Neuer Antrieb für MS Arenenberg

In der Werft der Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein in Langwiesen arbeiten Spezialisten am Motorschiff MS Arenenberg.

Thomas Güntert
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Ein Spezialist aus Österreich hilft beim Einbau der Schottel-Ruderpropeller.

Ein Spezialist aus Österreich hilft beim Einbau der Schottel-Ruderpropeller.

(Bild: Thomas Güntert)

Das zehnköpfige Team der Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein (URh), das im Sommer auf dem Wasser ist, arbeitet im Winter in der eigenen Werft. Seit Oktober wird das 37 Jahre alte Motorschiff MS Arenenberg im Rahmen der Sanierungsintervalle neu motorisiert und die Technik auf den neusten Stand gebracht.

Herbert Rispy, Betriebs- und Werftleiter.

Herbert Rispy, Betriebs- und Werftleiter.

(Bild: Donato Caspari)

Der Betriebs- und Werftleiter Herbert Rispy erklärt, dass die Motoren nach 550'000 Fahrkilometern zwar noch laufen, dass es für die veraltete Steuerung jedoch keine Ersatzteile mehr gibt und man das Risiko nicht eingehen will, dass das Schiff auf dem Rhein wegen einem technischen Defekt stehen bleibt.

Spezialisten kommen aus Österreich

Zusammen mit zwei Schiffbauern, zwei Rohrschlossern und einem Elektriker der Österreichischen Schiffswerften AG Linz (ÖSWAG) wurde im Oktober mit dem Rückbau von Maschinenraum und Steuerhaus begonnen.

«Die Werft ist unterhaltsorientiert und wir sind für grosse Arbeiten nicht ausgerüstet»

sagt Rispy. Die Mitarbeitenden der URh erledigen die zeitintensiven Abbruch- sowie Isolationsarbeiten und die österreichischen Fachleute die Spezialarbeiten.

In den Schiffsrumpf wurden Öffnungen geschnitten, um Platz für den Einbau der neuen Schottelbrunnen zu schaffen und kalibrierte Motorenfundamente eingeschweisst. Neben den beiden 500 PS starken Scania Motoren und den vibrationsarmen Antrieben werden zusätzliche Partikelfilter installiert. Zudem wird einer der beiden Stromgeneratoren erneuert

«Die beiden alten Motoren sind zum Verkauf ausgeschrieben»

sagt Rispy, der die Arbeiten im Motorraum bis Ende Januar fertigstellen will. «Wir sind sogar etwas schneller, als es der Zeitplan vorsieht.» Bis zu den Tagen der offenen Werft soll alles fertig sein.

Der Umbau erfordert rund 7500 Arbeitsstunden

Im Rahmen der Neumotorisierung wird auch die gesamte technische Steuerung nach den neusten Normen und Vorschriften ersetzt. Rispy bemerkt, dass dabei sieben Kilometer Kabel verlegt werden, von denen es 36 verschiedene Varianten auf dem Schiff gibt. Der Umbau der MS Arenenberg erfordert rund 5000 Arbeitsstunden der URh Mitarbeitenden, dazu kommen rund 2500 Stunden der externen Spezialisten. Die Kosten für den Umbau belaufen sich auf rund 1,5 Millionen Franken.

Remo Rey, Geschäftsführer der URh.

Remo Rey, Geschäftsführer der URh.

(Bild: Donato Caspari)

Mitte März wird das Schiff für Testfahrten und die Abnahme durch das Bundesamt für Verkehr ins Wasser gelassen. URh Geschäftsführer Remo Rey kündigt an, dass das Schiff an den beiden Tagen der offenen Werft am 28. und 29. März nochmals in die Werft kommt, damit es von oben und unten besichtigt werden kann. Am 10. April soll dann die gesamte Flotte für den Kursverkehr bereitstehen.

Die neuen Motoren sparen Treibstoff

Im Winter 2017/2018 wurde bereits das grösste Schiff der URh-Flotte, das Motorschiff MS Schaffhausen, zusammen mit den österreichischen Spezialisten der ÖSWAG neu motorisiert und auf den neusten technischen Stand gebracht. Die Kosten beliefen sich ebenso auf 1,5 Millionen Franken. Durch die baugleichen Motoren und Antriebe der MS Schaffhausen und der MS Arenenberg resultiert auch eine Vereinheitlichung der Ersatzteilbeschaffung. Zudem wird von den neuen Motoren ein Treibstoffrückgang von rund 20 Prozent erwartet. (gün)

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Boxenstopp im Trockendock: Die URh motorisiert über den Winter das MS Arenenberg neu. Dafür zog der Hellingwagen den Koloss in die Werft.
Samuel Koch