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Glosse

Nicht mal Energiestadt

Mit Standortfaktoren ist das so eine Sache. Mit Statistiken übrigens auch.
Olaf Kühne
Olaf Kühne

Olaf Kühne

Ein tiefer Steuerfuss sei ein unschlagbarer Standortvorteil, haben uns Generationen von Politikern und Beratern eingetrichtert. Ohne hervorragende Verkehrsanbindungen laufe erst recht nichts in Sachen Neuzuzüger, lautete ein weiteres Mantra. Und nun das: Diese Woche veröffentlichte der Kanton seine alljährliche Bevölkerungsstatistik und bescheinigte dabei im Hinterthurgau just der Gemeinde Fischingen das mit Abstand grösste Bevölkerungswachstum.

Ja sapperlot! Was ist denn da schiefgelaufen? Ausgerechnet Fischingen. Die Gemeinde mit dem höchsten Steuerfuss und der grössten Distanz zur Autobahn – und einem öffentlichen Verkehrsangebot, das man selbst in Sibirien bestenfalls als suboptimal bezeichnen würde. Aber es kommt noch schlimmer: Nicht mal das furchtbar wichtige Energiestadt-Label ziert den Fischinger Ortseingang.

Energiestadtzertifiziert ist übrigens auch Lommis nicht. Dafür hat die Gemeinde einen supertiefen Steuerfuss und – besonders cool – sogar einen eigenen Flugplatz. Gut, ÖV kennt man auch in Lommis fast nur vom Hörensagen, und um die Autobahn innert nützlicher Frist zu erreichen, muss man schon das eine oder andere Tempolimit ignorieren. Etwa so wie ein Fischinger Pendler.

So oder so bewegt sich die nördlichste Gemeinde des Hinterthurgaus am anderen Ende der Wachstumsstatistik: minus ein Prozent. (In Fischingen sind’s übrigens plus dreieinhalb Prozent.) Spielen also doch ganz andere Faktoren als dieses Steuerfussdings eine Rolle bei der Entscheidung, in eine bestimmte Gemeinde zu ziehen? Künftige Generationen von Politikern und Beratern werden es uns vielleicht erklären können, die aktuellen können es offensichtlich nicht.

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