Neuer Ort der Begegnung in der Bibliothek Aadorf

Die Wiedereröffnung der Aadorfer Bibliothek lockte viele Besucher ins Dorfzentrum, die sich nicht nur mit Herumsehen begnügten. 

Kurt Lichtensteiger
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Die Aadorfer Gemeinde-und Schulbibliothek im Dorfzentrum. (Bilder: Kurt Lichtensteiger)

Die Aadorfer Gemeinde-und Schulbibliothek im Dorfzentrum. (Bilder: Kurt Lichtensteiger)

Nach einer viermonatigen Bauzeit präsentiert sich die um etwa ein Drittel vergrösserte Gemeinde- und Schulbibliothek in neuem Kleid. In den lichten Räumlichkeiten, wo sich in Regalen Bücher an Bücher reihen und zum Zugreifen locken, aber auch beim Anblick des geräumigen Aufenthaltsraums kamen die Schaulustigen nicht aus dem Staunen heraus. «Die Bibliothek soll vermehrt zu einem Ort der Begegnung werden, ein physischer Ort, wo man sich austauschen kann», meinte Bibliothekarin Renate Flückiger am samstäglichen Tag der offenen Tür.

Haus mit altehrwürdiger Geschichte

Kaum anzunehmen, dass bei diesem Gedanken das Verschwinden von Aadorfer Dorfbeizen mitspielte. Eine Festwirtschaft, Kinderschminken und ein Glücksrad waren weitere Hinweise dafür, dass die Bibliothek ein Treffpunkt für alle Altersgruppen sein soll. Auf den Vorabend zu einem Apéro hatten die Gemeinde- und Schulbibliothek sowie die Bürgergemeinde eingeladen. Bürgerpräsident Roman Engeler blätterte in die bewegte Geschichte des altehrwürdigen Gebäudes zurück: Im Jahr 1925 sei das Haus für 157500 Franken im ausklingenden Heimatstil erbaut worden, beheimatete vorerst eine Sparkasse und diente nach einem Bankencrash als Postgebäude bis Ende der 80er-Jahre.

Kantonsbibliothekar Bernhard Bertelmann, Roman Engeler, Conny Hasler und Renate Flückiger (von li.).

Kantonsbibliothekar Bernhard Bertelmann, Roman Engeler, Conny Hasler und Renate Flückiger (von li.).

Darauf fand sich mit der Bibliothek ein neuer Mieter. Dessen späteren Ausbauwünschen stand man vorerst etwas skeptisch gegenüber. Gleichwohl lenkte der Bürgerrat ein, zumal es sich um eine öffentliche Institution handelte. Ironie der Geschichte ist, dass 160000 Franken für den Ausbau gesprochen wurden, nämlich fast gleich viel, wie der Bau vor fast 100 Jahren zu stehen kam. Weitere 60000 Franken steuerte die politische Gemeinde bei.

Lesung mit Bündner Autor Arno Camenisch

So war es auch für Gemeinderätin Conny Hasler ein kleiner Freudentag. Ein Strahlen war zudem in den Gesichtern der drei Bibliothekarinnen Renate Flückiger, Sandra Sidoli und Susanne Müller abzulesen. Auch Kantonsbibliothekar Bernhard Bertelmann freute sich über die Entwicklung der Bibliothek, weil es die Verantwortlichen verstünden, Widerstände zu überwinden und sich dem digitalen Zeitalter anzupassen. Den Schlusspunkt am Freitagabend setzte eine Lesung mit dem Bündner Autor Arno Camenisch, der Gedichte, Prosa und für die Bühne schreibt.