Kommentar

Neue Verträge zum Kunstmuseum zwischen Kanton Thurgau und Stiftung Kartause: Ein Erweiterungsbau hat es schwer

Der Thurgauer Regierungsrat hat aus seinen Fehlern gelernt. Das anerkennt eine Mehrheit des Grossen Rates, indem er das neue Vertragswerk genehmigt. Doch es gibt Misstöne, welche die Zukunft schwierig machen können.

Larissa Flammer
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Larissa Flammer.

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Reto Martin

Über die Causa Kunstmuseum ist viel Geschirr zerbrochen worden. Das lässt sich nicht wieder spurlos zusammenfügen, wie die Debatte im Grossen Rat zeigt. Gleich mehreren politischen Persönlichkeiten im Thurgau fällt es schwer, die Zukunft des Kunstmuseums am bestehenden Standort und mit dem bestehenden Stiftungsrat zu planen. Das ist ein Handicap für die Museumsstrategie des Kantons. Vor allem, da auch der aussichtsreiche SVP-Regierungsratskandidat Urs Martin im Grossen Rat gegen das neue Vertragswerk stimmte. Die Kantonsregierung tut gut daran, den zweiten Anlauf für einen Erweiterungsbau nicht ohne das Volk und den Grossen Rat voranzutreiben.

Das neue Vertragswerk zwischen Kanton und Stiftung regelt aber nicht in erster Linie einen möglichen Erweiterungsbau. Es betrifft die bestehenden Museumsräume und die dringend nötige Sanierung. Der Regierungsrat hat viele – wenn auch vielleicht noch nicht alle – Lehren aus der Vergangenheit gezogen und das geforderte Prinzip «wer zahl, befiehlt», umgesetzt. Das hat die klare Mehrheit des Grossen Rats anerkannt.

Wenn Hermann Lei erneut in Erinnerung ruft, dass er vom Regierungsrat wie ein «quengelndes Kind» behandelt worden sei, obwohl er mit seiner Kritik recht gehabt habe, mag das stimmen. Unbestritten ist es auch ihm zu verdanken, dass Fehler ans Licht kamen. Nur eine grundsätzlich offene Haltung hilft jetzt aber dabei, die Zukunft zu planen. Und nicht die konsequente Weigerung, mit bestimmten Personen zusammenzuarbeiten.

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