Nach zehn Jahren: Die Gemeinde Aadorf will den Lindensaal wieder verkaufen

Für den Gemeinderat hat die Liegenschaft ihren Zweck erfüllt. Nun soll sie an denjenigen Käufer gehen, der die beste Projektidee präsentiert. Der Kaufpreis ist als Kriterium zweitrangig.

Roman Scherrer
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Der Lindensaal an der Aadorfer Bahnhofstrasse diente in den vergangenen Jahren nur noch als Materiallager.

Der Lindensaal an der Aadorfer Bahnhofstrasse diente in den vergangenen Jahren nur noch als Materiallager. 

(Bild: Olaf Kühne)

Zehn Jahre ist es nun her, seit die Gemeinde Aadorf den Lindensaal gekauft hat. Seither sind einige Pläne, was mit ihm geschehen soll, entworfen und wieder verworfen worden. Im Innern des Gebäudes ist indessen kaum etwas passiert. «Der Saal wird momentan als Lager genutzt», sagt Gemeindepräsident Matthias Küng. Er bezeichnet den Bau als altehrwürdig. «Diese Wände könnten sicher einige Geschichten erzählen. Man müsste aber zünftig investieren, um ihn wieder nutzen zu können.»

Der Aadorfer Gemeinderat hat aber andere Pläne: Er will den Lindensaal verkaufen. Der ursprüngliche Zweck, der den Gemeinderat 2009 zum Kauf bewog, ist nämlich erfüllt. Die Behörde wollte sich damit ein Mitspracherecht bei der Gestaltung des Bahnhofplatzes sichern. «Dieser Schritt hat sich sicher bezahlt gemacht», ist Matthias Küng überzeugt. Bis im Sommer 2020 sollen die Planungen für den Bahnhofplatz abgeschlossen sein, anschliessend befinden die Aadorfer an der Urne über das Projekt.

Unterstützung beim Restaurant-Verkauf

In der jüngeren Vergangenheit hat der Lindensaal für die Gemeinde einen weiteren Zweck erfüllt. «Der Gemeinderat konnte damit den Verkäufer des Restaurants Linde unterstützen», erklärt Küng. So habe man interessierten Käufern die Möglichkeit offen halten wollen, das Restaurant mit dem Lindensaal zusammen zu kaufen.

Matthias KüngGemeindepräsident Aadorf

Matthias Küng
Gemeindepräsident Aadorf

Im vergangenen Jahr ging der Verkauf der Liegenschaft aber ohne den Saal über die Bühne und aus der «Linde» wurde das «Barone». Für den Gemeinderat hat sich damit nicht nur der Grund erübrigt, den Saal weiter zu halten. Küng sagt:

«Neben dem frisch renovierten Restaurant wirkt er jetzt auch noch viel älter.»

Und mit dem neuen Bahnhofplatz werde die Liegenschaft dann nicht mehr ins Bild passen.

Was der künftige Inhaber mit dem Lindensaal machen soll, dazu macht der Gemeinderat grundsätzlich keine Vorgaben. «Wir sind gespannt, was für Projektvorschläge wir erhalten», sagt Matthias Küng. Allerdings muss die Idee des Käufers die Behörde überzeugen. Diese beabsichtigt nämlich das Projekt an sich stärker zu werten als den gebotenen Preis. «Die Kriterien müssen wir noch genau festlegen», sagt Küng. Anfang 2020 werde die konkrete Ausschreibung zum Verkauf erfolgen.

Pläne für ein Hotel waren vorhanden

Im Zusammenhang mit der Neugestaltung des Bahnhofplatzes wollte die Aadorfer Immobilienfirma Cadina AG 2011 den Lindensaal abreissen und durch ein Hotel mit 31 Zimmern ersetzen. Daraus wurde nichts. Nicht zuletzt, weil der Eigentümer der angrenzenden Liegenschaft Einsprache erhob. Im Rekursverfahren stellte das kantonale Departement für Bau und Umwelt fest, dass die Gemeinde Aadorf das Baugesuch der Cadina AG eigentlich nicht hätte bewilligen dürfen, weil sie Inhaberin des Saals und damit Partei ist.

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