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Nachts auf den Gleisen

Derzeit finden beim Bahnhof St. Katharinental bei Diessenhofen Bauarbeiten statt. Riesige Maschinen bewegen riesige Mengen Material. Wenn alles fertig ist, werden Bahnreisende bessere Anschlüsse in Schaffhausen haben.
Thomas Güntert
Die Gleise beim Kloster-Bahnhof werden erneuert.
Der 100 Tonnen schwere Gleisbauzug Puma 90 bei der Arbeit. (Bilder: Thomas Güntert)
2 Bilder

Nachts auf den Gleisen

Männer in Orange, riesige Maschinen in Gelb. Das war das Bild in den vergangenen Nächten auf den SBB-Gleisen bei St. Katharinental. Die Männer und Maschinen werden noch eine Zeit lang bleiben. Seit April 2017 laufen die Bauarbeiten für die neue Doppelspurinsel westlich des Bahnhofs St. Katharinental bei Diessenhofen. Die Vorarbeiten konnten inzwischen abgeschlossen werden. Damit die Betonschwellen sicher liegen, wurden für die Untergrundverbesserung 14000 Tonnen Kies-Sand-Gemisch eingearbeitet. Der Ausführungsprojektleiter Michael Krajewski erklärte, dass der Untergrund entscheidend ist, ob Beton-, Eisen- oder Holzschwellen verwendet werden. «Eine Holzschwelle ist viel leichter, aber auch viel teurer als eine Betonschwelle», bemerkte Krajewski. Die SBB haben in den Nächten zum Montag und Dienstag auf dem 1100 Meter langen Streckenabschnitt die jeweils 108 Meter langen Langschienen ausgelegt und mit Spurstangen befestigt.

Puma macht mehrere Arbeitsgänge in einem

In den beiden darauffolgenden Nächten kam der 65 Meter lange und knapp 100 Tonnen schwere Gleisumbauzug Puma 90 des Waadtländer Gleisbauunternehmens Scheuchzer AG zum Einsatz, der die Langschienen punktuell anhob und spreizte, das Schotterbett planierte und im gleichen Arbeitsgang alle 60 Zentimeter eine 260 Kilogramm schwere Betonschwelle darunter legte, ehe die Langschienen wieder auf den Schwellen abgelegt wurden. Die unmittelbar dahinter fahrende Maschine führte die Gleise in die Spannvorrichtungen ein, die an den Schwellen befestigt sind. Zwei Gleisbauarbeiter sorgten dann mit fahrbaren Schlagschraubern dafür, dass alles bombenfest hält.

In der Nacht zum Freitag erfolgt die Einschotterung, und in der nächsten Woche werden die Gleise verschweisst. Dazu müssen die Schienen wegen der Temperaturausdehnungen auf 25 Grad erwärmt werden. Zudem wird mit dem Ausstopfen des Schotterbetts das grob gerichtete Gleis horizontal und vertikal perfekt ausgerichtet, und es werden verschiedene Anpassungen gemacht. In den letzten acht Nächten müssen dann noch die Fahrleitungen installiert werden. Bis Ende September wird auch noch das neue Bahntechnikgebäude in Betrieb genommen. Der Gesamtprojektleiter Egon Zurwerra erklärte, dass eine Eisenbahnschiene bis 40 Jahre hält und je nach Belastung mindestens alle zwei Jahre nachgeschliffen werden muss.

Zugverbindung wird schneller

Die Kosten für diese Bauarbeiten belaufen sich auf rund 21 Millionen Franken und werden vom Bahnausbaupaket «Zukünftige Entwicklung Bahninfrastruktur» des Bundes finanziert.

Die Bauarbeiten sollten bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2018 abgeschlossen sein. Bis 26. Juni ist die Strecke Schaffhausen – Diessenhofen montags bis freitags von 21.50 Uhr bis Dienstschluss gesperrt, und es verkehren Bahnersatzbusse. Zu beachten ist aber, dass in diesen Ersatzbussen der Fahrradtransport nicht möglich ist. Während der Bauarbeiten verlängert sich Reisezeit zwischen Schaffhausen und Diessenhofen dadurch um rund 30 Minuten. Mit dem neuen Fahrplan Ende 2018 gibt es auf der Bahnstrecke zwischen Rorschach und Schaffhausen bessere Anschlüsse an die Regional- und Fernverkehrszüge. Die Fahrzeit von Rorschach in Richtung Zürich wird sich um 15 Minuten verringern.

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