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Neuer Kurs im Thurgau soll Anzahl unnötiger Arztbesuche verringern

Zwei Frauen wollen erreichen, dass weniger Menschen wegen Alltagsbeschwerden zum Arzt gehen. Das Pilotprojekt startet mit einem Kurs in Frauenfeld.
Larissa Flammer
Jacqueline Vogel und Susann Vögeli beim Brunnen und der Skultpur Heraklit in Weinfelden. (Bild: Andrea Stalder)

Jacqueline Vogel und Susann Vögeli beim Brunnen und der Skultpur Heraklit in Weinfelden. (Bild: Andrea Stalder)

Jacqueline Vogel und Susann Vögeli haben die Erfahrung gemacht, dass Menschen nicht mehr wissen, was bei Alltagsbeschwerden zu tun ist. Sie gehen mit Verstauchungen ins Spital, mit leichtem Fieber zum Arzt und greifen bei geringen Beschwerden sofort zu Medikamenten. Pflegefachfrau Susann Vögeli erzählt:

«Ich habe schon junge Frauen erlebt, die wegen Krämpfen in den Notfall wollten. Dabei wussten sie einfach nicht, wie sie mit Menstruationsbeschwerden umgehen können.»

Die Folgen dieser Entwicklung: Die Notfallstationen der Spitäler sind überfüllt, es entstehen unnötige Wartezeiten und enorme Kosten.

Dagegen wollen die beiden Frauen etwas unternehmen. Sie haben sich in einem Heilpflanzenkurs kennen gelernt. Vögeli war Teilnehmerin, Naturheilpraktikerin, Jacqueline Vogel die Leiterin. Jetzt sind sie Geschäftspartnerinnen und haben in den vergangenen zwei Jahren die Basis und das Konzept von «Alltagsgesundheit» aufgebaut. Im September starten sie das Pilotprojekt mit einem Kurs in Frauenfeld. Edith Graf-Litscher, Präsidentin des Dachverbands Komplementärmedizin, findet das Projekt toll. Der Thurgauer Verband unterstützt deshalb das Angebot.

Wissen anwenden und spüren, was hilft

Vogel und Vögeli gehen davon aus, dass die Menschen zwar viele Informationen zur Gesundheit haben, aber unsicher sind, wie sie diese bei sich anwenden könnten. «Traditionelles Wissen geht verloren und viele Hausmittel geraten in Vergessenheit», sagt Vögeli. Den Menschen fehlt es also an Handlungsmöglichkeiten.

Jacqueline Vogel und Susann Vögeli beim Brunnen und der Skultpur Heraklit in Weinfelden. (Bild: Andrea Stalder)

Jacqueline Vogel und Susann Vögeli beim Brunnen und der Skultpur Heraklit in Weinfelden. (Bild: Andrea Stalder)

Der Kurs von «Alltagsgesundheit» baut auf dem Wissen und den Erfahrungen der Teilnehmer auf. «Wir helfen ihnen, damit umzugehen, schliessen Wissenslücken und zeigen Anwendungen der traditionellen und der modernen Heilkunde», sagt Vogel. Die vier Kurstage sind über sieben Monate verteilt, damit die Teilnehmer dazwischen eigene Erfahrungen machen können. «Da beginnt die Selbstkompetenz; wenn die Leute merken, was ihnen hilft», sagt Vögeli.

Institutionen und Firmen gesucht

Die beiden Frauen wollen weder Menschen behandeln, noch sie davon abhalten, wenn nötig zum Arzt zu gehen. Bei Alltagsbeschwerden dagegen soll die gesundheitliche Selbstkompetenz zur Selbstverständlichkeit werden. Wird der erste Kurs ein Erfolg, wird es weitere geben. Vogel sagt: «Wir suchen auch nach Institutionen, die mit uns zusammenarbeiten und unser Konzept Menschen zugänglich machen, die vielleicht aus finanziellen Gründen keinen Kurs besuchen können.» Auch mit Firmen würden die Frauen arbeiten, wenn diese in die Gesundheit ihrer Mitarbeiter investieren wollen.

Die Stärkung der gesundheitlichen Selbstkompetenz im Umgang mit Alltagsbeschwerden ist für Vogel und Vögeli die vierte Säule der Gesundheitsprävention – neben Ernährung, Work-Life-Balance und Bewegung. Wie weit sich ihr Konzept verbreiten wird, ist für sie schwierig abzuschätzen. Vögeli sagt: «Die Idee ist ausbaufähig und wir sind flexibel.»

Hinweis: www.alltagsgesundheit.ch

Jacqueline Vogel

Die 55-Jährige ist Naturheilpraktikerin mit eidgenössischem Diplom in Traditioneller Europäischer Naturheilkunde. Bereits 1991 hat Jacqueline Vogel die kantonale Prüfung abgelegt und sich selbständig gemacht. Die eidgenössische Prüfung gibt es erst seit zweieinhalb Jahren. Seit 2011 ist sie zudem Ausbilderin mit Fachausweis. Vogel hat ursprünglich eine Lehre als Kauffrau bei einer Bank absolviert und fünf Jahren als Flugbegleiterin bei der Swissair gearbeitet. Jacqueline Vogel wohnt in Rehetobel und hat dort auch ihre Praxis. (lsf)

Susann Vögeli

Die 50-Jährige ist gelernte Pflegefachfrau HF. Sie hat in verschiedenen Fachbereichen – zum Teil mit Führungsverantwortung – gearbeitet und sich stetig weitergebildet. 2017 hatte Susann Vögeli die Leitung des Swiss Medical Teams der Swisscoy in Kosovo inne. Seit zehn Jahren arbeitet sie in der onkologischen Fachrichtung. Gegenwärtig ist sie für die Thurgauische Krebsliga im Bereich Beratung und Unterstützung von Betroffenen und ihren Angehörigen tätig – in allen Phasen einer Krebserkrankung. Vögeli ist in Berg SG wohnhaft. (lsf)

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