Nach Hochwassern: Gemeinde Rickenbach ersetzt Brücke über Krebsbach

Bereits zweimal trat in Rickenbach der Krebsbach kurz vor der Einmündung in den Alpbach über die Ufer und setzte die nahe gelegene Bahnunterführung unter Wasser. Abhilfe schafft nun eine neue Brücke.

Sandro Büchler
Drucken
Teilen

Wenn der Gemeindepräsident höchstpersönlich mit der Fotokamera bewaffnet beim Einbau einer kleinen Brücke aufkreuzt, dann muss ihm das Bauwerk wichtig sein. An diesem Nachmittag steht Ivan Knobel, Gemeindepräsident von Rickenbach, auf der Bachstrasse und beobachtet, wie Arbeiter die Stahlträger der neuen Brücke über den Krebsbach einpassen. «Bei Starkregen hatte ich immer ein etwas mulmiges Gefühl», sagt Knobel.

«Bei Starkregen hatte ich immer ein etwas mulmiges Gefühl.»

Rückblende: Im Juni 2015 geht über Wil ein kurzes, aber heftiges Gewitter mit intensiven Regenfällen nieder. Innert Minuten führt der Krebsbach Hochwasser. So viel, dass sich die Wassermassen kurz vor dem Zusammenfluss mit dem Alpbach an der Brücke stauen. Wasser überflutet das Ackerland und die Böschung und fliesst schliesslich in die nahe Unterführung der Bahngleise.

Sofortmassnahme bei Hochwassern

Aufgrund der Überschwemmungen rückte der Hochwasserschutz in den Fokus. Doch noch bevor das Projekt «Hochwasserschutz Region Wil» in Angriff genommen wird, beantragt die Gemeinde Rickenbach der Stimmbevölkerung im März dieses Jahres die Sanierung der Brücke und weitere Schutzmassnahmen. Die Investition von 107000 Franken ist an der Gemeindeversammlung unbestritten.

«Die neue Brücke ist eine Sofortmassnahme», erklärt Ivan Knobel. Sie liegt 50 Zentimeter höher als die alte, inzwischen abgebrochene Brücke. Zusätzlich wird gegen Westen ein Erdwall aufgeschüttet und im Anschluss daran eine Bretterwand aufgestellt. Die Massnahmen haben ein Ziel: Den Bach im Bett zu halten. Die Notwendigkeit der Ausgaben für den Bau einer neuen Brücke bewies der 15. Juli 2018. Erneut entluden sich über Wil Gewitter, die Wassermassen füllten den Krebsbach und erneut lief die SBB-Unterführung voll Wasser.

Die Brücke über den Krebsbach erwies sich ein zweites Mal als Nadelöhr. Das Ereignis hat also bewiesen, dass das Projekt dringlich ist. Laut Knobel sind die Bauarbeiten am Krebsbach bis Mitte November abgeschlossen. Die Brücke ist aber ein Provisorium, wie er betont. Priorität hat weiterhin das regionale Hochwasserschutzprojekt. Beteiligt daran sind die Gemeinden Wil, Wilen, Rickenbach und Sirnach. Die Ausarbeitung des Projekts soll bis Ende 2020 abgeschlossen sein, erklärt Projektleiter Klemens Müller vom Amt für Umwelt des Kantons Thurgau. «Erste Vorschläge sind im nächsten Jahr zu erwarten.»

Problematisch unter der Autobahn

Bei den beiden Starkregenereignissen – 2015 und 2018 – als der Krebsbach über die Ufer trat, wurde auch die 600 Meter nördlich entfernte Autobahn A1 in Mitleidenschaft gezogen. Geröll und Schlammmassen ergossen sich auf die Fahrbahn, nachdem der Hang ins Rutschen geraten war. Das Problem sei der sogenannte Düker, der den nach Süden fliessenden Krebsbach unter der Autobahn hindurchführt. «Ist der Düker voll, läuft das Wasser oben durch», erläutert Ivan Knobel. Massive Felsblöcke sollen nun das Abrutschen des Hangs verhindern. Die Gemeinde Wil hat die Sofortmassnahme in den Sommermonaten umgesetzt.

Aktuelle Nachrichten