Nicht auf dem Holzweg, sondern sogar ausgezeichnet: Der neue Matzinger Werkhof

Der neue Werkhofsgebäude der Gemeinde Matzingen trägt neu das Label Schweizer Holz. Die Auszeichnung stammt von der Organisation Lignum-Ost.

Christof Lampart
Drucken
Teilen
Matzingens Gemeindepräsident Walter Hugentobler erhält von Paul Koch, Präsident von Lignum Ost, die Auszeichnung.

Matzingens Gemeindepräsident Walter Hugentobler erhält von Paul Koch, Präsident von Lignum Ost, die Auszeichnung.

Bild: Christof Lampart

Ende September wurde der Werkhof mit einem Dorffest eingeweiht – und nun steht bereits der nächste freudige Höhepunkt für das Zweckgebäude ins Haus. Denn die Dachorganisation der Thurgauer Wald- und Holzwirtschaft, Lignum Ost, war vor kurzem auf den Bau aufmerksam geworden – und befand ihn, nach eingehender Prüfung, reif für die Auszeichnung Label Schweizer Holz.

Der neue Matzinger Werkhof.

Der neue Matzinger Werkhof.

(Bild: Reto Martin)

Dieses Label wird an Bauherren vergeben, die ein Holzhaus erstellen, das mindestens zu 80 Prozent aus Holz besteht, welches in Schweizer Wäldern geschlagen und in den hiesigen Betrieben verarbeitet wurde. Beim Matzinger Werkhof liegt die Quote, wie Paul Koch, Präsident von Lignum Ost, erläutert, noch höher.

«Wir dürfen hier die Gemeinde Matzingen für den Bau eines Gebäudes auszeichnen, dass zu 97,5 Prozent aus Schweizer Holz besteht.»

So freut sich Koch. In Tragwerk und Fassade des neuen Werkhofes wurden insgesamt 145,1 Kubikmeter Holz verbaut.

Aktiver Beitrag zum Klimaschutz

Der neue Matzinger Werkhof.

Der neue Matzinger Werkhof.

(Bild: Reto Martin)

Holz sei nicht nur ein heimeliger Werkstoff, sondern auch einer, über den die Schweiz praktisch unbegrenzt verfüge. Denn «die Menge, die in diesem Gebäude verbaut wurde, wächst im Schweizer Wald in sieben Minuten nach», sagt Koch. Kommt hinzu, dass, wer mit Holz baue, einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz und zur CO2-Absenkung leiste. Denn das für das Wachstum des Baumes der Atmosphäre entzogene CO2 bleibe im verbauten Holz gebunden – im besten Fall für Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte.

«Gemäss Berechnungen sind in diesem Holz rund 107 Tonnen des Treibhausgases gebunden, was ungefähr der Menge an CO2 entspricht, die 21 in der Schweiz lebende Personen während eines Jahres produzieren.»

So rechnet Koch vor. Zu guter Letzt stamme das für den Bau verwendete Holz aus der Region, was dazu beigetragen habe, dass durch die kurzen Transportwege für diesen Bau relativ wenig graue Energie aufgewendet wurde.

Label Schweizer Holz

Das Label Schweizer Holz wird in der ganzen Holz-Kette eingesetzt. Vom Forstbetrieb und der Sägerei über den Holzhandel und den Schreiner bis hin zum Detailhändler. Konsequent angewendet, betont das Label die Merkmale von Schweizer Holz, signalisiert eine geschlossene Wertschöpfungskette und trägt dazu bei, die gesamte Schweizer Wald- und Holzwirtschaft langfristig zu stärken. (art/red)

Mehr Informationen unter: www.holz-bois-legno.ch

Matzingens Gemeindepräsident Walter Hugentobler macht keinen Hehl aus seiner grossen Freude über die Auszeichnung und wirft humorvoll ein, dass eine solche Auszeichnung, die von echten Holzprofis komme, zeige, dass «wir uns nicht auf dem Holzweg befinden».

Impressionen von der Einweihung des neuen Werkhofs in Matzingen.
9 Bilder

Impressionen von der Einweihung des neuen Werkhofs in Matzingen.

Plakette weist die Besucher auf das Label hin

Für die Gemeinde sei bei der Planung des Werkhofs wesentlich gewesen, dass dieser praktisch, energetisch sinnvoll und mit einheimischen Rohstoffen durch einheimische Handwerker habe realisiert werden können. Dass dieser darüber hinaus so schön geworden sei, dass er nun das Label Schweizer Holz erhalte, sei «das Tüpfelchen auf dem i», sagt Hugentobler. Während die Urkunde im Sitzungszimmer des Werkhofes aufgehängt wird, wird draussen, eine Plakette angebracht, welche die Besucher darüber informiert, dass dieses Gebäude mit dem Label Schweizer Holz ausgezeichnet wurde.

Mehr zum Thema:

Heimisches Holz dominiert neuen Werkhof der Gemeinde Matzingen

2,645 Millionen Franken kostet der neue Werkhof an der Hardstrasse 3 in Matzingen. Vor der feierlichen Einweihung am kommenden Wochenende mit einem vielfältigen Programm hat Gemeindepräsident Walter Hugentobler zu einem Rundgang eingeladen.
Samuel Koch

Grünes Licht für den Werkhof in Matzingen

Die Gemeinde investiert rund 2,645 Millionen Franken in einen neuen Entsorgungshof. Einsprachen dagegen gibt es keine. Geht alles nach Plan, entsteht der Werkhof auf der ehemaligen Liegenschaft Schär bis im Herbst 2019.
Samuel Koch