Nationaler Aktionstag
Weil es immer mehr Fernsehkinder gibt: Frauenfelder Kinderhort nimmt mit eigener Aktion am Schweizer Vorlesetag teil

26 Kinder zwischen drei und zehn Jahren liessen sich im Hort Kurzdorf des Vereins Kinderhorte Frauenfeld Geschichten erzählen. Das beflügelte ihr Fantasie und brachte sie zugleich auch zum Stillsitzen.

Claudia Koch
Merken
Drucken
Teilen
Am Vorlesetag im Hort Kurzdorf.

Am Vorlesetag im Hort Kurzdorf.

Bild: Kevin Roth

Dinosaurier-Mädchen Penelope Rex oder Nobbi der Mutmachhase? Beide illustrierten Geschichten kamen bei den Kindern im Tageshort Kurzdorf mächtig gut an. Eine Geschichte dauerte gut eine halbe Stunde und jedes Kind durfte zwei Geschichten lauschen.

«Mit einer Pause dazwischen.»

So erklärte es Hortleiterin Susi Ammann. Denn die Aufmerksamkeitsspanne ist bei jüngeren, aber auch teilweise älteren Kindern nicht so gross. Das ist einer der Gründe, warum die Hortleiterin sich am Schweizer Vorlesetag beteiligt hat. Sie hat von der nationalen Aktion des Schweizerischen Institut für Kinder- und Jugendmedien SIKJM zur Leseförderung gelesen und gedacht: Das wäre etwas für den Hort. Denn auch Amman stellt fest, dass das Vorlesen mittlerweile zu kurz kommt. «Es gibt immer mehr Fernsehkinder. Sie verlernen, still zu sitzen und eine Geschichte zu hören», so Ammann. Deshalb beschloss sie, einen grösseren Anlass daraus zu machen. Als Auflockerung zum Alltag.

Am Vorlesetag im Hort Kurzdorf.

Am Vorlesetag im Hort Kurzdorf.

Bild: Kevin Roth

Speziell hergerichtete Zimmer mit Vorlesestationen

26 Kinder zwischen drei und zehn Jahren hatten sich für die Vorleseaktion angemeldet. Eine schöne Menge, da doch viele Kinder an einem freien Mittwochnachmittag oftmals anderweitig beschäftigt seien, sagt die Hortleiterin. Die vier Vorlesestationen wurden teilweise speziell für den Anlass hergerichtet. Ein Zimmer war abgedunkelt und nur mit Kerzenlicht beleuchtet.

Am Vorlesetag im Hort Kurzdorf.

Am Vorlesetag im Hort Kurzdorf.

Bild: Kevin Roth

Im Korridor wurde gar ein Zelt aufgestellt, um es sich darin auf Sitzkissen gemütlich zu machen. Am wichtigsten aber waren die Geschichten, die altersgerecht je nach Gruppe ausgesucht und entweder in Schweizerdeutsch oder Hochdeutsch erzählt oder vorgelesen wurden. Kaum ergriff eine der Geschichtenerzählerinnen das Wort, herrschte Ruhe, und die Kinder hörten gespannt zu. Und falls jemand dazwischenredete, wurde dieser mit einem lauten «Psscht» der anderen zum Schweigen gebracht.

Problem, wenn ein Dino seine Mitschüler aufisst

Am Schluss der Geschichte stellten die Kinder viele Fragen oder wurden aufgefordert, ihre Meinung kundzutun. Dabei gab es allerhand zu diskutieren und zu kichern. Denn wenn ein Dinosaurier-Mädchen am ersten Schultag ihre Mitschüler einfach auffrisst, das ist schon allerhand. Den fünf Buben, die auf dem Bauch liegend hören wollten, ob Penelope Rex nun doch noch Freunde findet, gefiel die Geschichte sehr gut.

Am Vorlesetag im Hort Kurzdorf.

Am Vorlesetag im Hort Kurzdorf.

Bild: Kevin Roth

Und bei Nobbi dem Mutmachhasen erzählten die Kinder, bei welcher Gelegenheit sie selber Mut gebraucht haben und sich sagen mussten: Du schaffst das. Oft ist es auch ein Gspänli, das an einen glaubt. Nach dem vielen Zuhören konnten die Kinder kleine Bilder ihrer Geschichten auf einen Lesepass kleben und den Zvieri geniessen. Für die Hortleiterin Susi Ammann war die gelungene Vorleseaktion geradezu eine Aufforderung. Sie sagte abschliessend:

«Wir werden wieder mehr gezielt vorlesen und die Lesefreude damit bei den Kindern wecken.»