Nun doch: Wegen der Perronerhöhung der Frauenfeld-Wil-Bahn könnte auf der Münchwiler Ortsdurchfahrt bald Tempo 30 gelten

Die Frauenfeld-Wil-Bahn muss in Münchwilen ihr Perron erhöhen. Das tangiert auch die Hauptstrasse: Nachdem die Stimmbürger vor drei Jahren einer Umgestaltung ihrer Ortsdurchfahrt eine deutliche Abfuhr erteilten, könnte nun Tempo 30 auf der Wilerstrasse wieder Thema werden.

Olaf Kühne
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Die Münchwiler Haltestelle der Frauenfeld-Wil-Bahn ist noch nicht behindertengerecht.

Die Münchwiler Haltestelle der Frauenfeld-Wil-Bahn ist noch nicht behindertengerecht.

Bild: Roman Scherrer

Den 200 Meter langen Abschnitt der Münchwiler Wilerstrasse zwischen Bezirksgericht und Sirnacherstrasse darf man getrost mit «neuralgisch» bezeichnen. Laut den aktuellen Münchwiler Gemeindenachrichten registrierte die Polizei auf diesem kurzen Teilstück zwischen 2009 und 2018 nicht weniger als 22 Unfälle, dreimal wurden Fussgänger in Mitleidenschaft gezogen, eine Person kam ums Leben.

Verkehrssicherheit ist im Hinterthurgauer Bezirkshauptort deshalb seit Jahren ein Politikum. Dennoch erteilten die Münchwilerinnen und Münchwiler vor drei Jahren einer Umgestaltung ihrer Ortsdurchfahrt mit Tempo 30 eine deutliche Abfuhr.

Perronsanierung zieht Rattenschwanz nach sich

Ein kleines bisschen kommt nun aber doch Bewegung in die Sache. Bis spätestens Ende 2023 muss die Frauenfeld-Wil-Bahn dem Behindertengleichstellungsgesetz gerecht werden und hierfür auch das Perron am Bahnhof Münchwilen umbauen.

Was wiederum einen kleinen Rattenschwanz nach sich zieht: Weil hierfür das Bahntrassee verschoben werden muss, verschmälert sich die Wilerstrasse in diesem Bereich minim. Dies wiederum hat den Kanton Thurgau als Besitzer der Strasse veranlasst, eine Sicherheitsüberprüfung vorzunehmen. Mit unter anderem der Erkenntnis, dass Autofahrer den Fussgängerübergang auf der Höhe des Bahnhofkioskes zu spät sehen.

Drei Lösungsvarianten haben die Planer deshalb für das kantonale Tiefbauamt erarbeitet. Die erste heisst im Fachjargon «Unterschreitung der Normvorgaben», was so viel meint wie nichts machen. Weiter stehen eine Ampel sowie eine Temporeduktion auf diesen 200 Metern auf 30 Stundenkilometer zur Debatte.

Gemeinderat spricht sich für Variante Tempo 30 aus

Der Münchwiler Gemeinderat hatte Gelegenheit, sich zu diesen drei Vorschlägen zu äussern. Die Behörde schreibt nun in ihrer Mitteilung:

«Wir stehen klar hinter der Variante mit Temporeduktion und folgen damit den Ortsparteien, welche grösstenteils ebenfalls diese Variante favorisieren.»

Gleich mehrere Vorteile sprächen für diese Lösung: Unter anderem sei bei Tempo 30 die Sichtweite genügend, der Verkehrsfluss würde nicht gestört wie mit einer Ampel, und schliesslich bleibe – im Gegensatz zu einer eigentlichen Tempo-30-Zone – der Zebrastreifen erhalten, der die grösste Fussgängerfrequenz aufweise.

Im Wissen um die 2017 heftig umstrittene Abstimmungsvorlage betont der Gemeinderat vor allem das Weiterbestehen des Fussgängerübergangs, dessen in der damaligen Vorlage vorgesehener Wegfall einer der lautesten Kritikpunkte war.

Daniel PelusoGemeindeschreiber Münchwilen

Daniel Peluso
Gemeindeschreiber Münchwilen

Bild: PD

Wann die Auflage der Änderung erfolgen wird, weiss Gemeindeschreiber Daniel Peluso noch nicht. Er sagt aber: «Die Wilerstrasse ist eine Kantonsstrasse. Trotzdem konnten wir als Gemeinde im Rahmen der Vernehmlassung unsere Meinung zu den drei vorgeschlagenen Varianten äussern.»

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