Tagesbetreuung in Eschlikon: Das neue Angebot ist gefragt

Die familienergänzende Tagesbetreuung der Gemeinde Eschlikon ist mit dem neuen Schuljahr erfolgreich gestartet.

Roman Scherrer
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Rösti mit Spiegelei und vorab Salat: Eschliker Kinder lassen sich für den Mittagstisch ihre Teller füllen.

Rösti mit Spiegelei und vorab Salat: Eschliker Kinder lassen sich für den Mittagstisch ihre Teller füllen.

Bild: Andrea Stalder

Es herrscht Trubel im Haus an der Haldenstrasse 2. Die eingetroffenen Kinder haben schnell etwas zum Spielen gefunden. Bettina Ledergerber hat alle Hände voll zu tun. «Gleich gibt’s Essen», sagt die Leiterin der familienergänzenden Tagesbetreuung Eschlikon zu einigen Kindern, die sie umringen. Der Bitte, sich die Hände zu waschen, kommen die Kleinen ohne Murren nach. Vielleicht wegen dem Menuplan? Rösti mit Spiegeleiern steht als Hauptspeise drauf.

Isabelle DenzlerGemeinderätin

Isabelle Denzler
Gemeinderätin

(Bild: Andrea Stalder)

Mit dem neuen Schuljahr hat die Gemeinde Eschlikon die Tagesbetreuung eingeführt. «Wir haben wohl den richtigen Zeitpunkt erwischt», sagt Gemeinderätin Isabelle Denzler, welche das Angebot in ihrem Ressort Soziales verantwortet, mit Blick auf die Anmeldungen. So ist jedes der Module – von Montag bis Freitag, jeweils von 11.45 bis 18.00 Uhr – gebucht. Denzler weist aber darauf hin: «Es gibt an jedem Tag noch freie Plätze.»

Corona könnte ein Grund sein, weshalb das Angebot von Beginn weg gefragt war, vermutet Denzler. «Viele Eltern haben wohl eine neue Lösung gesucht, denn zuvor konnten sie oft bedenkenlos die Grosseltern für die Betreuung einspannen.» Die Pandemie macht sich nun auch im Betreuungsalltag bemerkbar. So dürfen Eltern momentan noch nicht ins Haus, die Kinder dürfen ihr Mittagessen nicht selber schöpfen, und auf eine Eröffnungsfeier mussten die Verantwortlichen bisher verzichten.

30'000 Franken im ersten Jahr

Für die Tagesbetreuung in diesem Jahr hat die Gemeinde Eschlikon 30'000 Franken budgetiert. Denzler rechnet in den kommenden Jahren mit rund 50'000 Franken. Sie weist darauf hin, dass man sich in einer Einführungsphase befinde. «Nach etwa drei Jahren können wir sagen, ob das Bedürfnis für die Tagesbetreuung längerfristig vorhanden ist.» Die Gemeinderätin ist aber überzeugt: Das Angebot ist ein Gewinn für die Gemeinde. Nicht zuletzt, weil man im Haus an der Haldenstrasse 2 Synergien nutzen könne. So konnte man den Mittagstisch samt Team in die Tagesbetreuung integrieren. Das Themencafé für Frauen mit Migrationshintergrund – welche jeweils ihre Kinder mitnehmen können – hat in den Räumlichkeiten ebenso ein neues Zuhause gefunden wie die Spielgruppe des Elternvereins.

Letztere findet jeweils am Morgen vor der Tagesbetreuung statt, bei der auch Spielgruppenleiterinnen als Betreuerinnen mitwirken. Denzler will so einen Begegnungsort für Familien mit Kindern schaffen – alles unter einem Dach. «Die Idee ist, dass sich die Kinder schon früh an die Räumlichkeiten und Betreuungspersonen gewöhnen. So werden Berührungsängste abgebaut.»

Bettina Ledergerber Leiterin Tagesbetreuung

Bettina Ledergerber
Leiterin Tagesbetreuung

(Bild: Andrea Stalder)

Für diesen Effekt sorgt auch Bettina Ledergerber. Weil sie zuvor als Kindergärtnerin in Eschlikon tätig war, kennen sie einige Kinder bereits. Sie kann auf rund 30 Jahre Berufserfahrung in diesem Bereich zurückgreifen. Daher stamme auch ihre Motivation, die Tagesbetreuung zu leiten. «Bei meiner Arbeit habe ich festgestellt, dass es immer mehr Kinder gibt, die kaum Strukturen haben und von bis zu fünf Personen betreut werden», erzählt sie. Einige Kinder seien dadurch völlig überfordert gewesen. «Für sie sind unsere regelmässigen Betreuungsangebote eine Erleichterung.» Auch für Eltern sei die Tagesbetreuung eine grosse Chance. «Sie vereinfacht es speziell für Mütter, arbeiten gehen zu können. Und ich glaube, das tut ihnen gut», sagt Ledergeber, die dabei aus Erfahrung spricht.

Neu ist für sie, dass sie eine Leitungsposition innehat und so ein zehnköpfiges Team anführt. Alle Mitwirkenden seien aber überzeugt von dem Angebot. «Deshalb macht es Spass, so motivierte und engagierte Leute zu führen», sagt Ledergerber. Gerade in der Anfangsphase müsse nun noch einiges ausprobiert und optimiert werden. Und wenn den Kindern etwas nicht passt, kein Problem: «Sie sind sehr direkt, man weiss immer, woran man bei ihnen ist», sagt Ledergerber lachend.

Die Rösti sind bereit.

Die Rösti sind bereit.

(Bild: Andrea Stalder)