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Neuer Verein mit hochkarätigem Vorstand will den Thurgau fit für die Digitalisierung machen

Der Verein Smarter Thurgau will die Bevölkerung und die Unternehmen für die Digitalisierung rüsten. Der 18-köpfige Vorstand ist mit nationalen Politikerinnen und Wirtschaftsführern hochkarätig besetzt. Nach den Sommerferien tritt der Verein erstmals in Erscheinung.
Sebastian Keller
Die Digitalisierung verändert alle Lebensbereiche. (Bild: Fotolia)

Die Digitalisierung verändert alle Lebensbereiche. (Bild: Fotolia)

Ein Schreckgespenst, ein Buch mit sieben Siegeln oder doch eine Heilsbringerin? Die Digitalisierung ist in aller Munde und erfasst alle Lebensbereiche. Ein neugegründeter Verein will sich dafür einsetzen, dass der Thurgau nicht von der Entwicklung des Jahrhunderts überrollt wird. Ans Licht der Öffentlichkeit ist er bisher nicht getreten. Wie dem jüngsten Amtsblatt des Kantons zu entnehmen ist, wurde Smarter Thurgau, so der Name, am 14. Mai ins Handelsregister eingetragen. Zweck: «Der Verein setzt sich für optimale Rahmenbedingungen ein, damit die Chancen der Digitalisierung für das Leben, Wohnen und Arbeiten im Kanton Thurgau nachhaltig genutzt werden können.»

Laut Eintrag bringt der Verband «innovative Kräfte aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung, Bildung, Sport und Verbänden zur Erhaltung der Attraktivität des Kantons zusammen». In der Tat: Alleine schon die Liste des 18-köpfigen Vorstandes liest sich wie ein Thurgauer Who-ist-Who: Kommunale, kantonale und nationale Politikerinnen und Politiker sind mit von der Partie, aber auch Verbandsvertreter, Wissenschaftlerinnen und Wirtschaftsführer gehören dem Vorstand an.

Nach den Sommerferien an die Öffentlichkeit

Nach rund einem Jahr Arbeit im Hintergrund will der Verein nach den Sommerferien an die Öffentlichkeit treten; die Webseite soll bereits im Juli online gehen. Das sagt Präsident Kurt Brunnschweiler aus Hauptwil auf Anfrage. Doch den Schleier über der groben Stossrichtung lüftet er dennoch bereits: «Wir haben die Absicht, die Digitalisierungsbestrebungen im Kanton zu bündeln und voranzutreiben», sagt der ehemalige Kadermann der Grossbank UBS und alt Gemeindeammann.

Im Gespräch zeigt sich: Smarter Thurgau will nicht nur über Digitalisierung sinnieren, sondern verständliche Rezepte für den Alltag liefern – wie es das Schülerkochbuch «Tiptopf» für die Küche von Nichtköchen tut. Kommerzielle Interessen verfolgt die Organisation keine – sie soll mittels Mitglieder­beiträgen und Spenden alimentiert werden. «Wir verstehen uns als Initiative», sagt Brunnschweiler. Der Verein will Leute an einen Tisch bringen, vernetzen, Lösungen suchen und bekannt machen. «Zum Wohle des Kantons.»

Der Verein will sich – gerade wegen der Breite des Themas – nicht verzetteln. Der Präsident formuliert es so: «Wir wollen nicht tausend Feuer entzünden und keines brennt so richtig.» Eine Handvoll Projekte hat der Verein bereits angepackt. So will er zusammen mit Schulgemeinden Lösungen finden, um der Digitalisierung in der Volksschule das nötige Gewicht zu geben. Eine andere Fragestellung ist die Netzsteuerung: Wenn der Strom dezentral – etwa mit Fotovoltaikanlagen – produziert wird, ist das für die Netzbetreiber eine Herausforderung. «Ein weiteres Thema», sagt Kurt Brunnschweiler, «ist die digitale Fitness der KMU.» Dabei denkt der Präsident etwa an Weiterbildungen, wie sich kleinere Unternehmen die neuen Möglichkeiten zunutze machen können.

Der Anstoss kam vom EKT

Weitere Bereiche, die der Verein beackern will, sind «Smarter Home» und «Healthcare». Brunnschweiler nennt ein Beispiel: «Wie kann uns die Technik helfen, damit wir länger in den eigenen vier Wänden bleiben können?» Die Antworten auf alle Fragen will und kann der Verein aber nicht alle selber erarbeiten. «Das wäre vermessen», sagt Brunnschweiler. Inspiration und Vernetzung über die Kantonsgrenze hinaus sind eine Selbstverständlichkeit für den Verein.
Angestossen hat die Initiative das Elektrizitätswerk des Kantons Thurgau (EKT); die Geschäftsstelle von Smarter Thurgau ist bei der EKT Holding AG in Arbon angesiedelt. Der Verwaltungsratspräsident und die Chefin des Unternehmens sind auch im Vorstand mit dabei.

Engadiner Inspiration

(seb.) Mitglied des Vorstands von Smarter Thurgau ist auch Jon Erni aus Scuol. Der ehemalige Kadermann von Microsoft ist Initiant von Mia Engiadina. Diese Initiative will alle mit dem Engadin verbundenen Personen – real oder virtuell – vernetzen. Ein konkretes Projekt von Mia Engiadina ist die Erschliessung auch entlegenster Gebiete mit Glasfaserleitungen für schnelles Internet. In sogenannten «Mountain Hubs», etwa in Scuol, soll auch der reale Austausch gepflegt werden. Die Engandiner Initiative hat schon mehrere Awards und Auszeichnungen gewonnen. «Wir sind froh, dass wir von den Erfahrungen der Mia Engiadina profitieren können», sagt Smarter-Thurgau-Präsident Kurt Brunnschweiler.

Der 18-köpfige Vorstand gemäss Handelsregister:

  • Kurt Brunnschweiler, Präsident
  • Othmar Schmid
  • Manfred Spiegel
  • Hansjörg Brunner
  • Oliver Dürr
  • Jolanda Eichenberger
  • Jon Erni
  • Edith Graf-Litscher
  • Brigitta Häberli
  • Leo Kuster
  • Walter Marty
  • Christian Neuweiler
  • Maike Scherrer
  • Urs Schneider
  • Peter Schütz
  • Lukas Weinhappl
  • Damiel Wessner
  • Peter Messmann

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