Nachruf
Im Andenken an Peter Glatz, langjährigen Gemeinde-, Stadt- und Kantonsrat aus Frauenfeld mit seiner ehrlichen, engagierten und sozialen Art des Politisierens

Der erfahrene Frauenfelder Politiker und ehemalige Gemeinde-, Stadt- und Kantonsrat für LSP und EVP, Peter Glatz, ist Anfang Juni 82-jährig verstorben.

Peter Hefti
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Peter Glatz, langjähriger Gemeinde-, Stadt- und Kantonsrat, LPS und EVP, (1939-2021).

Peter Glatz, langjähriger Gemeinde-, Stadt- und Kantonsrat, LPS und EVP, (1939-2021).

Bild: Susan Basler (13. Mai 2002)

Am 8. Juni ist Peter Glatz überraschend schnell, mit 82 Jahren, an einer schweren Krankheit gestorben. Peter Glatz war ein vielseitig interessierter und sehr engagierter Mensch. Schon als Jugendlicher war er ein aktives Mitglied der Jungen Kirche und spielte früh im neugegründeten Basketball des CVJM mit. Diesem Club blieb er ein ganzes Leben lang treu. Nach seiner Aktivzeit gründete und leitete er die Fitnessriege «Fit und Mobil», später übernahm er ein Traineramt bei den Damen und schliesslich war er Beauftragter für «Jugend und Sport». Der Sport war ihm immer wichtig, so leitete er als Pensionierter viele Wanderungen für seine Kameraden und unternahm regelmässig Velotouren im In- und Ausland.

Peter Glatz, langjähriger Gemeinde-, Stadt- und Kantonsrat, LPS und EVP, (1939-2021).

Peter Glatz, langjähriger Gemeinde-, Stadt- und Kantonsrat, LPS und EVP, (1939-2021).

Bild: PD (15. März 2004)

Neben seiner beruflichen Tätigkeit als Betriebsleiter in der Schirmfabrik Glatz AG engagierte er sich vor allem in der Politik. Er wurde Mitglied der Liberalsozialistischen Partei (LSP) und bereits als 31-Jähriger in den Gemeinderat von Frauenfeld gewählt. Dort interessierte ihn vor allem die Finanzpolitik und er setzte sich für die Zentralisierung der Werkbetriebe ein. Als Liberalsozialist machte er sich für das Baurecht stark, welches bei der Überbauung Reutenen und bei weiteren Projekten dank seiner Initiative angewendet wurde. Während der Gemeinderatszeit war er zusätzlich während schwieriger Jahre Präsident des Vereins Bildungshaus Neukirch an der Thur.

Seine ehrliche, engagierte und soziale Art des Politisierens führte dazu, dass die LSP-Fraktionspartnerin, die EVP, Peter Glatz 1987 als Stadtrat portierte. Als Mitglied einer kleinen Partei erzielte er ein sehr gutes Wahlresultat. Er führte zuerst die Abteilung «Jugend, Sport und Freizeit», wo mit den Umbauten bei der Kunsteisbahn und beim Hallenbad zwei grosse und schwierige Aufgaben warteten. Daneben war ihm die Jugendförderung in den Vereinen sehr wichtig. Er setzte die finanzielle Unterstützung dieser Jugendförderung um und organisierte einen jährlichen Dankesabend für alle Jugendleiter. Später wurde er Vizeammann und übernahm das Sozialdepartement, wo ihm seine hohe Ethik und Sozialkompetenz zugutekam.

1999 wurde Peter Glatz in den Grossen Rat gewählt, wo er an vorderster Front gegen die Privatisierung der Kantonalbank kämpfte. Auch in diesem Rat setzte er sich für die Jugendlichen ein, speziell im Bereich Suchtprophylaxe. Mehrere Jahre war er EVP-Fraktionspräsident und Vizepräsident der EVP Thurgau. Nach seiner Pensionierung war er weiter für das Gemeinwohl tätig, indem er bis vor zwei Jahren Rotkreuzfahrer war und als Mentor immer wieder Jugendlichen bei der Lehrstellensuche half.

Peter Glatz war verheiratet mit Susanne Glatz-Rutishauser. Zusammen hatten sie zwei Kinder und neun Enkel. Das Heranwachsen der Kinder und Grosskinder machte Peter Glatz grosse Freude. Nicht nur seine Familie, sondern viele Freunde und Kameraden, die ihn ein Stück auf seinem Lebensweg begleitet haben, werden ihn vermissen, aber vor allem in guter Erinnerung behalten.