmeldungen wurde der Antrag abgelehnt.

Neubau ist auch Schulhauserweiterung

Eine Grobplanung für den Pavillon-Neubau ist bereits vorhanden. «Wir wollen nicht nur den Pavillon ersetzen, sondern damit auch die Raumproblematik lösen», sagte Dino Giuliani, Präsident der zehnköpfigen Baukommission, die dafür drei mögliche Varianten geprüft hat.

Die Wahl der Kommission fiel auf einen Neubau, der an das bestehende Schulhaus anschliesst, mit Entréebereich und neuem Kindergarten im Erdgeschoss. Im Obergeschoss sind sodann ein Schulzimmer mit Gruppenraum sowie zwei Räume für die schulische Heilpädagogik und die Schulleitung vorgesehen. Im ehemaligen Kindergarten, der sich im Gebäude der Turnhalle befindet, soll zukünftig der Werkraum Platz finden. Zur Wahl des Materials sagte Giuliani: «Es soll in Richtung Holz gehen.»

Rechnung schliesst mit Gewinn statt mit Verlust ab

Die Rechnung schliesst bei Ausgaben von 1,58 Millionen Franken mit einem Gewinn von 134'000 Franken. Budgetiert war ein Verlust von 81'000 Franken. Vom Gewinn fliessen 100'000 Franken in den Erneuerungsfonds aus Baufolgekosten, der Rest in das zweckfreie Eigenkapital.

Das Budget 2020 rechnet bei gleichbleibendem Steuerfuss von 66 Prozent mit einem Aufwand von 1,15 Millionen Franken. Aufgrund einmalig doppelt verbuchter Beitragsleistungen ist ein Gewinn von 274'000 Franken vorgesehen. «Ab 2020 werden wir diese Leistungen abgrenzen», sagte Diana Sterkman. Das reduziere die Schwankungen bei Abschlüssen und erhöhe die Planungssicherheit.

Neues Behördenmitglied gewählt

Die Versammlung wählte Christoph Brander als neues Mitglied der Schulbehörde. Der 38-jährige Ingenieur hat vier Kinder im Primarschulalter und wohnt seit einem Jahr mit seiner Familie im alten Pfarrhaus in Nussbaumen. Brander erhielt 39 von 40 Stimmen.

Mehr zum Thema