Neue Ausstellung im Thurgauer Naturmuseum - der wilde Wald wandelt sich

Das Naturmuseum Thurgau lädt zur neuen Ausstellung «Wild auf Wald». Sie ist bis zum 29. März 2020 im dritten Obergeschoss des Naturmuseums Thurgau in Frauenfeld zu sehen.

Christof Lampart
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Hannes Geisser, Direktor des Naturmuseums, in der neuen Ausstellung «Wild auf Wald».  Bild: Christof Lampart

Hannes Geisser, Direktor des Naturmuseums, in der neuen Ausstellung «Wild auf Wald». Bild: Christof Lampart

Die Sonderausstellung ist zu grossen Teilen eine Produktion des Naturama Aargau. Sie ist bis zum 29. März 2020 im dritten Obergeschoss des Naturmuseums Thurgau in Frauenfeld zu sehen. Das Aargauer Material wird ergänzt mit Zahlen und Fakten über den Thurgauer Wald, aber auch neueste Erkenntnisse über die Entwicklung der Artenvielfalt im Thurgau und die voraussichtlichen Auswirkungen des Klimawandels auf den Wald.

Der «Stimme» eines Baumes lauschen

Wer die Ausstellung besucht, hat tatsächlich das Gefühl, einen Wald aus festem Karton zu betreten. Überall stehen in diesem «Wald» kleine und grosse Tiere. Einige, wie das Reh oder das Wildschwein, stechen einem sofort ins Auge. Andere, wie der Baummarder, der Siebenschläfer oder der Feuersalamander sind erst auf den zweiten Blick oder manchmal auch gar nicht zu sehen. Das ist durchaus gewollt, denn die Tiere sind dort ausgestellt, wo sie sich in der Regel auch im Wald aufhalten. «Es ist eine Ausstellung, die vor allem Familien mit Kindern und Schulklassen ansprechen wird, denn es gibt beim Herumlaufen vieles zu entdecken», sagte Museumsdirektor Hannes Geisser an einem Medienrundgang.

Die Texte an den Wänden sind informativ, aber eher kurz gehalten. Dafür kann man an einer Hörstation der «Stimme» eines Baumes lauschen oder durchs Mikroskop Flechten und Moose bestaunen und bestimmen. Der «Thurgauer Raum» wartet mit mehr Informationen auf und thematisiert den Erhalt der hiesigen Artenvielfalt genauso wie die Auswirkungen des Klimawandels. Geisser sagt:

«Dieser stellt die Förster vor ein grosses Problem.»

Denn bis man einen Baum ernten kann, muss er erst 50 bis 100 Jahre wachsen. «Man muss also heute schon die zukünftige Zusammensetzung des Waldes aktiv angehen, obwohl man gar nicht weiss, wie sich das Klima weiterentwickelt.» Die Tendenz ist klar: Die immer wärmeren Sommer führen dazu, dass sich die Anzahl der heute dominierenden Bäume im Thurgau, die Buche bei den Laub- und die Fichte bei den Nadelbäumen, deutlich verringern dürften. «Trockene Sommer sind ideal für den Borkenkäfer und gefährden die Fichten.»

Dafür dürfte der Thurgau in einigen Jahrzehnten der Edelkastanie ein ideales Klima bieten. «Insbesondere der Bodensee dürfte sich dafür eignen.»

Hinweis
Am Sonntag, 17. November, führt Zoologin und Museumsvermittlerin Catherine Schmidt durch die Ausstellung. Der Rundgang beginnt um 10:30 Uhr, Eintritt ist frei. www.naturmuseum.tg.ch