Nicht wegen des Wolfs: Thurgauer Regierung zerpflückt nationale Jagdverordnung

Am 27. September stimmt die Schweiz über das revidierte Jagdgesetz ab. Der Thurgauer Regierungsrat äussert sich vorsorglich zur Jagdverordnung, die bei einem Ja in Kraft treten würde.

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Die Jagd ist derzeit auf der politischen Agenda.

Die Jagd ist derzeit auf der politischen Agenda.

Bild: Walter Schwager / BAD

(red) Der Regierungsrat ist mit der revidierten Jagdverordnung nicht einverstanden. Wie er in seiner Vernehmlassungsantwort an das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) schreibt, beantragt er einige Änderungen, sollte das revidierte Jagdgesetz an der Volksabstimmung am 27. September angenommen werden.

Unter anderem hält er Begriffe wie «regional selten», «weitere jagdbare Arten», «Bestände rasch abnehmen» oder «anzahlmässige Entwicklung» für unpräzise und fordert konkretere Formulierungen. In anderen Fällen fordert der Thurgauer Regierungsrat, den Kantonen beim Vollzug verschiedener Regelungen Spielraum zu gewähren. Zum Beispiel bei der Nachsuchepflicht und der Organisation dieser Aufgabe.

Treffsicherheitsnachweis: Zu wenig konkret

Änderungen beantragt der Regierungsrat zudem beim Treffsicherheitsnachweis und der Jägerprüfung. Der Verordnungsentwurf sieht vor, dass der Treffsicherheitsnachweis jährlich erbracht werden muss. Dies ist gemäss der Vernehmlassungsantwort nicht konkret genug und könnte Schwierigkeiten bereiten, hält der Regierungsrat weiter fest.

Er schlägt vor, dass der Nachweis der Treffsicherheit zum Zeitpunkt der Jagdausübung nicht älter als zwölf Monate sein darf. Der Regierungsrat erachtet es überdies als unverhältnismässig und im Vollzug als nicht praktikabel, wenn einer Jägerin oder einem Jäger die Fachkunde abgesprochen wird, wenn sie oder er die Jagd eine Zeitlang nicht ausgeübt hat.

Die Themenschwerpunkte des Jagdgesetzes

Mit Beschluss vom 27. September 2019 hat das Parlament einer Änderung des Jagdgesetzes zugestimmt und den Bundesrat beauftragt, die zugehörenden Ausführungsbestimmungen zu erlassen.

Die revidierte Jagdverordnung fokussiert auf die folgenden Themenschwerpunkte: die Konfliktverhütung mit geschützten Wildtieren, die Förderung des Lebensraum- und Artenschutzes, sowie Nachhaltigkeit und Tierschutz beim Umgang mit Wildtieren.

Das Jagdgesetz ist umstritten. Vor allem auch wegen einem Tier: Der Wolf bleibt zwar eine geschützte Tierart, und die Rudel werden laut dem Bund geschont.

Die Kantone können neu das Wachstum und die Verbreitung der Wolfsbestände kontrollieren: Unter bestimmten Voraussetzungen können sie einzelne Wölfe zum Abschuss freigeben, bevor diese einen Schaden angerichtet haben. Der Bund muss vor einem allfälligen Abschuss aber immer konsultiert werden, heisst es auf der Website des Bundes.