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Namenlose goldene Schönheit: Sirnacher Orchideen-Profi entdeckt neue Art

Der Sirnacher Fachmann Roland Amsler hat in einem Nachlass eine bis anhin unbekannte Orchideen-Art entdeckt.
Maya Heizmann

«Orchideen sind eine der grössten Schätze auf unserer Welt», sagt Roland Amsler. «Es ist wichtig deren Vielfalt zu erhalten». Der Urwald werde rücksichtslos abgeholzt, um Palmölplantagen Platz zu machen, sagt er. So seien unzählige sogenannt endemische, also standortbezogene Pflanzen vom Aussterben bedroht.

Wie auch viele Bulbophyllum-Arten eine der 800 Gattungen der Familie der Orchideen. Von diesen vielseitigen Gattungen sind bereits 2500 Arten beschrieben, doch ebenso viele noch unbeschrieben, ja sogar unentdeckt.

Roland Amsler erklärt:

«Eine Pflanze, die nicht beschrieben ist und keinen Namen hat, kann man auch nicht schützen.»

Er hatte das Glück, aus einer Erbschafts-Sammlung eine neue Art von der Gattung Bulbophyllum zu erhalten, sie zu entdecken und dank internationalen Verbindungen auch ihre Herkunft zu bestimmen.

Die Blüte der kleinen, goldgelben Orchidee ist 21 Millimeter breit und weist eine schwarze, lange, dünne Lippe auf, wobei der Blütenstiel um die neun Zentimeter lang ist.

Für die Ewigkeit 
konserviert

Bereits hatten Roland Amsler und sein inzwischen verstorbener Freund Walter Freitag, einst Gärtner aus Herdern, eine neue Art von Bulbophyllum in Indonesien entdeckt. Sie trägt nun den ehrenvollen Namen: Bulbophyllum freitagii. Nun wird die Blüte der noch namenlosen Neuen in einer Alkohol-Glyzerin Mischung für die Ewigkeit konserviert.

«Jetzt ist es meine Aufgabe, eine zweite Pflanze der neuen Art zu suchen, um sie dann vermehren zu können», sagt der Pflanzenenthusiast. Viele Stunden verbringt Roland Amsler mit seinen wissenschaftlichen Arbeiten. Er vermisst die Pflanzen, fotografiert sie, vergleicht im Internet dann die Details. Nach einer Veröffentlichung mit Fotos und Skizzen in einer botanischen Fachzeitschrift wird die Pflanze schliesslich ihren Namen erhalten. «Dieses Engagement ist mein persönlicher Beitrag für die Arterhaltung», erklärt der Spezialist.

Nahaufnahme der 21 Millimeter grossen Blüte. (Bild: Maya Heizmann)

Nahaufnahme der 21 Millimeter grossen Blüte. (Bild: Maya Heizmann)

Im Hinterthurgau in Sirnach können die Besucher kostenlos im Schweizer Orchideen-Garten bei Roland Amsler eine der vielseitigsten Orchideensammlungen der Welt in den Gewächshäusern bestaunen und viele Tipps und Eindrücke mit nach Hause nehmen. Ein faszinierender Streifgang durch den «Dschungel» und wer Glück hat, bekommt die Gelegenheit die noch namenlose goldene Orchidee zu sehen und zu bewundern. Was für ein Name wird sie wohl bekommen? Das bleibt wie immer geheim bis zur Veröffentlichung.

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