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Frauenfeld: Natur erobert Allmend

Das Schutzgebiet im Norden der Stadt beheimatet viele seltene Flora und Fauna. Diese Vielfalt konnte in den vergangenen zwei Jahren sogar gesteigert werden. Der neuen Waffenplatz-Benutzerordnung sei Dank.
Hugo Berger
Arbeiten in der Aufsichtskommission erfolgreich zusammen: Jagdaufseher Ruedi Lengweiler, Reservatsaufseher Reinhold Müller, Joggi Rieder, Naturschutzfachmann von Armasuisse, Stadtrat Urs Müller und Waffenplatzkommandant Felix Keller auf der Grossen Allmend. (Bild: Reto Martin)

Arbeiten in der Aufsichtskommission erfolgreich zusammen: Jagdaufseher Ruedi Lengweiler, Reservatsaufseher Reinhold Müller, Joggi Rieder, Naturschutzfachmann von Armasuisse, Stadtrat Urs Müller und Waffenplatzkommandant Felix Keller auf der Grossen Allmend. (Bild: Reto Martin)

Seit gut zwei Jahren ist die neue Benutzungsordnung für das Waffenplatzareal in Kraft. Sie regelt die Nutzung der Grossen Allmend, die grossteils dem Bund gehört. 2015 hat die Stadt die Verordnung über das Naturschutzgebiet Allmend angepasst und die geschützte Fläche um 7,5 Hektaren vergrössert. Diese Massnahme hat sich sehr positiv auf die Biodiversität ausgewirkt, wie Stadtrat Urs Müller als Präsident der Aufsichtskommission am Donnerstag an einer Medieninformation auf der Grossen Allmend ausführte.

"Im Jahr 1865 wurde der Frauenfelder Waffenplatz gegründet. Dank ihm blieb die Allmend bis heute unverbaut."
(Urs Müller, Stadtrat)

Die Schutzbemühungen für die Allmend gehen bis Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. «Im Jahr 1865 wurde der Frauenfelder Waffenplatz gegründet. Dank ihm blieb die Allmend bis heute unverbaut», erklärte Stadtrat Müller. 1921 wurde das Gebiet unter Schutz gestellt. 2015 wurde die südliche Naturschutzgrenze dem Gelände angepasst. Gleichzeitig trat ab dem Polygon ein Motorfahrverbot in Kraft.

Paritätische Kommission als zentrales Element

Eine zentrale Rolle spielte laut Stadtrat Müller die paritätische Aufsichtskommission. Diese setzt sich zusammen aus Vertretungen von Stadtrat, Bund, Bürgergemeinde, Kanton und Umweltorganisationen. Es gehe um ein Zusammenspiel von vielen Beteiligten, nicht zuletzt auch mit den neuen Pächtern Lisa Beutler und Markus Bösch, die seit 1. Januar das Naturschutzgebiet mitbetreuen. «Aber grundsätzlich ist dies alles nur dank der Grundeigentümerin, der Eidgenossenschaft, möglich», betonte Müller.

Jagdaufseher Ruedi Lengweiler, Mitglied der Aufsichtskommission, ist überzeugt, dass sich die Flora und Fauna im Naturschutzgebiet weiterhin sehr positiv entwickeln wird. Durch zahlreiche Massnahmen wie neuen Mulden und Steinhaufen für Amphibien fänden bedrohte Tierarten eine optimale Lebensgrundlage. Aufseher Reinhold Müller stellt fest: «Die Natur hat sich das Gebiet eindeutig zurückerobert.» Massnahmen wie die Informationsschilder, das konsequente Umsetzen der Kontrollen sowie die Aufklärungskampagne mit Exkursionen im Naturschutzgebiet, zeigten ihre Wirkung. Die Nutzer der Allmend hielten sich mehrheitlich an die Verordnung. Zudem habe die Vergrösserung des Gebietes nach Süden sowie das Fahrverbot zu deutlich mehr Ruhe geführt. Die zeige sich darin, dass die Wildtiere weniger schreckhaft seien und besser beobachtet werden könnten.

Frösche in der Panzerraupen-Spur

Wie gut verträgt sich die Nutzung durch die Armee mit dem Naturschutz? Die Verantwortlichen sprechen von Naturdynamik. Will heissen: Einzelne und nicht zu häufige Eingriffe kann die Natur durchaus vertragen oder sogar zur Entwicklung nutzen. Wenn beispielsweise ein Panzer seine Spuren hinterlässt, kann die Raupenvertiefung den jungen Fröschen als erster Lebensraum dienen. Auch ein Schaden an einem Baum, etwa eine Schürfung am Stamm, ist verkraftbar und kann zahlreichen Kleintieren als Lebensraum dienen. (hub)

Aus Sicht der Kommission sei man auf gutem Wege, die Qualität im Naturschutzgebiet stetig zu verbessern, erklärte Stadtrat Urs Müller. Die Rückmeldungen von Allmendbesuchern seien mehrheitlich positiv. Die Bevölkerung erfreue sich am grossen stadtnahen Gebiet. «Die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten läuft gut. Alle ziehen am gleichen Strick», lobte Müller.

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