«Nicht alle Probleme sind gelöst»: Steckborn bilanziert Einsatz von externem Sicherheitspersonal gegen Abfallsünder, Unruhestifter und Vandalen

Während eines Pilotversuchs zwischen Juni und Oktober patrouillierten Sicherheitskräfte der City Watch GmbH aus Kreuzlingen durch Steckborn. Jetzt ziehen die Primarschulgemeinde und die Stadt ein Fazit. Für nächsten Sommer suchen sie noch nach Lösungen.

Samuel Koch
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Sicherheitspersonal patrouilliert durch die Zürcher Innenstadt.

Sicherheitspersonal patrouilliert durch die Zürcher Innenstadt.

Bild: Keystone/
Ennio Leanza

Die Testphase ist zu Ende, die Behörden ziehen ein Fazit. «Wir haben einige positive Rückmeldungen aus der Bevölkerung erhalten», sagt Bettina Gasser, Präsidentin der Primarschulgemeinde Steckborn. Im Auftrag der Schule und der Stadt patrouillierte Sicherheitspersonal der Kreuzlinger City Watch GmbH in einem Pilot zwischen Juni und Oktober an sensiblen Standorten in Steckborn, um Abfallsündern, Unruhestiftern und Vandalen Herr zu werden. Die Kosten von 17'000 Franken teilten sich die Behörden hälftig auf.

Suche nach möglichst interner Lösung

Bettina Gasser, Präsidentin Schulgemeinde Steckborn.

Bettina Gasser, Präsidentin Schulgemeinde Steckborn.

Bild: PD

Gasser stellt jetzt zufrieden fest, dass die Sicherheitsleute offen auf die Leute zugegangen sind und bei Problemen das Gespräch gesucht haben. City Watch hat «keine gravierenden Vorkommnisse zu vermelden». In keinem einzigen Fall habe die Polizei hinzugezogen werden müssen. Aber nach Rücksprachen mit Nachbarn und Hauswarten sagt Bettina Gasser:

«Mit externen Patrouillen sind nicht alle Probleme gelöst.»

Was fehlt, ist eine Ansprechperson, die rasch vor Ort ist, «wenn die Situation gerade akut ist», wie Gasser einen Nachbarn zitiert.

Geprüft werden auch weitere Optionen

Steckborns Stadtpräsident Roman Pulfer pflichtet ihr bei. Der Sicherheitsdienst habe jeweils an Wochenenden punktuell Kontrollgänge gemacht.

Roman Pulfer, Stadtpräsident Steckborn.

Roman Pulfer, Stadtpräsident Steckborn.

Bild: Reto Martin
«Aber natürlich kann es auch in den Ferien respektive unter der Woche zu Ruhestörungen und Regelverstössen kommen, gerade auch während der Sommerferien.»

Gemeinsam suchen Schulbehörde und Stadt jetzt nach einer Lösung für den nächsten Sommer. «Es wäre wünschenswert, wenn jemand im Ort diese Aufgabe übernehmen könnte, der Steckborn kennt und lokal verwurzelt ist», meint Pulfer. Früher patrouillierte der Ordnungsdienst, mit überwiegend positiven Erfahrungen.

Derzeit werden weitere Optionen geprüft. «Eine weitere Zusammenarbeit mit City Watch ist nicht ganz ausgeschlossen», sagt Schulpräsidentin Gasser. «Diese müsste jedoch in einer anderen Form und mehr zugeschnitten auf unsere Bedürfnisse sein.»