Natur
Basadinger Wald – Augenschein fünf Jahre nach der Verleihung des hochdotierten Binding-Preises und was Wildschweine damit zu tun haben

Fachleute für Waldbewirtschaftung haben bei einem Rundgang den prämierten Wald der Bürgergemeinde Basadingen begutachtet. Fünf von sieben geplanten Projekten sind bereits umgesetzt.

Dieter Ritter
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Georg Schoop, Präsident des Binding-Preis, Simon Pachera, baldiger Revierförster, Willi Itel, Bürgergemeindepräsident, und Revierförster Walter Ackermann.

Georg Schoop, Präsident des Binding-Preis, Simon Pachera, baldiger Revierförster, Willi Itel, Bürgergemeindepräsident, und Revierförster Walter Ackermann.

Bild: Andrea Stalder

Als Anerkennung für die naturverträgliche Bewirtschaftung hat die Bürgergemeinde Basadingen vor fünf Jahren 200'000 Franken erhalten. Dies von der Binding-Stiftung, die schweizweit Projekte in den Bereichen Umwelt, Soziales und Kultur unterstützt. 150'000 Franken der Summe mussten zur Verbesserung des Waldes eingesetzt werden.

Fünf der diesbezüglich geplanten Projekte sind inzwischen umgesetzt, zwei sind noch in Arbeit. Dann ist die ganze Summe aufgebraucht. «Wir haben einiges dazugelernt», sagte Willi Itel, Bürgerpräsident Basadingens. Auch wenn das Binding-Preisgeld aufgebraucht sei, gehe es mit einigen Projekten weiter, versprach er.

Am Waldrand bei der Hegi, 600 Meter südlich von Basadingen, begrüsste Itel die illustre Gesellschaft. Am Donnerstag reisten acht Vertreter von der Binding-Stiftung an sowie Ulrich Ulmer vom Forstamt Thurgau, zwei Kreisförster und Verwaltungsmitglieder der Bürgergemeinde.

Schäden nach vier Jahren Borkenkäfer

Revierförster Walter Ackermann führte die Gesellschaft zum zweiten Posten. Die Hauptarbeit für dieses Projekt leistete Simon Pachera. Er wird am 1. Juli die Nachfolge von Ackermann antreten. Pachera erklärte, wie ein Abschnitt des Basadinger Waldes schulungszwecken dient. Auf einem Hektar ist jeder Baum nummeriert, auf einer Karte metergenau eingezeichnet, sein Durchmesser erfasst und der Wert geschätzt.

Bilanz zu der realisierten Projekten des Binding-Waldpreises 2016.

Bilanz zu der realisierten Projekten des Binding-Waldpreises 2016.

Bild: Andrea Stalder

Die nächste Station: ein Waldstück, dem der Borkenkäfer 2016 bis 2020 stark zugesetzt hatte. Alle Fichten mussten geschlagen werden. Ackermann erklärte, ein lichter Wald sei gut für die Artenvielfalt. Wirtschaftlich war es ein Desaster. Itel sagte:

«5000 Kubikmeter Käferholz mussten verkauft werden, zu Preisen, die kaum kostendeckend waren.»

Dann ging es weiter. Bei einer kleinen Lichtung gibt es einen Zwischenhalt. «Hier standen drei riesige Fichten, etwa 220 Jahre alt», sagte Ackermann, sichtlich bewegt. Sie wurden besiegt durch den Borkenkäfer.

Eichen ziehen scheiterte bislang

Im Mösli angekommen zeigte Kreisforstingenieur Ulmer eine kleine Lichtung mit einem Ansitz für Jäger. Es sei ein Projekt für die Zusammenarbeit von Jagd- und Forstwirtschaft. «Hier wird die Vegetation niedrig gehalten, das Wild kann sich nicht verstecken», erklärte er. Die Einhaltung der vorgeschriebenen Abschüsse sei wichtig, um dem Verbiss vorzubeugen. Der letzte Posten auf dem Rundgang war das Projekt Eichenförderung. Es ist eine kleine, eingezäunte Fläche, wo mit verschiedenen Methoden versucht wird, Eichen zu ziehen. Bisher jedoch ohne Erfolg. Ackermann sagte:

«Aussähen von Eicheln nützte nichts und die eingegrabenen Eicheln holten sich schon nach der ersten Nacht die Wildschweine.»

Zurück bei der Hegi lobte Stiftungspräsident Schoop, dass der Preis vorbildlich umgesetzt wurde. Itel dankte den Gästen und ganz besonders dem Revierförster Ackermann für seine vorbildliche Arbeit.

Mehr Informationen zum Preis unter: www.binding-waldpreis.ch und www.preis-biodiversitaet.ch.