Die Thurgauer Grünen wollen mit Karin Bétrisey in die Regierung +++ Es kommt Bewegung in den Wahlkampf

Kantonsrätin Karin Bétrisey steigt für die Grünen in den Regierungsratswahlkampf. Die Partei nominiert die Kesswilerin am Montagabend in Weinfelden für die Wahlen vom 15. März.

Sebastian Keller und Silvan Meile
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Karin Bétrisey nach der Nomination durch die Mitglieder der Grünen.

Karin Bétrisey nach der Nomination durch die Mitglieder der Grünen.

(Bild: Andrea Stalder)

Die Thurgauer Grünen fordern die Regierungsparteien heraus. An der Mitgliederversammlung in Weinfelden präsentierte sich die 48-jährige Kantonsrätin Karin Bétrisey aus Kesswil als Kandidatin für einen Sitz in der Thurgauer Exekutiven. Die Nomination war reine Formsache. Die Mitglieder nominierten sie per Akklamation. 

Als Gründe für ihre Kandidatur führte die GP-Kantonsrätin an, dass es nicht sein könne, dass für eine Vakanz nur eine Person kandidiert. Sie verwies zudem auf die Nationalratswahlen vom 20. Oktober. Sie sagte: 

«Wir haben mit Abstand am meisten Wähleranteile gewonnen.»

Zähle man den Wähleranteil der GLP dazu, kommen die grünen Parteien auf fast 20 Prozent. Das sei mehr als die CVP, die SP und die FDP. «Aber wir haben keinen Sitz in der Regierung.» Deshalb kandidiere sie.

Sie setze sich fürs Klima ein. «Ich hoffe, dass wir die grüne Welle in den Thurgau bringen und alle mitreissen.»

Die Ingenieurin und Raumplanerin ist verheiratet und Mutter einer Tochter. Seit August 2018 sitzt sie für die Grünen im Grossen Rat. In kurzer Zeit hat sie mit Vorstössen auf sich aufmerksam gemacht.

Für die Grossratswahlen vom 15. März ist sie auch auf der Liste der Grünen des Bezirks Arbon zu finden. Hinter ihrem Kantonsratskollegen Didi Feuerle (Arbon) belegt sie den zweiten Listenplatz. 

Zu Beginn ihrer politischen Laufbahn engagierte sich die gebürtige Aargauerin bei den Grünliberalen, wechselte aber vor einigen Jahren zu den Grünen.

Ein freier Sitz in der Kantonsregierung

An den Gesamterneuerungswahlen für den Thurgauer Regierungsrat treten vier der fünf Bisherigen wieder an. Neu zu besetzen gilt es den Sitz des in den Ständerat gewählten Jakob Stark. Für seine Nachfolge schickt die SVP den Romanshorner Kantonsrat Urs Martin ins Rennen. Dieser entschied im vergangenen November die parteiinterne Ausmarchung gegen den Busswiler Urs Schrepfer für sich. Mit der Kandidatur Bétrisey kommt nun Bewegung in den Wahlkampf. Urs Martin nimmt es sportlich. Auf Twitter schreibt er: 

In der bisherigen Thurgauer Regierung stellt die SVP zwei Vertreter, die FDP, CVP und SP beanspruchen je einen Sitz. Diese Zauberformel hat seit 1986 Bestand. Damals eroberte die SVP auf Kosten der FDP einen zweiten Sitz. Folgende Regierungsräte kandidieren für eine weitere Legislatur:

  • Monika Knill (SVP, Alterswilen, seit 2008 im Regierungsrat) 
  • Carmen Haag (CVP, Stettfurt, 2014) 
  • Cornelia Komposch (SP, Steckborn, 2015)
  • Walter Schönholzer (FDP, Neukirch an der Thur, 2016)
Das aktuelle Regierungsfoto auf dem Nollen: Staatsschreiber Rainer Gonzenbach, Carmen Haag, Walter Schönholzer, Regierungspräsident Jakob Stark, Monika Knill und Cornelia Komposch.

Das aktuelle Regierungsfoto auf dem Nollen: Staatsschreiber Rainer Gonzenbach, Carmen Haag, Walter Schönholzer, Regierungspräsident Jakob Stark, Monika Knill und Cornelia Komposch. 

(Bild: PD/Kirsten Oertle)

Anfangs Dezember 2019 gab der grünliberale Kantonsrat Ueli Fisch (Ottoberg) bekannt, auf eine Kandidatur als Regierungsrat zu verzichten. Vor vier Jahren erreichte er bei den Gesamterneuerungswahlen zwar das absolute Mehr, hatte aber als Überzähliger das Nachsehen.

Die Frist zur Einreichung von Wahlvorschlägen endet am Montag, 20.Januar. Der erste Wahlgang ist auf den 15.März angesetzt. Dannzumal wird der Regierungsrat gemeinsam mit dem Grossen Rat gewählt. Die Rede ist von einem Super-Wahlsonntag. Ein allfälliger zweiter Wahlgang für den Regierungsrat wird am Sonntag, 19.April, durchgeführt.

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