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Münchwiler Kläranlage hält mit Bevölkerungswachstum nicht mit

Laut dem kantonalen Amt für Umwelt stösst die Abwasser-Reinigungsanlage an ihre Kapazitätsgrenze. Der zuständige Zweckverband befasst sich mit verschiedenen Lösungsvarianten.
Roman Scherrer
Die ARA Münchwilen soll in den nächsten Jahren unter anderem eine Anlage zur Beseitigung von Mikroverunreinigungen erhalten. (Bild: Olaf Kühne)

Die ARA Münchwilen soll in den nächsten Jahren unter anderem eine Anlage zur Beseitigung von Mikroverunreinigungen erhalten. (Bild: Olaf Kühne)

Es ist nur ein Satz im über 400 Seiten langen Geschäftsbericht des Kantons Thurgau. Doch er klingt wenig schmeichelhaft für die Abwasserreinigungsanlage (ARA) Münchwilen. Im Abschnitt «Qualitative Beurteilung der Oberflächengewässer» schreibt das kantonale Amt für Umwelt, dass die Wasserqualität der Murg im vergangenen Jahr zwar grundsätzlich gut war.

Bei Wängi habe das Flusswasser bei der Messung allerdings eine schlechte Qualität aufgezeigt. «Aufgrund der tendenziell tiefen Temperaturen im Februar / März war die Reinigungsleistung der ARA Münchwilen, welche ohnehin an ihre Kapazitätsgrenzen stösst, ungenügend», wie das Amt für Umwelt weiter schreibt.

Temperaturen beinflussen Reinigungsverfahren

Fliesst also aus der Münchwiler ARA verschmutztes Wasser in die Murg? «Dieser Satz bezieht sich nur auf eine einzelne Messung, welche genau in dieser kalten Periode durchgeführt wurde», erklärt Guido Grütter, Präsident des Abwasserzweckverbands Oberes Murgtal. Kalte Temperaturen würden die Nitrifikation – das Verfahren, mit dem Nitrate aus dem Abwasser entfernt werden – erschweren. So enthielt das Wasser, welches von der ARA in die Murg abgeflossen war, mehr Nitrate als üblich. «Mit der Anlage-Kapazität hat das jedoch nichts zu tun», sagt Grütter. Aber: «Es stimmt, die ARA Münchwilen stösst tatsächlich an ihre Kapazitätsgrenze.» Der Grund dafür ist das Bevölkerungswachstum der vergangenen Jahre in den an der ARA Münchwilen angeschlossenen Gemeinden. Es sind dies die Hinterthurgauer Gemeinden Bettwiesen, Braunau, Eschlikon, Fischingen, Münchwilen und Sirnach sowie die St. Galler Ortschaft Bronschhofen.

Laut Grütter ist der Ausbau der Anlage denn auch längst schon ein Thema. Seit über zwei Jahren befasse man sich damit. «Wir müssen eine Vielzahl von Varianten für den Ausbau prüfen», so Grütter. Der Kapazitätsausbau hat zwar Priorität, ist aber nicht die einzige grössere Investition, welche auf die ARA Münchwilen zukommt. «Wir sehen künftig auch den Bau einer Anlage vor, die es ermöglicht, Mikroverunreinigungen im Wasser zu beseitigen», sagt Guido Grütter. Ein solches Projekt hat beispielsweise der Abwasserzweckverband Lützelmurgtal für die Aadorfer ARA kürzlich in die Wege geleitet.

Für Investitionen in die ARA, muss der Steuerzahler als solcher normalerweise nicht zur Kasse gebeten werden, da die Abwasser-Entsorgung gebührenfinanziert ist. «Für solche Investitionen haben wir einen Fonds geäufnet», sagt Grütter. Sollten die Investitionen jedoch mehr Geld benötigen, als der Fonds bieten kann, müssten die angeschlossenen Gemeinden entsprechende Kredite bewilligen.

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