Glosse

Närrisches Seelen-Striptease. Oder wieso die Frauenfelder Fasnacht mehr taugt als ein kantonales Öffentlichkeitsgesetz

Murgspritzer: In der fünften Jahreszeit kommt jede noch so kleine Unregelmässigkeit ans Licht. Diese närrische Transparenz findet TZ-Redaktor Mathias Frei keine schlechte Sache. 

Mathias Frei
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Der Frauenfelder Fasnachtsumzug 2020.

Der Frauenfelder Fasnachtsumzug 2020.

(Bild: Donato Caspari)

Was braucht es in Frauenfeld ein Informationsreglement, wie es aktuell eine Motion im Gemeinderat fordert, oder auf kantonaler Ebene ein Öffentlichkeitsgesetz, wenn es die Fasnacht gibt. In der fünften Jahreszeit kommt jede Unregelmässigkeit ans Licht. Bei der Stadtübernahme am Schmutzigen Donnerstag redete eine riesengrosse Ratte Tacheles und wünschte viel Spass mit der untergehenden Stadt. Nun ist es amtlich: Mit Frauenfeld geht’s steil abwärts.

Mathias Frei, Redaktor Thurgauer Zeitung, Ressort Frauenfeld.

Mathias Frei, Redaktor Thurgauer Zeitung, Ressort Frauenfeld.

(Bild: Reto Martin)

Was dann am Freitag an der Fasnachtsunterhaltung publik wurde, macht den Wärmering zu einer Randbemerkung. So soll das Hallenbad zugehen – und solange geschlossen bleiben, bis alle vergessen haben, dass Frauenfeld mal eine Badi gehabt hat. Weiter war zu erfahren, dass der Stadtrat eine etwas spezielle Fehlerkultur lebt. Bei einem Fehler gibt’s Fuditätsch. Und an der kreativen Politik unserer Stadtregierung soll Medizinalhanf nicht unschuldig sein. Positiv ist einzig der Umstand zu bewerten, dass Stapi Anders Stokholm und Stadtrat Andreas Elliker neuerdings «Best Friends Forever» sind. Nur leider weiss das nach der Fasnacht keiner mehr.

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